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Primaballerina Laura Fernandez-Gromova

«In Zürich hat meine Reise begonnen»

Wenn sich am 15. März im Kongresshaus Zürich die internationale Ballettelite zur Gala «Ballett ohne Grenzen» versammelt, steht eine Tänzerin besonders im Fokus: Laura Fernandez-Gromova. Die 28-jährige Schweizerin ist als Primaballerina an der Wiener Staatsoper engagiert – und kehrt für diesen Abend dorthin zurück, wo ihre Wurzeln liegen.

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Laura Fernandez-Gromova

Laura Fernandez-Gromova mit ihrem Tanzpartner Alessandro Lucia Frola im neoklassischen Ballett «Juwelen» von George Balanchine.

Ashley Taylor

Dass Stars aus Metropolen wie Wien, London, Amsterdam, Paris oder Bukarest nach Zürich reisen, unterstreicht die internationale Strahlkraft der Gala. Doch für viele dürfte der Auftritt von Fernandez-Gromova (28) einer der emotionalsten Momente des Abends werden. Denn die gefeierte Tänzerin steht nur noch selten auf Schweizer Bühnen. Vor der Gala spricht Laura Fernandez-Gromova über ihre Rückkehr nach Zürich, den Weg von der Schweizer Nachwuchstänzerin zur internationalen Primaballerina – und darüber, warum ein Auftritt in der Heimat immer etwas Besonderes bleibt.

Laura Fernandez-Gromova, Sie tanzen als Primaballerina am Wiener Staatsballett – jetzt kehren Sie für die Gala «Ballett ohne Grenzen» nach Zürich zurück. Fühlt sich ein Auftritt in der Heimat anders an als ein Abend auf der Bühne der Wiener Staatsoper?

Ja, auf eine schöne Art schon. Jede Bühne hat ihre eigene Energie, und die Wiener Staatsoper ist natürlich ein unglaublich besonderer Ort zum Tanzen. Aber in der Schweiz aufzutreten berührt mich immer auf eine sehr persönliche Weise. Dort hat meine Reise begonnen, und viele Menschen haben meinen Weg von Anfang an begleitet. Deshalb fühle ich bei solchen Auftritten immer eine grosse Dankbarkeit.

Die Gala «Ballett ohne Grenzen» verbindet Tanz mit einem Zweck. Was bedeutet es Ihnen persönlich, Kunst mit sozialem Engagement zu verbinden?

Für mich gehört Kunst immer auch zu etwas Grösserem. Tanz kann Menschen berühren, verbinden und manchmal auch Hoffnung geben. Kunst kann Menschen nicht nur berühren, sondern auch etwas Positives bewirken.

Was dürfen die Zuschauerinnen und Zuschauer in Zürich von Ihrem Auftritt erwarten – eher klassische Eleganz oder auch überraschende Momente?

Beides. Ich liebe die klassische Eleganz des Balletts, aber gleichzeitig suche ich immer nach Momenten, die wirklich lebendig und emotional sind. Für mich geht es auf der Bühne nicht nur um perfekte Schritte, sondern darum, eine Geschichte zu erzählen und das Publikum mitzunehmen.

Laura Fernandez-Gromova

 Alexei Ratmanskys Ballett «Kallirhoe» ist ein episches Liebesdrama, das im Oktober 2025 seine europäische Erstaufführung an der Wiener Staatsoper feierte. Auf der Bühne: Laura Fernandez-Gromova mit Kentarō Mitsumori.

Ashley Taylor

Sie tanzen inzwischen auf einigen der bedeutendsten Bühnen Europas. Was bedeutet es Ihnen, gerade in Zürich wieder vor Publikum zu stehen?

Als Tänzerin reist man viel und steht immer wieder auf neuen Bühnen. Aber es gibt immer diesen einen Ort, der einem besonders am Herzen liegt und sich persönlicher anfühlt. Für mich als Schweizerin ist das meine Heimat in Zürich. Dorthin zurückzukehren und dort zu tanzen bedeutet mir sehr viel, weil ich ein Stück meines Weges mit Menschen teilen kann, die meine Entwicklung schon länger verfolgen.

Viele sehen auf der Bühne nur die Eleganz und Leichtigkeit. Wie viel Schweiss, Schmerzen und Disziplin stecken tatsächlich hinter einem solchen Auftritt?

Sehr viel. Was auf der Bühne leicht aussieht, ist das Ergebnis von vielen Jahren täglicher Arbeit. Tänzer trainieren jeden Tag viele Stunden, und es gibt natürlich auch Momente von Müdigkeit oder Schmerz. Aber für mich gehört das einfach zu diesem Beruf dazu. Es ist Teil der Leidenschaft und der Hingabe, die man für den Tanz empfindet.

Wenn Sie heute auf Ihre Ausbildung und Ihren Weg zurückblicken: Gab es einen entscheidenden Moment, der Ihre Karriere in eine neue Richtung gelenkt hat?

Es gab mehrere Momente, die wichtig waren. Besonders prägend war für mich die Zeit, in der ich sehr jung alleine ins Ausland gegangen bin, um meine Ausbildung fortzusetzen. Das hat mich nicht nur als Tänzerin, sondern auch als Mensch sehr geprägt.

Junge Tänzerinnen und Tänzer träumen davon, einmal dort zu stehen, wo Sie heute sind. Welchen Rat würden Sie ihnen mit auf den Weg geben?

Talent ist wichtig, aber es ist nicht alles. Disziplin, Geduld und die Fähigkeit, auch schwierige Phasen zu überstehen, sind genauso entscheidend. Und man sollte nie vergessen, warum man angefangen hat. Die Liebe zum Tanz ist letztlich das, was einen durch alles trägt.

Und ganz persönlich: Wenn Sie am 15. März im Kongresshaus auf der Bühne stehen – was soll das Zürcher Publikum in diesem Moment spüren?

Ich wünsche mir, dass das Publikum für einen Moment alles um sich herum vergisst und ganz in die Welt der Musik und der Bewegung eintauchen kann. Ballett kann Gefühle ausdrücken, für die man oft keine Worte findet. Wenn die Zuschauer sich berühren lassen und etwas mit nach Hause nehmen, dann ist das für mich das Schönste. Vielleicht entdeckt auch der eine oder andere, der zum ersten Mal Ballett sieht, eine neue Leidenschaft. Genau solche Momente können manchmal der Anfang von etwas ganz Besonderem sein.

Weitere Informationen und Tickets zur Benefizveranstaltung «Ballett ohne Grenzen» gibt es unter ballettohnegrenzen.ch.

Von Thomas Renggli am 9. März 2026 - 12:00 Uhr