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Simone Häcki & Urs Wietlisbach

Eine Partnerschaft mit Power

Er ist passionierter Sportförderer, sie unkonventionelle Ernährungsberaterin: Urs Wietlisbach und Simone Häcki haben viel gemeinsam. Warum das Unternehmerpaar den Grossteil des Milliardenvermögens spenden will. Und welches Lied es an der eigenen Hochzeit singen wird.

Urs Wietlisbach mit seiner Frau Simone 2020

In ein paar Wochen wird geheiratet: Urs Wietlisbach, Co-Gründer der Partners Group und Co-Präsident der Sporthilfe, und Ernährungsberaterin Simone Häcki.

Thomas Buchwalder

Herr Wietlisbach, 2021 ist ein Jubiläumsjahr für Sie.
Urs Wietlisbach: Weil ich 60 werde? Oder wegen 50 Jahren Sporthilfe?

Auch Ihre Firma, die Partners Group, wird 25 Jahre alt.
UW: Das war schon 2020. Der offizielle Gründungstermin war Ende 1995.

Was ist Ihr grösster Meilenstein?
UW: Mein Alter ist nicht erwähnenswert. Bei der Sporthilfe bin ich erst seit zwei Jahren dabei. Deshalb ist es klar der 25. Geburtstag der Partners Group.

Wie erklären Sie einem Kind, was die Partners Group macht?
UW: Wir investieren in private Firmen, Immobilien und Infrastrukturanlagen wie Wind- oder Solarprojekte, machen diese besser und veräussern sie nach fünf bis zehn Jahren wieder. Das Geld dafür bekommen wir von Versicherungen, Pensionskassen und Staatsfonds rund um die Welt.

Was ist Ihr Erfolgsrezept?
UW: Wir haben das Unternehmertum institutionalisiert. Dabei hinterfragen wir konstant den Status quo und suchen nach Verbesserungsmöglichkeiten. Dies machen wir in der eigenen Firma wie auch in allen Anlagen, wo wir für unsere Kunden investiert sind.

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Urs Wietlisbach mit seiner Frau Simone 2020

Die 43-jährige Unternehmerin wuchs in Küsnacht ZH und Luzern auf. Sie arbeitetet als Ernährungsberaterin und Mentaltrainerin (Paramediform, Powerhair). Simone Häcki ist Mutter von zwei Söhnen im Alter von 24 und 14 Jahren.

Thomas Buchwalder

Mit 18 Mutter geworden

Frau Häcki, war Ihnen die Partners Group ein Begriff, bevor Sie Urs kennengelernt haben?
Simone Häcki: Nein, weder die Firma noch der Name Urs Wietlisbach.
UW: Ich bin froh, dass man mich nicht kennt. Ich mache dieses Interview sowieso nur wegen der Sporthilfe.
SH: Ich komme aus dem Gesundheitsund Ernährungsbereich und bin in einer Arztfamilie aufgewachsen. In der Finanzbranche kenne ich mich nicht aus. Zum Glück, denn hätte ich es gewusst, hätte ich Urs wohl in die Banker-Schublade gesteckt, und wir hätten uns nie mehr wiedergesehen (lacht).

Wo und wie lernten Sie sich kennen?
UW: Am 23. Januar 2019 in «Das Zelt».
SH: Wir waren beide eingeladen und sassen per Zufall nebeneinander. Da hat es bei beiden gefunkt.
UW: Im Mai 2020 haben wir uns verlobt. Und in ein paar Wochen heiraten wir in Arosa.
SH: Im kleinen Kreis, mit Familie und wenigen Freunden, je nachdem was Corona zulässt.

Sie sind beide Unternehmer. Was heisst das für Sie?
SH: Ich bin bereits mit 18 Mutter geworden und habe mich mit 23, direkt nach dem Studium, als Mentaltrainerin und Ernährungsberaterin selbstständig gemacht. Das war für mich die einzige Möglichkeit, alles unter einen Hut zu bringen. Das Unternehmertum hat mich viel gelehrt. Und es braucht Mut, denn man muss Risiken eingehen.
UW: Absolut! Als ich mit Alfred Gantner und Marcel Erni die Partners Group gegründet habe, meinte mein Vater, dass wir spinnen. Zuvor arbeitete ich bei Goldman Sachs und verdiente gut. In der eigenen Firma zahlten wir uns in den ersten zwei Jahren keinen Lohn.

Urs Wietlisbach mit seiner Frau Simone 2020

Der 59-jährige Unternehmer ist Co-Gründer der Partners Group mit über 1500 Mitarbeitenden. Zudem präsidiert Urs Wietlisbach zwei Institutionen der Sportförderung: passionschneesport.ch und teamsuisse.ch (Schweizer Sporthilfe).

