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Unterwegs mit Christa Rigozzi im Verzascatal

«Ich vermisste die Freiheit»

Moderatorin Christa Rigozzi verbrachte die vergangenen zwei Monate konsequent zu Hause. Ihr erster Ausflug ging ins Verzascatal, und die Tessinerin freut sich schon auf Familienferien im Sommer quer durch die Schweiz.

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«Es geht ja auch darum, diese Zeit durchzustehen»: Christa Rigozzi bei einem Ausflug ins Verzascatal.

Paolo Dutto / 13 Photo

Nach zwei Monaten «Hausarrest» kann es Christa Rigozzi, 37, kaum erwarten, endlich wieder einmal einen Ausflug ins Verzascatal zu machen. «Ich liebe diesen Ort», sagt die Tessinerin und erzählt, dass sie hier als Teenager gerne von der Römerbrücke Ponte dei Salti waghalsig ins Wasser gesprungen sei. «Ich war ein bisschen verrückt.» Dann wirft sie einen Blick runter und sagt: «Heute würde ich das nicht mehr riskieren.»

Christa Rigozzi, wie ging es Ihnen während des Lockdown zu Hause in Monte Carasso?
Ich genoss es, mal längere Zeit bei meinen Zwillingen Alissa und Zoe und meinem Mann zu sein ... am Anfang jedenfalls (lacht). Und wie alle anderen fragte ich mich: Wie lange wird das dauern? Ich bin ein Mädchen aus dem Süden. Ich brauche den Kontakt zu meiner Familie und zu Freunden. Und etwas habe ich die letzten zwei Monate besonders vermisst: Freiheit.

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Alain Berset hat Sie persönlich um einen Appell gebeten, zu Hause zu bleiben.
Es war mir eine Ehre und Pflicht. Mir wurde klar, dass die Schweiz keine von Mauern umgebene Insel mitten in Europa und der Welt ist. Die Schweiz ist nicht immun.

Wie haben Sie diese schwere Zeit gemeistert?
Vor allem dank Social Media. Ich habe zum Beispiel an Werbekampagnen auf Instagram teilgenommen. Wie viele andere habe ich über die Zoom- und Youtube-Apps gearbeitet. Plötzlich war es nicht mehr nötig, für ein Meeting nach Lausanne oder Zürich zu fahren. Das spart Zeit, Energie und schont die Umwelt. Auf der anderen Seite wäre es dramatisch, wenn sich das Virus für Monate oder sogar Jahre dauerhaft ansiedelt.

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Christa kommt gerne ins Verzascatal, um nachzudenken und ihre Batterien aufzuladen. «Als Teenager bin ich oft von dieser Brücke ins Wasser gesprungen.»

Paolo Dutto / 13 Photo

«Sie sind noch zu klein, um zu verstehen, was eine Pandemie ist»

Sie sind bekanntlich die erste «Miss Millionaire». Haben auch Sie in den letzten Monaten finanziell Federn gelassen?
Ich habe 30 Veranstaltungen verschoben oder abgesagt. Aber ich versuche, positiv zu bleiben. Das ist mein Lebensmotto.

Wie haben Sie Ihren Zwillingen die momentane Situation erklärt?
Sie sind noch zu klein, um zu verstehen, was eine Pandemie ist. Deshalb haben wir uns eine Geschichte ausgedacht, um den «Hausarrest» zu rechtfertigen: Es gebe so viele Insekten draussen, dass niemand rausgehen könne, ohne das Risiko einzugehen, krank zu werden. Alissa und Zoe hassen Insekten. Jeden Morgen schauten die beiden aus dem Fenster und fragten, ob die Insekten nun verschwunden sind.

