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Kabarettistin Rebekka Lindauer

«Ich hatte ein Velo mit Bananensattel»

2020 hätte ihr grosses Jahr werden sollen – dann kam Corona. Jetzt feiert die Zürcher Kabarettistin Rebekka Lindauer endlich mit ihrem Soloprogramm Premiere. Warum sie mal fast keine Haare mehr hatte und weshalb Sport ihr Angst macht.

Rebecca Lindauer Persönliches Interview 38

Das Soloprogramm «Héroïne» von Rebekka Lindauer, 37, gibts am 24., 25. und 26. September im Miller’s in Zürich.

HO

Rebekka Lindauer, was war Ihr Spitzname als Kind?
«La Rebelle» – ich weiss auch nicht warum (lacht).

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Was an Ihnen ist nicht normal?
Ich lache manchmal in unangebrachten Situationen. Vermutlich habe ich darum auch einen Hang zum schwarzen Humor.

Ihre früheste Erinnerung?
Ein Spielplatz in Athen mit bunten Schaukeln in Raketenform, wo man reinsitzen und quasi direkt ins All fliegen konnte. So was würde dem drei Meter hoch eingezäunten, monochromen Spielplatz bei der Blatterwiese, den die Zürcherinnen und Zürcher liebevoll «Guantanamo» nennen, vielleicht auch guttun?

Als Sie Kind waren: Was haben Ihre Eltern da immer zu Ihnen gesagt? 
Nein – natürlich völlig unbegründet (lacht).

Welches war der schönste Tag Ihres Lebens?
Der Tag, an dem mein Nachbar auszog. Gewiss nicht der schönste Tag meines Lebens, aber ein Moment der Freude.

Als Sie 16 waren: Wie sah da Ihr Zimmer aus?
Stets top aufgeräumt, im Chaos kann ich nicht klar denken. Ich räume auch immer auf oder um, wenn ich andere Dinge herauszögere, und bin auch sonst sehr an Einrichtung interessiert.

Rebecca Lindauer, Kabarettistin

Ihr liebstes Kleidungsstück: Eine Hemdbluse. Die geht immer.

HO

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Nein, aber er sich bestimmt an mich …

Welche Bücher, Filme und Musik haben Ihr Leben massiv beeinflusst?
Bob Dylan und Neil Young haben mich musikalisch stark geprägt. Mir gefällt die Ästhetik in den Filmen von Wes Anderson, und ich mag die Bücher von Markus Werner.

Ihre peinlichste Modesünde?
Ich habe mir mal meine langen Locken chemisch strecken lassen. Beim ersten Waschen fielen sie bereits büschelweise aus, und die restlichen brachen später ab. Ich sah aus wie Edward mit den Scherenhänden. Ein Graus, danach gab es einen Short Bob.

Ihr ulkigstes Mundartwort?
Schmurpel, das Wort ist ein Allrounder. So nenne ich auch Menschen, die ich mag.

Haben Sie Allergien?
Eine Milchallergie, die mich massiv in meiner Dessert-Passion einschränkt.

Ihr grässlichster Urlaub?
Paris. Mit dieser Stadt wurde ich nie warm, da würde ich Lyon immer vorziehen. Lyon ist entspannter, die Stadt von Kochgott Paul Bocuse und mein Kraftort.

Handy Hintergrund

Ihr Handy-Hintergrund: Mit einem grossen Schnitzel belohnt sie sich gerne.

HO

Wie hätte Ihr Vorname als Bub gelautet?
John.

Ihr schönstes Geschenk als Kind?
Ein Bonanza-Velo mit Bananensattel, Hirschgeweihlenker, Wimpel und farbigen Lenkerfransen. Ein absoluter Traum. Ich habe heute noch grosse Freude an schönen Velos.

Das Kitschigste, was Sie je gemacht haben?
Heiraten.

Die beste Idee Ihres Lebens?
Scheitern in Kauf zu nehmen.

Und die dümmste?
Aus Angst vor dem Scheitern nicht das zu tun, was ich eigentlich stets wollte.

Haben Sie nachts einen Traum, der immer wiederkommt?
Ich träume immer wieder vom Fliegen. Ich fliege stets an derselben Strasse. Erst laufe ich schnell, hebe dann in der Kurve ab und fliege im Froschbeinschlag um die Häuser.

Welches Geräusch lieben Sie?
Das Geräusch einer Stoffschere, die in Seidenstoff schneidet.

Wovon träumen Sie schon lange, trauen sich aber nicht, es zu tun?
Sport – so richtig und regelmässig. Ich habe einfach Angst, dass es mir am Ende noch gefallen könnte und ich der Selbstoptimierung zum Opfer falle.

Für welche Eigenschaften bekommen Sie immer wieder Komplimente?
Fürs Kochen. Ich liebe es, Menschen, die ich mag, ausgiebig zu bekochen.

Ihr Lieblingsbild im Fotoalbum aus Kindertagen?
Ich, etwa zwei Jahre alt, voll am Strahlen, mit Kuchen in beiden Händen und dem ganzen Gesicht voller Schokolade.

Rebekka Lindauer, Kolumne, 50 Jahre Frauenstimmrecht, SI 18/2021

Rebekka Lindauer liebt die Serie «Monty Python’s Flying Circus» und sie hat einen speziellen Tick: Bevor sie aus dem Haus geht, muss sie immer nochmals nachschauen, ob sie die Tür abgeschlossen oder den Herd ausgeschaltet hat.

Geri Born

Wie sind Sie, wenn Sie betrunken sind? Und: Was können Sie alkoholisiert besser als in nüchternem Zustand?
Betrunken bin ich zum Glück nur äusserst selten, da ich grundsätzlich nicht gerne die Kontrolle verliere. Aber wenn ich es mal bin, kann es schon heiter werden. Das Schamgefühl lässt nach, und genau das ist ja das Problem.

Womit belohnen Sie sich selbst?
Mit einem richtig schönen, grossen Wiener Schnitzel in guter Gesellschaft.

Ab welchem Geldbetrag ist man Ihrer Meinung nach reich?
Ich denke, ab dem Betrag, wo man nicht mehr rechnen muss, was für den Grundbedarf drinliegt und was nicht.

Angenommen, Sie könnten Wunder vollbringen – Superkräfte inklusive: Was sind Ihre ersten drei Taten?
Als Erstes würde ich sofort diese Corona-Kackbratze für immer eliminieren, mich dann der Klimakrise widmen und anschliessend im grossen Stil Geld umverteilen.

Sie erhalten einen Preis für Ihr Lebenswerk. Wer soll die Hommage halten?
Lara Stoll mit Horneinlage und Randale.

Von Sandra Casalini am 26.09.2021
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