Thomas Buchwalder

Ernährung und Haarausfall

Frau Häcki, wer kommt zu Ihnen als Ernährungsberaterin? Und warum?
SH: Zu uns kommen primär Leute, die abnehmen wollen – von zwei Kilo bis siebzig Kilo. Meine Kunden wollen in ihre Gesundheit investieren und erhalten bei uns eine nachhaltige Lösung und keine Diät. Das Problem ist, dass heute ein Rüebli, eine Tomate, ein Apfel einen markant tieferen Nährwert haben als früher. Wir müssten das Doppelte oder Dreifache essen, um auf unser Tagessoll zu kommen. Daher haben so viele Menschen Mangelerscheinungen und Allergien.

Was raten Sie?
SH: Wir begleiten unsere Kunden in mehreren Phasen: die Abnahmephase, die Haltephase, die Nachbetreuung. Das Abnehmen muss nachhaltig sein, ein Jo-Jo-Effekt tut dem Körper nicht gut. Wir machen nur Einzelberatungen, weil nicht jeder Mensch den gleichen Stoffwechsel oder Tagesrhythmus hat. Und unsere Kunden müssen viel essen, um abzunehmen. Wir schauen nicht auf die Kalorien.

Ja?
SH: Der Magen ist wie ein Brennofen. Um zu verbrennen, muss man richtig einfeuern, die richtigen Stoffe geben.

Herr Wietlisbach, haben Sie Ihre Ernährung umgestellt?
UW: Ich esse heute tatsächlich anders und gesünder und nehme Simones spezielle Nahrungsergänzungsmischung.

Was hat es in Ihrem Kühlschrank?
SH: Naturjoghurt, Gemüse, Salat, Fleisch aus der Region, Fisch, Hafermilch, Kuhmilch.

Also nicht vegetarisch oder vegan?
SH: Nein, ausgewogene Ernährung.

Wie stehts mit Süssem und Alkohol?
UW: Das essen und trinken wir auch, aber mit Mass.
SH: Wir kochen sehr gerne zusammen, und wir schätzen gutes Essen.

Sie haben auch ein Mittel gegen Haarausfall entwickelt: Powerhair. Es sei das einzige Mittel, das funktionieren soll. Echt jetzt?
UW: Ich habe es zuerst auch nicht geglaubt. Doch bevor ich Simone traf, erfuhr ich in meinem Umfeld von mehreren Leuten, dass Powerhair bei ihnen gewirkt habe. Ich selbst kriegte damit wieder dunklere Haare, auch meine Entzündungen an mehreren Sehnen im Körper sind weg. Und beim Aufstehen am Morgen tut mir nichts mehr weh.
SH: Bei meinen Kunden in der Ernährungsberatung war Haarausfall immer wieder ein Thema. Also habe ich eine individuell angepasste Nahrungsergänzungsmittel-Rezeptur entwickelt. Viele sind skeptisch, weil andere Mittel eben nicht funktionieren. Doch Powerhair füllt die Nährstoffspeicher im Körper auf, lässt so das Haar wieder wachsen und gibt einem ein generell besseres Körpergefühl.

Reden wir über Sport. Interessieren Sie sich dafür, Frau Häcki?
SH: Ich interessiere mich für Gesundheit. Wenn der Sport der Gesundheit dient, bin ich dafür zu haben (lacht).
UW: Simone hat jetzt sogar angefangen, mit mir Skirennen zu gucken.
SH: Das habe ich als Kind auch schon getan. Aber nur in den Skiferien, da wir daheim keinen Fernseher hatten.
UW: Ich schätze die Spitzensportler. Sie sind Vorbilder in ihrer Lebenseinstellung. Es ist doch schön, wenn sich Junge von ihnen inspirieren lassen und deshalb Ski fahren, langlaufen oder Tennis spielen, statt nur vor der Konsole zu sitzen.

Treiben Sie auch Sport?
UW: Ich habe als Junior bei den Kadetten Schaffhausen Handball gespielt. Heute ist der Skisport meine grösste Passion. Über das regionale Leistungszentrum Hoch-Ybrig bin ich auch in die Skisportförderung «gerutscht». Spätestens ab 16 Jahren ist Skirennfahren für die Eltern mit grossem finanziellem Aufwand verbunden. Daher habe ich zusammen mit Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann die Stiftung Passion Schneesport gegründet, um den Nachwuchs zu unterstützen. Im Jahr verteilen wir 1,5 Millionen Franken an über 100 junge Athletinnen und Athleten.

Urs Wietlisbach mit seiner Frau Simone 2020

Spielen ist ein gemeinsames Hobby. Doch beim Töggelen daheim in Schindellegi SZ ist Simone Häcki gegen Urs Wietlisbach chancenlos.

