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Marco Fritsche als Baumeister

«Bevor ich Radieschen von unten sehe, möchte ich ein Haus bauen»

Der Kultmoderator von «Bauer, ledig, sucht …» Marco Fritsche wird 50. Und hat nicht nur eine, sondern gleich zwei Baustellen in seinem Leben. Ein Augenschein vor Ort in Appenzell AI.

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<p>Seit fünf Jahren ein Paar: TV-Moderator Marco Fritsche (r.) und August Wick Immobilienbewirtschafter und Schauspieler.</p>

Seit fünf Jahren ein Paar: TV-Moderator Marco Fritsche (r.) und August Wick Immobilienbewirtschafter und Schauspieler.

Fabienne Bühler

Noch ist es das Daheim von Marco Fritsche (49) und seinem Partner August Wick (41) – das über 330 Jahre alte Haus mitten im Kantonshauptort von Appenzell Innerrhoden im Talkessel der Sitter. Vor 13 Jahren hat der Moderator die Liegenschaft und das Gebäude daneben erworben. «Ich musste die Häuser als Set kaufen. Mit der Bedingung, dass ich sie kernsaniere, die Hülle aber so belasse», erzählt Fritsche. Denn beide Immobilien sind denkmalgeschützt.

Die kleine, aber feine Maisonettewohnung, in der das Paar seit fünf Jahren gemeinsam wohnt, ist ein gemütliches Bijou: mit Kachelofen, Parkett, viel Weiss, modernen Möbeln und selbstverständlich auch ein bisschen Appenzeller Kunst. Auf dem grosszügigen Holztisch in der Küche liegen Pläne, diverse Muster von Böden und Farbpaletten. Denn das Leben von Marco Fritsche ist momentan eine Baustelle – im wahrsten Sinn des Wortes.

<p>Die charmante Maisonettewohnung im über 330 Jahre alten Appenzellerhaus von Fritsche und Wick wurde stilvoll und modern renoviert.</p>

Die charmante Maisonettewohnung im über 330 Jahre alten Appenzellerhaus von Fritsche und Wick wurde stilvoll und modern renoviert.

Fabienne Bühler

Er lässt das Nebengebäude, ein Jugendstil-Appenzellerhaus, umbauen. Im oberen Stock wird es ein Vierzimmer-Appartement geben, in der unteren Etage ein Atelier-Studio. Noch ist vom künftigen Charme neuer Wohnungen nichts zu sehen. Es ist kalt und voller Bauschutt unter den niedrigen Decken. Marco Fritsche, der die Einheiten vermieten möchte, meint dazu in seiner erfrischenden Art: «Wer über 1,90 Meter gross ist, soll sich bitte nicht melden. Ausser er möchte ständig den Kopf einziehen.»

Das grosse Bauen

Mit der anderen Baustelle gehts jetzt los. Fritsche hat sich nämlich noch ein Haus gekauft, am Dorfrand von Appenzell. «Ich habe mir gesagt, bevor ich die Radieschen von unten sehe, möchte ich einmal ein neues Haus bauen und nicht nur alte Liegenschaften sanieren», verrät der TV-Moderator und lacht. «Vor zwei Jahren war dieses Haus ausgeschrieben. Ich habe mitgeboten, weil ich dachte, ich kriege es eh nicht, da es hier viel reichere Menschen gibt als mich. Doch ich bekam den Zuschlag. Danach musste ich tief durchatmen und erkennen, dass ich jetzt ein paar Probleme mehr habe.» Sagts und lacht erneut.

<p>Das Nebengebäude, ein Appenzeller Jugendstilhaus, baut Fritsche zu einer Vierzimmerwohnung und einem Atelier-Studio um.</p>

Das Nebengebäude, ein Appenzeller Jugendstilhaus, baut Fritsche zu einer Vierzimmerwohnung und einem Atelier-Studio um.

Fabienne Bühler

Das Gebäude aus dem Jahr 1957 wird nun abgerissen. Entstehen wird ein Holzhaus im Elementbau. Marco und August bauen für sich ein offenes zweistöckiges Domizil mit Galerie und grosser Terrasse, dazu wird es noch eine Zweizimmer-Gästewohnung geben. Vielleicht sogar einmal für «Mutter Fritsche», wie Marco seine Mama liebevoll nennt.

