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«Wieso habe ich das? Wieso ich?»

Gülsha Adilji leidet an Endometriose

Erstmals spricht Gülsha Adilji öffentlich über ihre Endometriose-Erkrankung. Ein Thema, das viel mehr Leute kennen müssten, so die Moderatorin.

Gülsha

Gülsha Adilji: «Es ist wichtig, dass man weiss, dass es nicht einfach ‹normale Tage› sind.»

Geri Born

«Das sind so krasse Schmerzen, das hält man wirklich nicht aus. Es ist so, als hätte ich 45 Messer in meinem Unterleib, und die werden bewegt durch irgendeine Kraft.» Mit diesen Worten beschreibt Gülsha Adilji die Schmerzen, die sie monatlich hat. «Ich kann nicht mehr laufen, ich kann nicht liegen, ich schwitze einfach und weine.»

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Die 35-Jährige leidet an Endometriose, wie sie nun erstmals im Interview mit dem SRF-Webprojekt «We, myself and I» erzählt. Endometriose ist eine chronische, entzündliche und durch Hormone gesteuerte Erkrankung, bei welcher sich Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutterhöhle ansiedelt und zu extremen Perioden- und Unterleibsschmerzen führt.

Wegen der Schmerzen sei sie auch schon im Spital gelandet, als sie die Diagnose noch nicht hatte, erzählt die ehemalige Joiz-Moderatorin. «Dann wurde mir einfach der Blinddarm rausoperiert.» Die Ärzte hätten damals einfach das Naheliegendste angenommen. «Ich finde, es ist auf jeden Fall ein Thema, das viel mehr Leute kennen müssen. Es ist wichtig, dass man weiss, dass es nicht einfach ‹normale Tage› sind.»

Gülsha Adilji: «Ich quäle mich halt zum Job»

Gülsha Adilji selber steht nun also hin und spricht offen über ihre Erkrankung und ihren Umgang damit im Alltag. Sie melde sich sonst eigentlich nie krank. «Wir sind Frauen, wir haben unsere Tage. Wegen den Tagen bleibt man nicht zuhause» – das sei auch bei ihr so fest drin. «Wirklich, ich quäle mich halt zum Job, weil das halt einfach auch bei uns eingebrannt ist.» Sie sei auch schon fast kollabiert während eines Drehs und konnte nicht mehr weiterdrehen. «Dann habe ich gesagt, ich hätte Migräne, weil ich mich nicht getraut habe zu sagen, dass ich die Periode habe.»

Schockierend sei für sie auch die Botschaft gewesen, dass sie wegen ihrer Erkrankung eventuell keine Kinder kriegen könne. «Es heisst nicht, dass wenn man Endometriose hat, keine Kinder kriegen kann, sondern, dass es eventuell schwieriger ist.» Sie habe sich gar nicht damit auseinandersetzen wollen. «Aber ich musste mich ja mit dem Thema befassen und dann habe ich innerlich gespürt, dass das eine Frage ist, die tatsächlich noch nicht jetzt beantwortet werden muss.»

Wütend sei sie nicht, dass sie Endometriose habe – zumindest jetzt. Aber wenn sie ihre Tage bekomme, dann sei sie einfach wütend und finde: «Wieso habe ich das? Wieso ich?»

 

Von TB am 13.09.2021
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