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Die «Einstein»-Moderatorin im Interview

Kathrin Hönegger würde gern im Ausland leben

Im Spukschloss übernachten oder mit den Ellbogen das Rollbrett bremsen: Kathrin Hönegger wagt «bimeid» viel. Für «Einstein» berichtet die SRF-Moderatorin aus Tansania über eine Malaria-Impfung. Privat lebte sie eine Weile in Kuba, wo sie auch geheiratet hat.

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Die 36-jährige St. Gallerin Kathrin Hönegger lebt mit ihrem Mann und ihrem einjährigen Sohn in Zürich.

Mirjam Kluka

«Schweizer Illustrierte»: Wovon träumen Sie schon lange, getrauen sich aber nicht, es zu tun?
Kathrin Hönegger: Ich würde gern mal für ein paar Monate mit der Familie im Ausland leben. Mir fehlt wohl das letzte Stück Mut.

Bei welchem Thema haben Sie Ihre Meinung fundamental geändert?
Als Dreijährige wurde ich Vegetarierin und blieb dabei. Aber ich wurde toleranter gegenüber Fleischkonsum, da mein Mann – wenn auch bewusst und auf biologischer Basis – Fleisch isst. Ich musste mich daran gewöhnen, dass auf einmal Poulet im Kühlschrank liegt.

Ihre peinlichste Modesünde?
Vor ein paar Monaten dachte ich: «Ich habe meinen Modestil verloren» – mich langweilen Kleider gerade. Ich sehe aber nichts als peinlich an, sondern trage es – und zwar mit Fassung.

Was ist Ihre früheste Erinnerung?
Ich wollte nicht in den Chindsgi und war so hässig, dass ich mich in den Teppich eingerollt habe. Ich war ein Wrap!

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Mein Handy-Hintergrund: Zeigt die portugiesische Küste bei Sagres, wo ich oft surfen war.

HO

Haben Sie nachts einen Traum, der immer wiederkommt?
Früher. Als Kind träumte ich immer von einem Indianer, der in unseren Garten reitet. Bestimmt ist irgendein Globi-Märli daran schuld!

Ihr schönstes Geschenk als Kind?
Das Rollbrett! Es war rosarot und grün. Ich fuhr damit sofort die Strasse runter und habe mit den Ellbogen und dem Gesicht gebremst. Ein harter Start.

Als Sie Kind waren: Was haben Ihre Mutter und Ihr Vater da immer zu Ihnen gesagt?
(Verstellte Stimme.) «Passisch uf, gell?!»

Welchen Vornamen hätten Sie als Bub gehabt?
Balthasar, obwohl ich nicht weiss, ob mein Mami dies als Scherz gesagt hat.

Ihr Lieblingsbild im Fotoalbum aus Kindertagen?
Ich schlafe auf dem Teppich, von dem ich vorher gesprochen habe, und umarme unsere Katze Maus.

Als Sie 16 waren: Wie sah Ihr Zimmer aus?
Lava-Lampe, Poster von The Fugees, und ich hatte eine alte Box, in der Liebesbriefe waren. Ich habe sehr viele Liebesbriefli an Freundinnen und Schulschätze geschrieben.

Dann erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Pietro, ein Sizilianer. Er hatte mega grosse Ohren.

Was hatten Sie als Kind für einen Spitznamen?
Käde. Und Radiokollege Tom Gisler sagt mir Höni.

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Das lese ich gerade: «Wunderbare Jahre» von Sibylle Berg ist Reise-Heimweh-Mittel und ewige Bergliebe in einem.

HO

Ihr träfstes oder ulkigstes Mundartwort?
Ich sage noch oft «bimeid» am Radio und «wellewäg».

Welche Musik hat Ihr Leben massiv beeinflusst?
Bei meinen Eltern habe ich Elton John, Tina Turner und Bob Marley kennengelernt. Sehr prägend war das Album von Frank Ocean. Wenn ich seine Musik höre, kann ich Zeitreisen machen.

Sie wären für einen Tag ein Mann. Was tun Sie?
Bei einer Dragqueen-Show mitmachen, Bonnie Tyler performen und so den Kreis schliessen

Haben Sie Allergien?
Ich habe eine Gluten-Unverträglichkeit und reagiere allergisch auf Unfreundlichkeit.

Das Kitschigste, das Sie jemals gemacht haben?
Ich habe geheiratet, und zwar in Weiss.

Die beste Idee Ihres Lebens?
Vermutlich, dass ich mich relativ spontan für die Prüfung an der Schauspielschule angemeldet und mich beim Radio blind beworben habe – und angenommen wurde. Daraus wurden zwei «grosse Lieben» meines Lebens: das Theater und der Journalismus.

Welches Geräusch lieben Sie?
Das Meer und den Wind in den Bäumen.

Welches hassen Sie?
Schreien. Das fängt beim Schreien eines Schlachttiers an, geht über das Schreien eines Kindes – weil es alle Hormone in meinem Körper gleichzeitig ausschüttet – und hört bei Heavy Metal auf.

Für welche Eigenschaften erhalten Sie immer wieder Komplimente?
Für meine frohe Art. Erstaunlicherweise auch jetzt noch, obwohl ich seit einem Jahr fast ohne Schlaf bin (lacht).

Was war der unangenehmste Job, den Sie je verrichtet haben?
Die «Einstein»-Sendung über Angst, als ich in einem Spukschloss übernachtete, ich fühlte mich «füdliblutt».

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Meine Talismane: Der erste Ring meiner Mutter, den sie sich in Paris gekauft hat. Das Armband aus Sri Lanka beschützt mich beim Surfen.

HO

Was an Ihnen ist ungewöhnlich?
Von einem Unfall als Kind habe ich ein Stückchen Bleistift in meinem Finger.

Was können Sie alkoholisiert besser als in nüchternem Zustand?
Ich kann nicht stehlen, aber als angetrunkener Teenager klaute ich mal einen «Verkehrstöggel».

Engagieren Sie sich ehrenamtlich?
Gelegentlich koche ich mit Flüchtlingen und Migranten in einem Verein in Zürich.

Womit belohnen Sie sich selbst?
Einen Abend lang mit meinem Mann tanzen und einen Rum trinken.

Angenommen, Sie könnten Wunder vollbringen (Superkräfte inklusive): Was sind Ihre ersten drei Taten?
Spontan würde ich schlechten Menschen gute Vibes einflössen, der Natur viel Raum zurückgeben und allen Kindern das, was ihnen zusteht.

Welchen Tag möchten Sie noch einmal erleben?
Ich durfte in Kuba, der Heimat meines Mannes, am Meer und in der Schweiz am See heiraten.

Sie erhalten einen Preis für Ihr Lebenswerk. Wer hält die Hommage?
Reeto von Gunten, weil ich ihm so gern zuhöre.

Von Aurelia Robles am 05.01.2020
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