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Charles Nguela

«Mein erstes Mal auf einer Bühne war beängstigend»

2022 ist sein Jahr! Der Stand-up-Comedian gewinnt zwei Swiss Comedy und einen Diversity Award. Der 33-Jährige über Eier, Schlangen und darüber, wie das Wallis ihn «bekehrte».

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Der Komiker Charles Nguela.

Stand-up-Comedian Charles Nguela ist aktuell mit seinem dritten Programm «R.E.S.P.E.C.T.» auf Tour.

Paolo Dutto / 13 Photo

Was ist Ihre früheste Erinnerung?
Ich warf einen Gummiball herum und versuchte zu erraten, wohin er hüpft. Das war toll für meine Reflexe, aber nicht so toll für die Möbel.

Was haben Sie für einen Spitznamen?
Als Kind nannten mich viele Charlie, französisch ausgesprochen. Mit den Jahren wurde daraus Charly, dann Chacha oder Charli Barli. Auf diesen Namen lautete mein erster Online-Account.

Was wären Sie als Kind gern geworden?
Rennfahrer oder Pilot. Ich war schon immer fasziniert von Geschwindigkeit und davon, was der menschliche Körper leisten kann.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Ja, wir hielten drei Monate lang Händchen und trennten uns dann. Tatsächlich sind wir bis heute befreundet.

Welche Bücher haben Ihr Leben massiv beeinflusst?
«Goosebumps», Horrorbücher, die ich in der Bibliothek gelesen habe. Dort merkte ich, wie gerne ich in meine Gedankenwelt eintauche und meiner Fantasie freien Lauf lasse.

Ihre peinlichste Modesünde?
Als Achtjähriger wollte ich wie Michael Jackson aussehen. Das Tanktop und die schwarze Hose waren ja noch okay. Für die glänzenden Haare hab ich mir rohe Eier in die Haare geschmiert. Meiner Mutter gefiel weder, wie es aussah, noch, wie ich roch.

kleine Bilder zu sagen sie mal mit Charles Nguela ©HO

Charles Nguelas Lieblingsrestaurant: «Das Churrasco in Zürich habe ich nach dem Lockdown entdeckt und mich gleich verliebt!»

ZVG

Welches ist Ihr Lieblingsspiel?
Im Moment finde ich «What do you Meme» sehr lustig. Googeln Sie es!

Welche Eigenschaft hätten Sie lieber nicht?
Ein bisschen weniger Selbstkritik wäre in Ordnung. Es ist nicht schlecht, sich verbessern zu wollen. Aber man kann auch mal innehalten und das Erreichte geniessen.

Wie alt wären Sie gern für immer?
Egal. Hauptsache, keine Pickel.

Was denken andere über Sie, was vielleicht gar nicht stimmt?
Klar spreche ich vielleicht ab und an zu viel, aber manchmal bin ich auch der stille Beobachter, der zuschaut und zuhört.

Welches Ereignis hat Ihr Leben verändert?
Mein erstes Mal auf einer Bühne war beängstigend, aber spannend. Inzwischen habe ich gelernt, wie man das Lampenfieber überwindet.

kleine Bilder zu sagen sie mal mit Charles Nguela ©HO

Charles Nguelas Talisman: «Unter dem strengen Blick meines ‹Glücks-Bonsais› schreibe ich all meine Programme. Momentan bin ich mit «R.E.S.P.E.C.T.» in der Schweiz unterwegs.»

ZVG

Wofür sollte es Bussen geben?
Leute, welche direkt von ihren Sitzen aufspringen, kaum ist das Flugzeug gelandet, sollten gebüsst werden. Ausser für ältere Menschen, Familien mit Kindern oder wenn man einen Anschlussflug erwischen muss, gibts dafür keinen Grund. Man steht einfach länger bei der Gepäckausgabe. Ebenfalls büssenswert finde ich alle, die sich in den Zug drängen, bevor die anderen ausgestiegen sind.

Sie sind für einen Tag eine Frau. Was tun Sie?
Ich verbringe ihn in der Damentoilette, damit ich endlich weiss, was bei wem abgeht.

Was an Ihnen ist nicht normal?
In einigen afrikanischen Ländern haben sich im Laufe der Evolution Blutzellen der dort lebenden Bevölkerung verformt, um den Körper vor Viren zu schützen. Ich habe eine solche Blutanomalie. Mein Arzt sagte, ich sei zu 85 Prozent immun gegen Malaria. Ziemlich seltsam.

Haben Sie Tattoos?
Einige. Auf meiner Brust steht: «It doesn’t matter who you are or where you come from, you will be remembered by the things you have done.» Anders gesagt: Es kommt nicht nur drauf an, was man sagt, sondern was man tut.

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Das liest Charles Nguela: «Anitra Eggler hat gute Tipps für den ‹Homo digitalis›. Es ist okay, nicht alles mitzumachen.»

ZVG

Bei welchem Thema haben Sie Ihre Meinung fundamental geändert?
Ich dachte, wandern wäre langweilig. Bis ich die Gelegenheit hatte, ins Wallis zu fahren, und dort tolle Orte und Menschen kennenlernte.

Haben Sie Phobien?
Ich würde es nicht als Phobie bezeichnen, aber Schlangen finde ich seltsam. Etwas, das so kalt ist und lebt, ist einfach gruselig.

Was machen Sie als Letztes, bevor Sie ins Bett gehen?
Lesen, Nachrichten oder Dokumentationen schauen.

Sie erhalten einen Preis für Ihr Lebenswerk. Wer soll die Hommage halten?
Morgan Freeman oder Barack Obama. Weil sie so eine coole Stimme haben.

Was sollte auf Ihrem Grabstein stehen?
Nie zu spät, selten zu früh.

Von Sandra Casalini am 11. November 2022 - 15:34 Uhr