1. Home
  2. People
  3. Swiss Stars
  4. Skistar Beat Feuz nutzte die Corona-Ausgangssperre für den Nestbau

Corona-Ausgangssperre gut genutzt

Beat Feuz hat sich in Tirol ein neues Daheim gebaut

Bald schon geht es für Beat Feuz wieder um Hundertstel. Die Zeitrechnung im Corona-Lockdown war derweil eine andere. Seit Jahren war der Skistar nicht mehr so viel daheim – wo er seit kurzem anderswo ist.

Placeholder

Als das Leben noch ein anderes war: Beat Feuz vor seinem dritten Coup am Lauberhorn Anfang Jahr. 

Kurt Reichenbach

Normalerweise geht es im Leben von Beat Feuz, 33, um Hundertstelsekunden. Deren 29 war er am Lauberhorn schneller unterwegs als Dominik Paris – und siegte im Januar zum bereits dritten Mal auf der längsten Abfahrt der Welt.

Doch in Zeiten von Corona hat sich auch die Zeitrechnung des Speed-Spezialisten verändert. Und das um 180 Grad. Statt in Sekundenbruchteilen spielte sich das Leben plötzlich gefühlt viel langsamer ab.

Ausgangssperre in Tirol

Dabei war der gebürtige Emmentaler noch stärker von den Massnahmen betroffen als seine Gspänli im Team. Denn seit geraumer Zeit wohnt er mit seiner Lebensgefährtin Katrin Triendl, 33, und Tochter Clea, 2, in der Nähe von Innsbruck in Tirol. Österreich ging in Sachen Bekämpfung des Coronavirus besonders rigoros vor und verhängte eine landesweite Ausgangssperre. Zunächst war allerdings Tirol das erste Bundesland Österreichs, das die Bevölkerung massregelte, zuhause zu bleiben. Um das Haus zu verlassen, brauchte man einen triftigen Grund.

Mehr für dich
Placeholder

Quarantäne-Partner: Mit Freundin Katrin und der gemeinsamen Tochter Clea verbrachte Feuz die Zeit in Isolation.

Kurt Reichenbach

Auch Feuz war damit gezwungen, sich vom 18. März bis zum 5. April für rund zweieinhalb Wochen in Quarantäne zu begeben. «Im Tirol war es in dieser Phase strengstens verboten, die Wohngemeinde zu verlassen», erklärt er im «Blick». «Das Haus sollte nur in Notfällen verlassen werden.» Für kleine Ausflüge mit Clea aber büxte er zwischendurch aus dem Zuhause aus. «Natürlich sind wir ab und zu mit unserer kleinen Tochter im Wald spazieren gegangen.» 

So viel Zeit wie nie zuvor

Der 13-fache Weltcup-Sieger sieht an der Ausgangssperre aber nicht nur Negatives. So einschneidend die Massnahmen waren, so viel Möglichkeiten haben sie Feuz und seiner Familie geboten. Er war wegen Corona so viel zuhause wie schon lange nicht mehr. «Weil dadurch nach der Saison einige Termine abgesagt werden mussten, konnte ich erstmals seit 15 Jahren wieder fünf Monate am Stück zuhause verbringen», erzählt er. «Das habe ich schon auch genossen.»

Die Zeit nutzte er auch, um sein Einfamilienhaus in Oberperfuss fertigzustellen. In der 3000-Seelen-Gemeinde ist er bereits Mitglied im örtlichen Tennisverein. Nun ist er auch offiziell Einwohner des Ortes. Im Juni hat der gelernte Maurer sein neues Daheim mit seiner Familie bezogen.

Schwieriger Blick in die Zukunft

Von seinem Zuhause hat sich Feuz vorübergehend wieder verabschieden müssen. Gegenwärtig trainiert er mit dem Schweizer Team auf dem Gletscher in Zermatt. Das Training wird auch unbewusst vom Coronavirus geprägt. «Es ist nicht so einfach, zu trainieren, wenn man nicht genau weiss, wann, wo und ob die Rennsaison überhaupt beginnen wird», sagt Feuz.

Placeholder

Der grosse Jubel: Im Januar holt Beat Feuz den Heimsieg am Lauberhorn – zum insgesamt dritten Mal. Ob er sich auch in der neuen Saison wird feiern lassen können?

Kurt Reichenbach

Wie Swiss-Ski am Mittwoch bekannt gab, kann Feuz auch in der anbrechenden Saison versuchen, seinen Lauberhorn-Triumph zu wiederholen. In Wengen werden die Athleten im Januar wie gewohnt die Abfahrt sowie den Slalom bestreiten können. Statt der Alpinen Kombination wird am Freitag eine Sprint-Abfahrt ausgetragen. Wie und wo sonst gefahren werden kann, wird der Internationale Skiverband FIS in den kommenden Tagen entscheiden, nachdem im August bereits die Rennen in Nordamerika abgesagt worden waren. Der neue Weltcup-Kalender soll Anfang Oktober final verabschiedet werden.

Feuz ist dankbar, wenn er weiss, wo er in der kommenden Saison um Punkte und Siege fahren kann. «Ich möchte bezüglich des Weltcup-Kalenders so schnell wie möglich Klarheit haben, damit ich eine ordentliche Saison-Planung machen kann.» 

Von RH am 17.09.2020
Mehr für dich