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Das persönliche Interview mit Patrick Fischer

«Ich küsste Vanessa, dann war sie krank»

Der Zuger Patrick Fischer ist der charismatische Trainer der Schweizer Eishockey-Nati. Der 44-Jährige spricht über Spiritualität, die Angst vor einer Tapete und den einen Schmerz, welchen er gerne einmal erleben würde.

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Patrick Fischer ist erfolgreicher Nati-Trainer. Im Mai tritt er an der Heim-WM auf die grosse Bühne.

Gian Marco Castelberg

Welches ist das schönste Geschenk, das Sie als Kind bekommen haben?
Alle Hockey-Geschenke sind mir in Erinnerung. Ob das ein neuer Helm war, Schlittschuhe oder sonst was. Einmal bekam ich ein grünes Kettler-Mountainbike. Aber der Vater konnte das, wie fast immer, nicht für sich behalten. (Lacht.) Er hatte immer so Freude, dass er zu uns kam und uns flüsternd alles verriet. Die Mutter regte sich wahnsinnig auf.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Ja. Das war in der Primarschule. Sie hiess Vanessa. Wir waren nicht lange zusammen. Ich weiss noch, wie ich ihr einen Kuss auf die Wange gab. Danach war sie eine Woche lang krank. (Lacht.) Ich brachte sie offensichtlich aus dem Konzept. Das war in der Primarschule ja sehr kompliziert. Du fragst, ob sie mit dir geht, aber was danach kommen soll... Keine Ahnung.

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Als Sie 16 waren, wie sah Ihr Zimmer aus?
Es war tapeziert mit Postern von Kiss, Mötley Crüe und AC/DC. Wir waren die Heavy Metal Crew von Zug. Heavy Metal war für uns das grosse Ding.

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Mein Haustier: Ailo, die Katze meiner Freundin Mädy.

ZVG

Gibt es Bilder davon?
Ich glaube nicht. Aber Fasnachtsbilder gefallen mir. Meistens war ich Indianer. Und Klassenlagerfotos. Wir alle mit riesigen Frisuren. Darum nannten sie mich zwischendurch auch Heidi. Wegen meines Lockenkopfs. Genau, das war neben Fischi und Ferris Bueller ein weiterer Spitzname.

Welche Bücher, Filme und Musik haben Ihr Leben massiv beeinflusst?
Als Kind liebte ich «Tim und Struppi» Kassetten von «Fünf Freunde» und «TKKG». Jeden Abend schlief ich dazu ein. In der Mitte musste ich dann jeweils aufstehen und die Kassette drehen. Im Teenageralter dann die ganzen Winnetou-Verfilmungen. Später kam mein Lieblingsfilm «Der mit dem Wolf tanzt». Das erste Buch, das mich richtig bewegte, war «Der Pfad des friedvollen Kriegers» von Dan Millman. Das war für mich ein Schlüsselerlebnis zum Thema innerer Friede. Wichtig war für mich auch «The Power of Now» von Eckhart Tolle über spirituelle Erleuchtung. Das hat mich bewegt.

Haben Sie ein Tattoo?
Ja. Ein paar (grinst). Der ganze Rücken ist voll. Mein erstes hatte ich mit 18. Das wird inzwischen von einem anderen überdeckt. Ich habe einen Adler auf dem Rücken, eine Sonne, einen Diamanten, Federn, Wölfe, den Sonnengott, Büffel. Viele. Ich bin im polynesischen Stil tätowiert. Der Maori-Style hat mir stets gefallen. Und sie gefallen mir immer noch. Jedes Mal, wenn ich bei Big Mountain Tattoo eins gemacht habe, sage ich: Das war das letzte. Der Schmerz wird mit jedem Jahr grösser. Und doch gehe ich wieder hin.

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Meine Partnerin: Mädy Georgusis. Wir erwarten im Juni dieses Jahres ein gemeinsames Kind.

ZVG

Haben Sie nachts einen Traum, der immer wieder kommt?
Das Gute ist, dass ich einen Traum steuern kann. Das nennt man luzides Träumen. Es ist cool. Du gewinnst immer. Es gibt viele Träume, in denen ich Hockey spiele. Ich treffe dann auch oft. Es ist immer positiv. Im Gegensatz zu früher: Da träumte ich von der komischen Tapete, die ich im Zimmer hatte. Dass sie mich hineinzieht.

Bei welchem Thema haben Sie Ihre Meinung fundamental geändert?
Als Kinder haben wir gedacht, die 40-Jährigen seien halb tot. Auch als 18-jähriger Spieler fand ich, dass die 33-Jährigen uralt sind. Dabei ist das blutjung. Und ich denke heute viel mehr in Energien. Ich weiss, dass vieles ausserhalb dessen liegt, was wir mit dem Auge sehen. Alles ist verbunden. Alles kann man mit Energie kreieren. «The Seat of the Soul» ist ein sehr gutes Buch zu diesem Thema.

Bekommen Sie für eine Eigenschaft immer wieder Komplimente?
Ich bin anständig. Ich grüsse Leute. Ich bin nett zu allen. Und ich bin ein hilfsbereiter Mensch.

Wie sind Sie, wenn Sie betrunken sind?
Zum Glück war ich seit über zehn Jahren nicht mehr betrunken. Ich habe eine innere Uhr, die mir sagt: Jetzt ist es genug. Dann gehe ich heim.

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Das höre ich gerade: «Das Café am Rande der Welt» von John Strelecky über den Sinn des Lebens.

ZVG

Angenommen, Sie könnten Wunder vollbringen, was wären Ihre ersten drei Taten?
Den Weltfrieden schaffen, unseren Planeten wieder komplett in die Balance bringen und die Sorgen loswerden.

Ab welchem Geldbetrag ist man reich?
Das hat nichts mit Geld zu tun.

Sie wären für einen Tag eine Frau. Was probieren Sie aus?
Ein Kind auf die Welt zu bringen. Das ist zwar hart, bereitet Schmerzen, aber es muss ein unglaubliches Geschenk sein. Diese Verbindung können wir Männer nie nachvollziehen.

Welchen Tag möchten Sie noch einmal erleben?
Die Geburt meines heute 18-jährigen Sohnes Kimi war sehr beeindruckend und emotional. Auch die Anfangsphase der Partnerschaft mit meiner Freundin Mädy. Oder mein erstes Spiel in der National Hockey League. Und die Finaltage als Nati-Coach. Ich hoffe, es kommen noch mehr solche Tage.

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Mein Lieblingsrestaurant: Das «Dapur», ein veganes Restaurant in Oerlikon ZH.

ZVG
Von Christian Bürge am 09.02.2020
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