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Christa Rigozzi über das Zugfahren mit Maske

«Ich hätte mir mehr Selbstverantwortung gewünscht»

Wer ihr auf Instagram folgt, weiss: Moderatorin Christa Rigozzi nutzt, wenn immer möglich, den Zug, um durch die Schweiz zu reisen. Im Interview erzählt die Tessinerin von freundlichen Fans und wie sie zur neuen Maskenpflicht im ÖV steht.

Christa Rigozzi im Zug

Chirsta Rigozzi fährt, wenn immer möglich, mit dem Zug zu ihren Engagements. Dieses Bild entstand vor Einführung der Maskenpflicht.

ZVG

Christa Rigozzi, liege ich richtig, wenn ich behaupte, dass du die meiste Zeit mit dem Zug unterwegs bist?
Ich fahre schon viel mit dem Zug, aber mir ist intelligente Mobilität wichtig. Wenn ich mehrere Termine an einem Ort wie zum Beispiel Zürich oder Lausanne habe, dann nehme ich sehr gerne den ÖV. Muss ich aber an einem Tag an verschiedene Orte, dann fahre ich mit dem Auto. Auch wenn wir «Bauer, ledig, sucht...» drehen, bin ich meist mit dem Auto unterwegs. Die Höfe sind oft sehr abgelegen, sodass man mit dem Zug gar nicht dahin kommt. 

Was ist für dich der Vorteil am Zugfahren?
Ich kann etwas länger schlafen, weil ich mich nicht zu Hause schminken muss. Das erledige ich dann im Zug. Seit Corona ist das natürlich etwas weniger entspannt, als vorher — wegen der Maske. Normalerweise konnte ich mich immer an meinem Platz parat machen, heute zum Beispiel musste ich ins WC. Aber das ist nicht so ein Problem für mich. Ausserdem kann ich im Zug arbeiten. Ich schreibe Mails, führe Interviews, wie jetzt gerade, und betreue meine Social-Media-Kanäle. Ich habe einfach etwas Zeit für mich, die ich im Auto nicht so vielseitig nutzen kann. 

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ZVG

Seit über einer Woche gilt die Maskenpflicht im ÖV, wie ist das für dich?
Ich bin jetzt gerade mit Maske im Zug und auch als wir am Wochenende mit den Kids einen Ausflug mit der Bahn gemacht haben, haben Gio und ich Masken getragen. Seit Beginn der Pandemie hatte ich eigentlich immer meine Maske dabei, brauchte sie aber sehr selten. Wenn ich unterwegs bin, am frühen Morgen oder späten Abend, dann sind die Züge meist leer. War es doch mal voll und die Abstandsregeln konnten nicht eingehalten werden, habe ich meine Maske immer getragen. Ich wäre froh gewesen, wenn es dabei geblieben wäre, dass man auf die Selbstverantwortung der Passagiere setzt.

Hat sich die Stimmung seit der Maskenpflicht verändert?
Es geht. Ich habe es zweimal erlebt, dass Passagiere sich geweigert haben, ihre Masken zu tragen. Der Kondukteur hat sie darum gebeten und es brach ein Streit aus. Das sind nicht so schöne Situationen. 

Wirst du im Zug oft angesprochen?
Ja, das kommt besonders in der zweiten Klasse oft vor. Jetzt habe ich ein GA für die erste Klasse und da sind die Leute, so wie ich auch, oft am Arbeiten und in ihre Unterlagen vertieft. Generell sind die Schweizer sehr anständig, sie fragen höflich nach einem Selfie oder begrüssen mich nett. Das finde ich sehr schön.

Christa Rigozzi

Wenn die Tessinerin mehrere Termine gleichzeitig hat oder mit der Familie in die Ferien fährt, nutzt sie ihren Seat.

ZVG

Hattest du schon einmal spezielle Begegnungen im Zug?
Man kommt immer wieder mit anderen Menschen ins Gespräch und oft ist das sehr interessant. Leider habe ich häufig viel zu tun, sodass ich in meine Arbeit vertieft bin. Ich erinnere mich aber, dass ich einmal Touristen aus Amerika im Speisewagen kennengelernt habe und schlussendlich haben wir zusammen einen Apéro getrunken und den Geburtstag des einen im Zug gefeiert. Das war sehr lustig.

Was sind deine Lieblingsstrecken?
Ich bin letztens von Lausanne nach Vevey gefahren, das ist wunderschön! Man hat vom Zug aus eine tolle Aussicht auf den See. Auch empfehlenswert ist die Reise von Bellinzona nach Mailand und dann weiter nach Florenz. Die Fahrt führt erst durch ländliche Gegenden und dann kommt man plötzlich in einer grossen Stadt an. Von Basel nach Strassburg, die Zugfahrt ist auch sehr lohnenswert. Meistens fahre ich aber von Bellinzona nach Zürich, diese Strecke ist nicht so praktisch für mich, man ist meist im Tunnel und hat schlechten Empfang. Das heisst, ich kann nicht so gut arbeiten. 

Was muss bei jeder Zugfahrt dabei sein?
Meine beiden Handys und Wasser. Ah, und seit neustem natürlich meine Schutzmaske.

Geht ihr auch als Familie mit dem Zug in die Ferien?
Wir haben immer so viel Gepäck und die Mädchen sind auch sehr aufgeweckt. Das wäre uns zu viel. Wenn wir nach Italien oder Spanien ans Meer fahren, dann mit dem Auto. Vor Ort machen wir aber sehr gerne Ausflüge mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das ist entspannter.

Christa Rigozzi mit Maske

Seit der Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln, gestaltet sich das Arbeiten für Christa Rigozzi schwieriger. 

ZVG

Dieses Jahr ist ja alles anders: Wie plant ihr eure Ferien?
Ja, das ist für uns schon sehr komisch. Wir sind es gewohnt, dass wir immer etwas geplant haben und einmal im Jahr ans Meer fahren. Gio und ich haben aber beschlossen, dass wir dieses Jahr vorwiegend Ferien in der Schweiz machen. Letzte Woche waren wir im Graubünden. Wir haben das ganz spontan gemacht und uns nach dem Wetter gerichtet. Ich habe immer geschaut und als es schön wurde, haben wir gebucht. Den Juli verbringen wir aber eh meist im Tessin und geniessen unser Zuhause. Im August werden wir, wenn es die Coronasituation zulässt, eventuell ein paar Tage an den Strand fahren. Aber auch das machen wir von der Pandemie abhängig.

Was sind deine Tipps für Ferien mit Kindern in der Schweiz?
Die Tage in Graubünden waren wunderschön. Wir haben die Rheinschlucht besucht. Dort waren wir wandern. Dann sind wir mit den Mädchen in Arosa den Eichhörnliweg gelaufen, wo sie die Tiere füttern konnten. Auch der Caumasee ist sehr sehenswert. Und natürlich ist das Tessin immer herrlich. Da hat man das süsse Leben und das volle Feriengefühl. Auch meine Familie und ich sehen das so, obwohl wir dort zuhause sind. 

Von Berit-Silja Gründlers am 20.07.2020
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