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Esther Friedli, SVP

«Damit hätte ich im Leben nie gerechnet!»

Nach den Wahlen 2019 sitzen rund 30 Prozent mehr Frauen im Nationalrat. Viele neue Parlamentarierinnen ziehen ins Bundeshaus. Schweizer-illustrierte.ch zeigt in einer kleinen Serie die Siegerinnen aus allen Parteien.

Foto: Joseph Khakshouri 22.10.2019 Wahlen, neue Köpfe: *Esther Friedli* , NR SG SVP in der Familien Beiz. Toni Brunner und sein Bruder, Andi, waschen ab Ebnat-Kappel (SG)

Verdiente Pause: Esther Friedli gönnt sich im Alpstübli des Gasthofes Sonne in Ebnat-Kappel einen Most. Im Hintergrund kümmern sich Toni und Andi Brunner um den Abwasch.

Joseph Khakshouri

Die Wahl in den Nationalrat war für Esther Friedli ein Schock! Zum einen, weil die Politologin und Landfrau gerade mal 5000 Franken in den Wahlkampf investiert hatte. Zum anderen, weil die SVP in St. Gallen nur vier ihrer fünf Sitze verteidigen konnte. Friedli warf für ihr Ticket nach Bern zwei bisherige Nationalräte aus dem Rennen. «Damit hätte ich im Leben nie gerechnet!»

Beim Wahlkampf erhielt Friedli Schützenhilfe von ihrem langjährigen Partner, dem ehemaligen SVP-Präsidenten Toni Brunner. «Ab und zu habe ich schon mal nachgefragt, ob er das auch so machen würde.»

«Der Staat darf nicht alles regeln»

Brunners älterer Bruder Andi war ihr aber die weit grössere Hilfe. Er kam mit Trisomie 21 auf die Welt und arbeitet seit zwei Jahren im Gasthof Sonne von Brunner und Friedli in Ebnat-Kappel. Andi meinte zu jedem Gast, er müsse Friedli wählen, sonst gebe es keinen Znacht. Zudem klebte er in tagelanger Arbeit 10'000 Etiketten mit der Aufschrift «Uns ist die Schweiz nicht Wurst» auf Papiersäckchen. Diese verteilte Friedli mit einer Bratwurst bestückt an verschiedenen «SVP bi de Lüt»-Veranstaltungen.

Ehrensache, dass der Gasthof am Sonntag nicht wie üblich um 18 Uhr schloss. Als Friedlis Wahl klar war, spendierte Brunner Freibier für alle. Er mag seiner Lebensgefährtin den Wahlerfolg gönnen: «Besser sie als ich!» Wie sie das mit der Arbeitsteilung zu Hause und im Betrieb in Zukunft machen, wissen die beiden noch nicht. Fest steht: Friedli, die das Wirtepatent besitzt, will im Betrieb weiterarbeiten. «Da bin ich nahe an der ländlichen Bevölkerung, für die ich mich auch in Bern einsetzen will.»

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Von Manuela Enggist am 25.10.2019