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Nik Hartmann über die Corona-Angst

«Gelassen darf jetzt gar niemand mehr sein»

Wie nehmen Prominente die aktuelle Lage rund um das Coronavirus wahr? Welche Fragen treiben sie um, welche Befürchtungen haben sie? Schweizer-illustrierte.ch hat unter anderem mit TV-Moderator Nik Hartmann darüber gesprochen.

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Nik Hartmann mahnt in der aktuellen Lage zur Ruhe: «Nicht gescheiter sein wollen als das BAG und die WHO zusammen.»

SRF

Die Meldungen rund um das Coronavirus überstürzen sich. Was macht das mit Ihnen?
Nik Hartmann: Mir geht es wie allen anderen Menschen auf der Welt auch: Ich befolge die Ratschläge des BAG und der WHO und sehe mich auch als gesunder Mann in der Pflicht, mitzuhelfen, dass diese Pandemie vorübergeht. Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft beunruhigen mich natürlich. Gelassen darf jetzt gar niemand mehr sein. Aber es ist jetzt ganz wichtig, Ruhe zu bewahren, die Hoffnung nicht aufzugeben, dass im Sommer alles vorüber sein wird.

Was ist Ihre grösste Befürchtung?
Dass es leider auch hier egoistische Menschen gibt, die versuchen, Profit aus dieser Situation zu schlagen. Auf Kosten der Verbreitung der Pandemie. 

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Auch bei Hartmanns Söhnen Constantin (M.) und Frederik ist das Thema Corona allgegenwärtig.

Kurt Reichenbach
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Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie das Wort Notstand hören?
Ich will mir nichts darunter vorstellen. Im Moment gibt es einen solchen für uns ja nicht. Ich werde ihn annehmen, wenn er dann käme. 

Welche Massnahmen treffen Sie im Alltag?
Ich habe wenig Kontakt zu anderen Menschen, wasche die Hände regelmässig und beobachte mich und meinen Körper genau.

Inwiefern sind Sie in Ihrem Job betroffen von der aktuellen Situation?
Mir sind bis jetzt drei Jobs flöten gegangen, die ich aber verkraften kann. Ansonsten bin ich wirklich verschont geblieben.

Überlegen Sie sich, nicht in die Ferien zu reisen?
Unsere nächsten Ferien sind im August. Da haben wir noch ein wenig Zeit, uns Gedanken zu machen. 

«Gelassen darf jetzt gar niemand mehr sein»

Inwiefern wird das Thema Corona bei Ihnen am Familientisch thematisiert?
Das ist natürlich allgegenwärtig. Frederik kam zu Beginn der Epidemie jeden Morgen mit den neuen Infektionszahlen an den Frühstückstisch. Mittlerweile hat auch er den Überblick verloren.

Gibt es Fragen oder gar Ängste der Kinder, denen Sie begegnen?
Nein, die sind alt genug, die Tragweite zu verstehen. Das Thema wurde auch in der Schule ausführlich behandelt. 

Wie erleben Sie die Leute im Alltag, nehmen Sie einen Rückgang der Solidarität wahr respektive eine Zunahme von ängstlichen Leuten oder gar «Kontrolleuren»?
Ich bin zurzeit im Engadin. Da ist es in den Gassen und im Dorfladen selbstverständlich das Gesprächsthema. Doch macht es das frühlingshafte Wetter und die malerische Umgebung hier oben nicht leichter, die Dringlichkeit der Situation zu verstehen.

Was glauben Sie wird Corona mit unserer Gesellschaft machen – werden wir alle zu Egoisten oder gar Menschenfeinden jetzt, im Sinne von: Misstraue deinem Nächsten? 
Oh nein, das hoffe ich eben gerade nicht. Es soll uns zu mehr Solidarität und Empathie treiben. Wir sind alle gleich. Aber Arschlöcher gibt es immer und überall. 

Haben Sie das Gefühl, als Moderator nun die Tonalität anpassen zu müssen – oder finden Sie: Business as usual im Job?
Ich stand bis jetzt noch gar nicht konkret vor dieser Frage. Aber ich verstelle mich auch in Zeiten ohne Coronavirus nicht vor der Kamera oder gebe vor, ein anderer zu sein als im «richtigen» Leben, somit ist mein Business as usual auch sonst ziemlich authentisch. 

Was ist für uns alle jetzt am wichtigsten?
Sich nicht verrückt machen lassen von all den Nachrichten, Ruhe bewahren und nicht gescheiter sein wollen als das BAG und die WHO zusammen.

Von Tom Wyss am 14.03.2020
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