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Buchtipp von Barbara Schmutz

In Rosarot blickt sie auf die Liebe

Ihr Buch widmet sich einem grossen Gefühl: In «Alles Liebe» beleuchtet Barbara Schmutz die Zuneigung von A bis Z und lässt 23 Menschen zu Wort kommen – von der alt Bundesrätin bis zum Zoodirektor.

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<p>In Rosarot, aber ohne rosa Brille: Autorin Barbara Schmutz. «Die Liebe meines Mannes ist ein Schatz.»</p>

In Rosarot, aber ohne rosa Brille: Autorin Barbara Schmutz. «Die Liebe meines Mannes ist ein Schatz.»

Dominique Meienberg

Die Liebe lässt (fast) keinen kalt. Fällt der Begriff, denken die allermeisten an Schmetterlinge im Bauch, an Lust, Begehren – und ganz grosse Gefühle. «Dabei umfasst Liebe viel mehr als nur romantische Beziehungen», sagt Barbara Schmutz (63). Die Journalistin und Buchautorin beleuchtet im Buch «Alles Liebe. 18 Gespräche über ein grosses Gefühl» verschiedene Facetten der Liebe. Ihr Fazit: «Wir lieben unseren Partner oder unsere Partnerin, man kann seine Arbeit gernhaben, empfindet Gefühle für Freunde; es gibt Menschen, die sich Bäumen verbunden fühlen, Personen, die sich in Objekte verlieben – und es gibt die Liebe zu Tieren.»

Um die ganze Bandbreite der Liebe, ihrer Formen und Arten aufzuzeigen, interviewt Schmutz eine Philosophin und einen Psychoanalytiker, spricht mit einer Pfarrerin und einem Abt, informiert sich bei einem Herzspezialisten und einer Schönheitschirurgin, befragt eine Ethikerin und zwei Ehepaare, hört vier Jugendlichen und einem Rockmusiker zu, hakt bei einer Künstlerin und einem Zoodirektor nach, teilt die Gedanken einer Schriftstellerin und lässt eine Bogenschützin, Pilotin, Kranführerin und Kitesurferin zu Wort kommen.

<p>Severin Dressen, Direktor Zoo Zürich: Wenn die Liebe ein Tier wäre, welches wäre sie? «Eine Koralle. Weil die Koralle zwar einfach aussieht, aber komplex strukturiert ist. Viele denken, sie sei eine Pflanze. Wir verstehen die Koralle nicht so ganz. Sie wirkt mysteriös und ist gleichzeitig wunderschön. Wie die Liebe.»</p>
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Severin Dressen, Direktor Zoo Zürich: Wenn die Liebe ein Tier wäre, welches wäre sie? «Eine Koralle. Weil die Koralle zwar einfach aussieht, aber komplex strukturiert ist. Viele denken, sie sei eine Pflanze. Wir verstehen die Koralle nicht so ganz. Sie wirkt mysteriös und ist gleichzeitig wunderschön. Wie die Liebe.»

 

David Biedert

KI und Polyamorie

Persönlich am meisten beschäftigten Schmutz bei ihren Recherchen zwei Aspekte der Liebe: Zum einen geht es um die Beziehung zwischen Mensch und Maschine in Zeiten künstlicher Intelligenz und Robotisierung und der damit verbundenen Frage, ob es moralisch verwerflich ist, sich als Mensch in eine Maschine zu verlieben. Zum anderen gibt sie Menschen eine Stimme, die in einer polyamoren Beziehung leben, aber keine Möglichkeit haben, diese zu legalisieren und ihre Partnerinnen oder Partner abzusichern wie etwa in einer Ehe. «Viele denken dabei an offene Beziehungen mit viel Sex», benennt Schmutz eines der Klischees zur Polyamorie. So habe sie beispielsweise erfahren, dass nicht alle, die in einem sogenannten Polykül leben – einem Liebesbeziehungsnetzwerk –, mit jeder oder jedem eine romantische Beziehung haben; einige sind auch einfach nur miteinander befreundet. Alle aber würden von einer Sorgegemeinschaft sprechen, also einer Gemeinschaft, in der man sich umeinander kümmert.

<p>Simonetta Sommaruga, alt Bundesrätin: Lassen Sie uns nun noch über ein paar Facetten der Liebe sprechen. Zuerst über die Liebe selbst: Was fällt Ihnen spontan dazu ein? «Eine Schubert-Melodie und Rittersporn.» Rittersporn? «Wegen der dunkelblauen Farbe. Sie verkörpert für mich den Klang der Liebe.»</p>
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Simonetta Sommaruga, alt Bundesrätin: Lassen Sie uns nun noch über ein paar Facetten der Liebe sprechen. Zuerst über die Liebe selbst: Was fällt Ihnen spontan dazu ein? «Eine Schubert-Melodie und Rittersporn.» Rittersporn? «Wegen der dunkelblauen Farbe. Sie verkörpert für mich den Klang der Liebe.»

 

Kurt Reichenbach

Tief beeindruckt zeigte sich die Autorin vom Gespräch mit der deutschen Schriftstellerin Gabriele von Arnim (79) die ihren Mann nach zwei Schlaganfällen zehn Jahre lang pflegte. Nach seinem Tod habe sie anfangs das Haus nicht verlassen können aus Angst, ihr Zuhause zu verlieren, da niemand mehr darin auf sie wartete. Wochenlang sei sie nur rausgegangen, um sich etwas zu essen zu holen oder mit der Freundin radeln zu gehen. «Das hat mich sehr berührt.»

Was es braucht für die viel besungene «Ewigi Liebi», hat Schmutz ebenfalls erfahren. Verraten hat es ihr ein Ehepaar, das seit 67 Jahren verheiratet ist. «Auf meine Frage, wie sie es geschafft haben, ihre Liebe so lange lebendig zu halten, sagten sie: Wir nehmen Anteil am Leben des anderen.»

Das Buch

Insgesamt 281 Seiten voller Liebe:

Barbara Schmutz

«Alles Liebe», CHF 31.–,

im Buchhandel oder unter keinundaber.ch.

René Haerig, Ringier
René HaenigMehr erfahren
Von René Haenig am 29. März 2026 - 06:00 Uhr