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  4. László Kish schwärmt von seiner Frau Ulrike Bliefert und verrät, warum Humor in der Liebe wichtig ist.

Persönliches Interview mit László Kish

«Die ersten 20 Jahre waren die Hölle»

In der Erfolgsserie «Wilder» spielt László Kish einen zwielichtigen Gemeindepräsidenten. Im echten Leben lässt der Basler lieber seinen Humor spielen. Warum ihm seine Mutter jede Woche ein Spielzeugauto schenkte und sein Vater ihn Bleivogel nannte.

Laszlo Kish, Schauspieler, Ulrike Biefert, Homestory, Neubrandenburg Deutschland, 2017, (c) Geri Born

László Kish, 63, bewohnt mit seiner Frau Ulrike Bliefert, 69, ein Backsteinhaus in Mecklenburg.

Geri Born

László Kish, Für welche Eigenschaft bekommen Sie immer wieder Komplimente?
Meine Frau schätzt meinen Humor. Unglaublich, mit wie vielen Dingen ich versucht habe, Frauen zu beeindrucken, bis ich gemerkt habe: Es ist der Humor!

Was ist das Kitschigste, das Sie je gemacht haben?
Ich und meine Frau haben in Venedig geheiratet. Ist das kitschig genug?

Erinnern sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
O ja! Sie hiess Monika Spiess, wir gingen miteinander zur Schule in Basel, da war ich etwa sechs Jahre alt. Es war eine heimliche Schwärmerei meinerseits. Sie hatte ganz lange Zöpfe, das fand ich toll. Ich hoffe, sie liest das jetzt.

Wie hätte Ihr Vorname als Mädchen gelautet?
Judith. Meine Eltern wollten unbedingt ein Mädchen. Das ging so weit, dass jeder den Kugelbauch meiner Mutter mit Judith ansprach. Und dann kam ich raus.

Was ist Ihre früheste Erinnerung?
Das mag jetzt merkwürdig klingen, aber ich erinnere mich daran, wie es im Bauch meiner Mutter war – an Klänge, Lichteindrücke und das Ge-fühl von Geborgenheit.

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Mein Vater und ich: «Da war ich sechs Jahre alt und mit meinem Vater irgendwo in Basel unterwegs. Er hiess auch László.»

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Was hatten Sie als Kind für einen Spitznamen?
Mein Vater hat mir immer «Ólommadár» gesagt. Das ist Ungarisch und bedeutet «Bleivogel». Er war stets der Meinung, dass ich langsam bin, und betrachtete das als etwas Schlechtes. Ich bin wirklich langsam, aber mittlerweile sehe ich das als Qualität.

Welche Bücher haben Sie beeinflusst?
Es klingt jetzt wie ein Verkaufsargument, aber mich inspirieren die Bücher meiner Frau Ulrike Bliefert. Ich schreibe auch gern, aber mir ist wurst, ob das, was ich schreibe, auch wirklich stimmt. Sie hingegen recherchiert jede Kleinigkeit für einen historischen Roman. Das ist beeindruckend!

Welche Musik hat Sie im Leben beeinflusst?
Als Kind kannte ich nur die Opern, die meine Eltern hörten. Damals dachte ich, das sei Musik. Bis ich zum ersten Mal Pink Floyd hörte.

Was ist das schönste Geschenk, das Sie als Kind erhalten haben?
Ich bekam jeden Mittwoch ein kleines Spielzeugauto von meiner Mutter. Das war aber eher ein Bestechungsmittel als ein Geschenk! Früher hatten Schulkinder am Mittwochnachmittag frei – ich nicht. Stattdessen musste ich eine Schule besuchen, wo ich die ungarische Kultur vermittelt bekam. Der Albtraum eines jeden Secondos! Als Wiedergutmachung bekam ich jede Woche ein Spielzeugauto.

Was ist Ihre peinlichste Modesünde?
Da muss ich an Don Johnson in der 80er-Jahre-Fernsehserie «Miami Vice» denken. Er trug immer ein Seidensakko mit hochgekrempelten Ärmeln und Schulterpolstern. Den Seich habe ich auch mitgemacht.

Ihr grässlichster Urlaub?
Eine Mittelmeerkreuzfahrt mit meinen Eltern, als ich 16 Jahre alt war. Das waren einfach nur zwei Wochen tödliche Langeweile!

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Mein Glücksbringer: «Mein Ehering ist eine Halskette. Aus praktischen Gründen: Beim Drehen kann ich nicht immer einen Ring tragen.»

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Haben Sie nachts einen Traum, der immer wiederkommt?
Die Matur verfolgte mich jahrelang! Ich sass jeweils vor einer Prüfung, die ich nicht bewältigen konnte, weil ich keine Antworten fand. Ich fühlte mich dann komplett ausgeliefert. So traumatisch war die Matur für mich! Die ersten 20 Jahre meines Lebens waren sowieso die Hölle. Deswegen mag ich die Idee der Reinkarnation auch nicht.

Glauben Sie denn daran?
Leider ja.

Die beste Idee Ihres Lebens?
Immer meinem Bauchgefühl zu folgen. So kann ich heute sagen: Ich bin rundum glücklich und zufrieden.

Welches Geräusch lieben Sie?
Wenn ruhige Wellen über einen Steinstrand fliessen und dabei Steine ins Rollen kommen. Und wenn ich mir dann noch vorstelle, dass mein Rücken ganz leicht verbrennt – ach, herrlich!

Welches Geräusch hassen Sie?
Mein Nachbar hat den Auspuff von seinem Motorrad entfernt, jetzt knattert er damit an Sonntagen durch die Gegend. Ich habe nichts gegen Motorräder, ich liebe sie sogar. Aber Motorräder müssen nicht laut sein!

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Zuletzt gekauft: «Eine Videokamera. Sie macht Videos in Kinoqualität und kann Gesichter erkennen – sie kommt aus China.»

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Haben Sie ein besonderes Talent, von dem niemand weiss?
Ich kann singen. Meine Frau sagt, ich könne nicht singen. Jeder, der mir jemals zugehört hat, sagt, ich könne nicht singen. Aber ich kann singen!

Angenommen, Sie könnten Wunder vollbringen: Was würden sie tun?
Ich würde die Angst abschaffen. Nicht die nützliche Angst, die etwa zum Rennen animiert, wenn man von einem Säbelzahntiger verfolgt wird. Sondern die Angst vor Ablehnung, vor dem Leben oder davor, nicht zu genügen.

Wenn Sie eine Frau wären für einen Tag, was würden Sie tun?
Ich würd mich einfach mal entspannen.

Sind Frauen so unentspannt?
Oft! Ich erlebe Frauen als perfektionistischer als Männer. Darüber bin ich froh! Wir wären längst ausgestorben, wenn Frauen nicht so wären. Ich würde ihnen aber einfach mal gönnen, durchzuatmen.

Von Rachel Hämmerli am 22.03.2021
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