Hat sich die Bindung zu Ihren Fans vertieft?
Ja, besonders via Instagram. Ich spreche jetzt direkt mit ihnen. Und ich biete Kochrezepte über die Trattoria da Christa auf meinem Instagram-Account an. Jeder kann sie nachkochen und das Foto seines Gerichts posten. Neulich fragte mich ein junger Mann, wie man eine Pizza macht. Er war sehr stolz darauf, seinen aufgegangenen Teig zu zeigen. Ein andermal machte ich ein Vitello tonnato oder eine Crostata, eine italienische gebackene Torte. Ich bin ein echter Gourmet. Ich liebe es zu kochen und zu essen. Ich habe sogar vor, ein Kochbuch zu veröffentlichen.

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Nach zwei Monaten «Hausarrest» geniesst Christa Rigozzi ihren ersten Ausflug nach Lavertezzo umso intensiver.

Paolo Dutto / 13 Photo

«Mein Coiffeur Valentino ist in Zürich, also hat Gio meine Haare gefärbt»

Was behalten Sie von den letzten zwei Monaten in positiver Erinnerung?
Die Solidarität! Die jungen Leute, die für Senioren Einkäufe erledigten. Auch die Bilder aus Genf haben mich beeindruckt: Hilfe für die Ärmsten. Die Solidarity Caravan bietet bis zu 2000 Taschen im Wert von 20 Franken für Grundbedürfnisse. So was schien bei uns undenkbar und sorgte bis in der «New York Times» für Schlagzeilen.

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Christa Rigozzi ist keine Einzelgängerin: «Ich bin ein Mädchen aus dem Süden. Ich brauche den Kontakt zu meiner Familie und zu Freunden.»

Paolo Dutto / 13 Photo

Ihr Mann Giovanni ist für Sie sogar zum Friseur geworden …
Mein Coiffeur Valentino ist in Zürich, also hat Gio meine Haare gefärbt. Er war sehr nervös, denn das hatte er noch nie in seinem Leben gemacht und hatte Angst, dass ich danach schwarze oder blaue Haare habe. Aber das Ergebnis war so gut, dass mein Vater seinem Beispiel folgte und meiner Mutter dreimal die Haare bürstete! (Lacht.) Es geht ja auch darum, diese Zeit durchzustehen. Ansonsten riskierten wir noch eine Depression. Das erzwungene Zusammenleben ist für Paare und Familien eine Herausforderung.

Was ist Ihr Beziehung-Tipp in Corona-Zeiten?
Man sollte nicht 24 Stunden am Tag aneinanderkleben. Gio fuhr oft mit seiner Vespa los, bastelte in der Garage und kümmerte sich um den Keller. Wenn ich am Morgen arbeitete, blieb er bei unseren beiden Kindern. Wir haben das Glück, in einem dreistöckigen Haus mit Garten zu leben.

Ihre Grossmutter, die in der Region lebt, wurde eben 92 Jahre alt.
Ich gehe regelmässig zu ihr vors Haus, und sie begrüsst mich vom Balkon aus. Doch an ihrem Geburtstag setzte ich eine Maske auf, nahm ihr Geschenk und einen Kuchen mit und ging zu ihr hoch – mit zwei Metern Abstand natürlich. Als ich wieder nach Hause kam, brach ich in Tränen aus. Wer weiss, ob es nicht ihr letzter Geburtstag ist?

Vergangenen Sommer haben Sie in Italien Ferien gemacht …
Diesen Sommer bleiben wir in der Schweiz. Wir planen eine Tour de Suisse und wollen die jungen Bären in Bern besuchen. Dann fahren wir nach Gruyères, weiter zum Blausee und danach ins Engadin. Einer der Lieblingsorte von Gio und mir ist die «Villa Orselina» am Lago Maggiore. Dort feiern wir dann am 4. September unseren zehnten Hochzeitstag. Ich kann es kaum erwarten.

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Unbeschwert: «Diesen Sommer bleiben wir in der Schweiz», sagt die lebensfrohe Tessinerin.

Paolo Dutto / 13 Photo
Von Didier Dana/L'Illustré am 24.05.2020
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