Thomas Buchwalder

Jeder Sport-Fan sollte seinen Beitrag leisten

Seit 2018 sind Sie auch Co-Präsident der Schweizer Sporthilfe.
UW: Ja, zusammen mit dem früheren FCB-Präsidenten Bernhard Heusler. Die Sporthilfe unterstützt 1170 Athletinnen und Athleten, darunter viele Junioren. Die Spitzensportler kriegen 12 000 oder 24 000 Franken im Jahr, ein paar wenige 30 000 Franken. Zum Vergleich: In Deutschland sind 1700 Spitzensportler direkt vom Staat angestellt und verdienen über 30 000 Euro. Auch in Italien und Österreich finanziert der Staat die Athleten. Unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren das Budget der Sporthilfe zu verdoppeln, sodass die über 500 Schweizer Spitzensportler je 30 000 Franken erhalten.

Wie wollen Sie das schaffen?
UW: Einerseits sollen sich vermögende Privatpersonen und Firmen über den Gold- und Platin-Club engagieren. Andererseits haben wir den neuen Athletenförderclub Team Suisse gegründet. Hier suchen wir Mitglieder aus der Bevölkerung. Mit 50, 100 oder 200 Franken ist man dabei.

Was hat man davon?
UW: Das Team Suisse ist die multisportive Nationalmannschaft der Schweiz, die Athleten und die Fans, alle. Dabei sind Einzelsportler aus über 70 Sportarten, die an Olympischen Spielen an den Start gehen. Praktisch alle wurden einmal von der Sporthilfe unterstützt. Beat Feuz, Nino Schurter, Belinda Bencic, Giulia Steingruber und selbst Roger Federer als Junior. Momentan zählen wir 15 000 Gönner. Mit dem neuen Team Suisse haben wir die Vision von 100 000 Mitgliedern. Was man davon hat? Jeder sportinteressierte Schweizer, der sich über Schweizer Medaillen an Wettkämpfen freut, sollte seinen Beitrag leisten – nach dem Motto: Jeder Team-Suisse-Franken zählt. Und man profitiert von Vorteilen an Sportevents und bei Sporthilfe-Partnern.

Der Bund unterstützt den Sport im Corona-Jahr auch mit 100 Millionen.
UW: Ja, doch dieses Geld fliesst ausschliesslich an Verbände und professionelle Ligen. Einzelsportler wie Ruderer, Schwimmer, Leichtathleten oder Ringer sind explizit ausgeschlossen. Das enttäuscht mich schon, das ist nicht fair. Wir hatten bei der Sporthilfe Mühe, gleich viel Geld wie im Vorjahr auszahlen zu können. Unsere wichtigste Einnahmequelle, der Super10Kampf, ist ausgefallen. Daher habe ich der Sporthilfe selber eine Million Franken gespendet.

Urs Wietlisbach mit seiner Frau Simone Häckl 2020

An einer Vorstellung in «Das Zelt» sassen Simone Häcki und Urs Wietlisbach per Zufall nebeneinander. «Da hat es bei beiden gefunkt.»

Thomas Buchwalder

Auch im Gesang ein Traum-Duo

Sie sind Milliardär. Wollen Sie so der Gesellschaft etwas zurückgeben?
UW: Ja, auch. Aber es bringt nichts, wenn nur eine Person spendet. Das System muss stimmen.

Gilt das auch für Ihre Wietlisbach Foundation?
SH: Unbedingt. Wir wollen diese so ausrichten, dass es den grösstmöglichen Mehrwert gibt.
UW: Deshalb habe ich mich auch dem «Giving Pledge» verpflichtet.

Das ist die Initiative von Bill Gates & Co.: Reiche Menschen sollen einen Grossteil ihres Vermögens spenden.
UW: Genau. Ich werde 10 Prozent vererben, was immer noch genug ist. 90 Prozent des Vermögens sollen über die Wietlisbach Foundation zurück an die Menschheit fliessen.
SH: Das ist auch ein gemeinsamer Wert von uns: Es zählt nicht, wie viel Geld oder wie viele Besitztümer man hat. Sondern welche Spuren man hinterlässt. Was man in seiner Lebenszeit bewirken konnte.

Was haben Sie sonst gemeinsam?
SH: Wir spielen zusammen. Am liebsten Backgammon.
UW: Ich auch Schach mit dem Junior. Sowie Tischtennis, Billard, Töggelen.
SH: Wir machen Sport zusammen, wir lesen, kochen, tanzen und reisen gerne. Und wir singen.

Singen? Gemeinsam?
SH: Ja, wir nehmen Gesangsunterricht, jeweils drei Stunden am Stück.
UW (singt): Tell me somethin’ girl …
SH: «Shallow» von Lady Gaga und Bradley Cooper ist unser Lieblingssong. Den werden wir auch an unserer Hochzeit zusammen singen.

Von Stefan Regez am 10.01.2021
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