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Nach nur anderthalb Monaten bei CNN Money Switzerland

Ex-SRF-Frau Patrizia Laeri verliert ihren Job

Nach zweieinhalb Jahren wird der Wirtschaftssender CNN Money Switzerland eingestellt. Betroffen vom Aus ist auch Patrizia Laeri, die erst im Juli ihren Posten als Chefredaktorin angetreten hatte.

Patrizia Laeri

War während eineinhalb Monaten Chefredaktorin von CNN Money Switzerland: Patrizia Laeri.

David Biedert

Erst Anfang Juli hat Patrizia Laeri, 43, ihre neue Stelle bei CNN Money Switzerland angetreten. Auf ihren Posten als Chefredaktorin beim englischsprachigen Wirtschaftssender freute sich die frühere «SRF Börse»-Frau sehr. «Ich bin hoch erfreut, CNN Money Switzerland beizutreten und Teil der Expansion einer innovativen und dynamischen Medienorganisation zu sein», erklärte sie Anfang April gegenüber «Blick».

Nun ist Laeris neue Aufgabe nach anderthalb Monaten schon wieder Geschichte. Wie der Wirtschafts-TV-Sender am Montagabend mitteilte, wird der Betrieb eingestellt. Am Sonntag war in einer Krisensitzung des Vewaltungsrats beschlossen worden, Konkurs anzumelden. Die sinkenden Einnahmen wegen der Coronavirus-Pandemie seien beträchtlich gewesen, die Umsätze des Unternehmens eingebrochen, heisst es weiter. Der Sachwalter werde nun die Liquidation der Gesellschaft in die Wege leiten. Es werde alles unternommen, um die Folgen dieses Entscheids für die 25 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu begrenzen, teilte das Unternehmen mit. 

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«Ein trauriger Tag für den Wirtschaftsjournalismus»

Laeri, eine der 25 betroffenen Mitarbeitenden, bezeichnet den Montag im Interview mit dem «Tagesanzeiger» als «traurigen Tag für den Wirtschaftsjournalismus in der Schweiz». «Das Land verliert den einzigen TV-Wirtschaftssender abseits der SRG-TV-Formate», begründet sie. 

Besonders bedauerlich: Am 27. August wäre das von Laeri entwickelte deutschsprachige Format «#DACHelles» lanciert worden. «Wir waren bereit für einen Relaunch am nächsten Montag, wollten endlich mehr Menschen für Wirtschaft begeistern, trockene Daten und Zahlen erlebbar machen, komplexe Zusammenhänge einfach und bildstark erklären», sagt Laeri. «Das werden wir nun nicht mehr tun können.» Dennoch gibt sie sich zuversichtlich, dass sie das Format «#DACHelles» retten kann. «Mehrere Medienplattformen haben mir signalisiert, dass sie die Sendung zeigen wollen.»

«Ich bereue nichts»

Obschon sie ihren neuen Job nach anderthalb Monaten bereits wieder verliert, hadert Laeri nicht mit der Entscheidung, dem SRF den Rücken gekehrt zu haben. «Ich bereue nichts», sagt sie. «Die letzten Monate waren eine wertvolle Lebensschule.» Sie sei als Krisenmanagerin sehr gefordert gewesen. «Wir haben trotz Krisenmodus neue, frische Formate auf die Beine gestellt.»

Anfang April hatte Laeri angekündigt, das SRF per Ende Juni verlassen zu wollen. Nach 18 Jahren auf verschiedenen Redaktionen, zuletzt bei «Eco» und «SRF Börse», sagte sie dem Leutschenbach Adieu. Voller Dankbarkeit, wie damals in der Mitteilung spürbar wurde. «SRF hat mir die Türen zur Welt geöffnet.»

Von Ramona Hirt am 18.08.2020
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