Obwohl die 71-Jährige, wie er stolz sagt, noch fit wie ein Turnschuh sei. Einziehen möchte das Paar Ende 2026. «Wir wählen alles gemeinsam aus und haben zum Glück den gleichen Geschmack», erzählt August Wick, der als Immobilienbewirtschafter und Schauspieler arbeitet. Im Film «Ewigi Liebi», der im Februar in die Kinos kommt, spielt er übrigens eine kleine Rolle. «Beim Boden haben wir uns für dunkle Esche entschieden, die Küche wird sandfarben mit einer grossen Insel. Sonst halten wir uns an Erd- und Pastelltöne.»

<p>Noch wohnt das Paar im grossen Holzhaus in Appenzell, Baujahr 1689. Das Gebäude nebenan lässt Fritsche renovieren.</p>

Noch wohnt das Paar im grossen Holzhaus in Appenzell, Baujahr 1689. Das Gebäude nebenan lässt Fritsche renovieren.

Fabienne Bühler
<p>Am Rand von Appenzell hat der Moderator vor zwei Jahren ein Haus gekauft, das nun einem Neubau weichen soll.</p>

Am Rand von Appenzell hat der Moderator vor zwei Jahren ein Haus gekauft, das nun einem Neubau weichen soll.

Fabienne Bühler

Tätschmeister ist August Wick. Denn er ist der Organisierte in der Beziehung. «Ich bin der Chaot», so Marco lakonisch. «Mich interessiert der ganze Wums eigentlich nicht.» Ausser, dass er irgendwo an einer Wand die Farbe Antique Rose haben möchte. Und dass ihn der Bau finanziell nicht ruiniert! «Das wäre mir schon noch wichtig», betont er schmunzelnd.

Die kleine Feier

Organisiert hat August Wick auch das Geburtstagsfest für seinen Schatz. Denn Marco Fritsche feiert am 8. Januar seinen Fünfzigsten. «Es wird ein Festchen geben im kleinen Kreis, ein gemütliches Zusammensein bei einem Nachtessen. Party wäre das falsche Wort», erzählt Fritsche. Wünsche hat er keine, Geschenke will er auch nicht, und das Älterwerden bereitet ihm kaum Mühe. «Natürlich ist nicht alles gleich lustig wie früher.

Manchmal wache ich schon um fünf Uhr morgens auf und kann nicht mehr einschlafen. Das nennt man senile Bettflucht. Nicht der flotteste Zug am Älterwerden.» Und ergänzt: «Und ja, die Augen werden immer kleiner und die Haare immer dünner.»

<p>Am 8. Januar feiert Marco Fritsche seinen 50. Geburtstag. Gefeiert wird mit Freunden und Familie. Gestaltet hat die Einladung August Wick.</p>

Am 8. Januar feiert Marco Fritsche seinen 50. Geburtstag. Gefeiert wird mit Freunden und Familie. Gestaltet hat die Einladung August Wick.

Fabienne Bühler

Auch beruflich läuft für den bald 50-Jährigen alles rund. Seit 17 Jahren moderiert er die erfolgreiche Sendung «Bauer, ledig, sucht …» auf 3+. Gedreht wird immer vom Frühling bis in den Herbst. Im Winter macht Marco Fritsche Pause, er war vor den Festtagen noch mit August in den Ferien auf Gran Canaria.

Weihnachten und Silvester haben die beiden mit Familie und Freunden gefeiert. «Ich freue mich schon auf den Dreh der nächsten Staffel in diesem Jahr. Und hoffentlich noch auf viele weitere. Vor allem aufs 20-Jahr-Jubiläum», schwärmt Fritsche.

Schwärmen tut er auch sehr gern über seine grosse Liebe, August Wick. «Wir streiten lustigerweise nie. August ist viel zu lieb und zu harmoniebedürftig. Er ist ein Anker, der mein flatterhaftes Wesen ein bisschen auf den Boden bringt. Darüber bin ich sehr froh. Ausserdem schätze ich seine ruhige, strukturierte und organisierte Art.» August kontert: «Marco holt mich aus meinem Schneckenhaus. Er ist abenteuerlustig, mit ihm ist immer was los. Langeweile gibts nie, dafür viel zu lachen.» Und gäbe es da nicht die Heiratsstrafe, dann wäre das Paar wohl schon längst im siebten Ehehimmel.

Von Janine Urech am 3. Januar 2026 - 06:00 Uhr