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Sängerin konnte den Erfolg nicht geniessen

Beatrice Egli machte «DSDS»-Stempel lange zu schaffen

Sie ist einer der erfolgreichsten Schweizer Musik-Exporte. Dennoch kämpfte Beatrice Egli jahrelang mit dem «DSDS»-Stempel – und verpasste es zunächst, ihren Erfolg zu geniessen.

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Konnte ihren Erfolg nicht von Beginn an feiern: Beatrice Egli.

Ellin Anderegg

Sieben goldene Schallplatten hat sich Beatrice Egli, 32, bereits an ihre Hauswände hängen können. Zehnmal Platin kam dazu. Ein Echo, ein Prix Walo und zwei Swiss Music Awards können im Hause Egli ebenfalls als Deko-Objekte eingesetzt werden.

Kurzum: Die Schlagersängerin hat mit ihrer Musik bis heute Erfolge gefeiert, von denen andere ein Leben lang nur träumen können. Doch lange hat die Sängerin sich nicht über den eigenen Erfolg freuen können – weil sie immerzu Angst hatte, ihn wieder zu verlieren.

«DSDS»-Stempel als Herausforderung

Im Podcast «Schlagerspass» hat die Schwyzerin kürzlich darüber gesprochen, wie sehr sie sich zu Beginn der Karriere selbst unter Druck gesetzt hatte. Was auch daran lag, dass sie 2013 als Gewinnerin von «Deutschland sucht den Superstar» hervorging. «Ich bin von ‹DSDS› gekommen. Jeder, der ‹DSDS› verfolgt hat, weiss, wie die Karrieren normalerweise verlaufen. Es geht ein Jahr und dann bist du weg», erzählte die 32-Jährige.

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Der «DSDS»-Stempel hinderte sie lange daran, an sich und ihren eigenen Erfolg zu glauben, Vertrauen zu haben. «Ich hab tatsächlich immer damit gerechnet, dass es eben ein Jahr geht – und es wird vorbei sein.»

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Startschuss für eine erfolgreiche Karriere: 2013 gewann Beatrice Egli die zehnte Staffel von «DSDS».

Getty Images

Doch selbst als das erste Jahr vorbeigezogen war und Egli noch immer auf der Erfolgswelle surfte, löste das ihre Zweifel nicht – im Gegenteil. «Dass es dann immer weiterging und weiterging und weiterging, konnte ich manchmal gar nicht so voll und ganz geniessen am Anfang, weil ich dachte: ‹Oh, es wird gleich vorbei sein, es wird gleich vorbei sein.›» 

«Ständig mit dem Konflikt beschäftigt»

Die Jahre zogen ins Land und die Zeit tat Eglis Karriere keinen Abbruch. Dennoch hörten ihre Selbstzweifel nicht auf. «Durch das konnte ich die ersten drei Jahre so gar nicht geniessen, weil ich ständig mit dem Konflikt in mir beschäftigt war», erzählte sie. Es fühlte sich an, «wie wenn du den schönsten Moment festhalten willst. Dann wird er eigentlich gar nicht wirklich schön werden können, weil du nicht im Moment bist.» So seien «gefühlt» ihre ersten drei Jahre gewesen. 

Wie «jeder, der irgendwas, das er liebt, nicht verlieren will», hat Egli sich mit dessen Ende auseinandergesetzt. «Das kann ja nicht für immer sein», hat sie sich gedacht. Heute ist ihr bewusst, dass ihr das nicht gutgetan hat. «Das habe ich tatsächlich lange mit meiner Karriere erlebt, was einen enormen Druck innerlich auslöst, der gar nicht so gesund ist.» Er habe sie zwar auch angetrieben. «So wäre ich heute vielleicht nicht da, wo ich bin. Ich glaube aber, zum jetzigen Zeitpunkt kann ich sagen, dass ich es mehr geniessen kann, weil ich was erreicht habe.»

Egli will nicht immer ans Ziel denken

Selbstverständlich wird Beatrice Egli immer die Siegerin der zehnten Staffel von «Deutschland sucht den Superstar» bleiben. Und darf stolz auf den Titel sein, schliesslich hat sie sich gegen über 32'000 Kandidatinnen und Kandidaten durchgesetzt. Doch in die Fussstapfen viele ihrer Vorgängerinnen und Vorgänger ist sie nicht getreten, sondern ist auch sieben Jahre nach ihrem Sieg noch erfolgreich in der Musikbranche unterwegs. Das kann Egli mittlerweile auch anerkennen. «Ich bin stolz auf all das, was war», sagte sie. «Ich finde, sechs Alben in sieben Jahren, vier Tourneen, wahnsinnig viele Konzerte sonst, Sendungen – ich kann auf schöne Jahre zurückblicken.»

Dennoch haben die Anfangsjahre ihrer steilen Karriere sie geprägt. Mittlerweile versucht sie, die Dinge anders zu betrachten. «Der Antrieb ist, das zu tun, was ich liebe – und zu geniessen dabei», erzählte sie. Das Wort Genuss schreibt sie gross. Zudem will sie danach leben, «auf dem Weg zu sein und nicht schon immer ans Ziel zu denken», erklärte sie. «Das ist gerade so mein bunter Plan im Leben.»

Von Ramona Hirt am 23.09.2020
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