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Im Interview vor ihrer letzten «Tagesschau»

Katja Stauber freut sich auf Ferien mit Florian Inhauser

Nach fast drei Jahrzehnten ist am 3. April Schluss. Katja Stauber verabschiedet sich als «Tagesschau»-Moderatorin. Im Interview erzählt sie, was ihr das Rampenlicht bedeutet, wie ihr die Familie im Beruf geholfen hat und worauf sie sich nach der Corona-Krise am meisten freut.

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Katja Stauber und Florian Ineichen im Jahr 2012 bei den Swiss Awards.

Fabienne Bühler

Sie war fast drei Jahrzehnte lang das Gesicht der «Tagesschau»: Katja Stauber. Seit Mitte August 1992 präsentierte sie die Hauptausgabe der SRF-Newssendung. Im letzten Juli dann teilte sie mit: «Alle Welt spricht davon, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist. Wenige tun es dann aber tatsächlich. Ich mache es: 36 Jahre vor einem Mikrofon oder einer Kamera – 27 Jahre davon allein bei der Tagesschau – sind fast ein ganzes Berufsleben. Das reicht jetzt erstmal.» 

Nun ist es soweit: Am 3. April wird die 57-Jährige zum letzten Mal als Moderatorin durch die «Tagesschau» führen. Sie hoffe, sie habe einen guten Job gemacht, meint Katja Stauber in einem Abschiedsinterview mit dem «Sonntagsblick». «Dass die Leute sagen können, die haben wir gern gesehen, bei der fühlten wir uns aufgehoben und ‹an der Hand genommen›.» Sie fände es schön, wenn sie bei der einen oder beim anderen in Erinnerung bleibe. «Ich habe zwei Generationen von Menschen begleiten dürfen. Viele Zuschauer sind mit mir zusammen älter geworden über fast drei Jahrzehnte hinweg.»

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So kennt man sie: Katja Stauber moderierte fast 28 Jahre lang die «Tagesschau»-Hauptausgabe

SRF

Die Familie hat Katja Stauber stärker gemacht

In diesen drei Jahrzehnten hat auch Katja Stauber selbst eine Entwicklung durchgemacht, wie sie im Gespräch mit dem «Sonntagsblick» weiter erzählt. So habe sie heute nur noch einen guten Adrenalinschub vor Sendungen. Lampenfieber oder gar Ängste zu versagen, gebe es aber nicht mehr. «Manche Dinge kann man einfach nicht ändern, wie die technischen Probleme neulich. Es hat dann auch keinen Sinn, sich aufzuregen.»

Auch das Leben an sich habe sie wohl stärker gemacht. «Ich glaube, das familiäre Umfeld hat mir auch sehr geholfen. Ich habe zwei Kinder aufgezogen. Das war sehr einschneidend und prägend.»

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Katja Stauber und Florian Inhauser im Jahr 2008: Im gleichen Jahr heirateten die zwei heutigen «Tagesschau»-Moderatoren.

Thomas Buchwalder

Ferien mit Florian Inhauser verschoben

Die zwei Söhne von Katja Stauber stammen aus ihrer ersten Ehe. Seit 2008 ist sie nun mit «Tagesschau»-Kollege Florian Inhauser, 52, verheiratet. Mit ihm freut sie sich dann auch auf Ferien im September in Frankreich – eine ursprünglich im Mai geplante Auszeit mit Freunden, die sie nun wegen der Corona-Krise verschoben haben. «Florian und ich waren seit September 2019 nicht mehr in den Ferien und hatten uns sehr gefreut», so Katja Stauber.

Nicht die einzige Programmänderung, welche das Coronavirus für die studierte Rechtswissenschaftlerin mit sich bringt. Zum einen fordert die Situation das gesamte «Tagesschau»-Team in ihrer Arbeit – wobei Katja Stauber betont, dass dies natürlich nichts sei im Vergleich zur aktuellen Belastung des Pflegepersonals. Angst um sich selber aber habe sie keine: «Aber ich würde wohl anders empfinden, wenn ich einer Risikogruppe angehören würde.» Sie mache sich eher Sorgen um ältere Personen. Deshalb gehen sie oder ihre Familie zurzeit auch für ihre Mutter und Schwiegermutter einkaufen, die beide in der Nähe wohnen.

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Andrea Vetsch folgt nach Katja Stauber: Am 6. April wird sie die erste «Tagesschau»-Hauptausgabe moderieren.

SRF / Oscar Alessio

«Ich sah mich nie als aussergewöhnlich»

Die Coronakrise wirkt sich aber auch direkt auf den Abschied von Katja Stauber als «Tagesschau»-Moderatorin aus. «Mein Plan, zu einem Apéro einzuladen, ist ja nun hinfällig geworden, und das ist auch nicht wichtig.» Sie hätte ihren Arbeitskolleginnen und -kollegen aber gerne Danke gesagt – schliesslich sei Fernsehmachen immer Teamarbeit. «Vielleicht hole ich das alles im Sommer nach – oder wenn sich die Lage normalisiert hat.»

Gelegenheit dazu wird sich sicher bieten: Immerhin wird Katja Stauber bei der «Tagesschau» ja hinter den Kulissen als Produzentin weiterarbeiten. Damit bleibt sie den News treu – einfach nun ohne Rampenlicht. Etwas, was sie jedoch nicht vermissen werde, so Katja Stauber. «Ich war nie süchtig danach. Was für viele Leute oft schwierig zu verstehen ist: Ich habe stets einen Job gemacht wie andere Menschen auch. Ich hatte das Glück, diese Sendung so lange machen zu dürfen und eines ihrer Gesichter zu sein. Aber ich fand nicht, das sei etwas Besonderes und sah mich nie als aussergewöhnlich.»

Von Thomas Bürgisser am 29.03.2020
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