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Bild geleakt

Making-of-Video zeigt Bundesratsfoto zu früh

Traditionellerweise veröffentlicht der Bundesrat das offizielle Jahresfoto pünktlich an Silvester um 12 Uhr mittags. Doch dieses Mal ist alles bisschen anders. Das Bild fand den Weg schon früher via Making-of-Video über den Youtube-Kanal des Bundes an die Öffentlichkeit.

Bundesratsbild

Das Bundesratsfoto für das Jahr 2022.

Youtube/Der Schweizerische Bundesrat

Ob das so geplant war? Ein Video, das die Entstehung des neuen Bundesratsfotos dokumentiert, veröffentlichte auch gleich das Bild selbst. So wurde das Sujet schon in den Morgenstunden publik, obwohl es traditionellerweise erst am Silvester um 12 Uhr mittags offiziell dem breiten Publikum präsentiert wird. Dass das Social-Media-Team des Bundes so übereifrig war und das ansonsten gut gehütete Geheimnis offensichtlich lieber zu früh als zu spät lüftete, kann man auch charmant als Zeichen einer entschlossenen und tatkräftigen Regierung deuten.

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Im Mittelpunkt steht im neuen Jahr der frisch gewählte Bundespräsident Ignazio Cassis. Wobei, so richtig zentriert, wie es sich für dieses Amt auf dem Foto eigentlich gehört, ist der Aussenminister nicht zu finden. Vielmehr ist Cassis am unteren Bildrand zu sehen, geografisch betrachtet ganz im Süden, von dort, wo der FDP-Politiker herkommt, aus dem Tessin. Denn für das Jahr 2022 hat sich unsere Exekutive das Motiv des Streckennetzes der SBB gewählt. So stehen die Magistraten schön aufgereiht von Osten nach Westen und von Norden nach Süden. Von Karin Keller-Sutter aus der Ostschweiz zu Guy Parmelin aus der Romandie und von Bundeskanzler Walter Thurnherr aus dem Kanton Aargau zu, ja, wir ahnen es, Ignazio Cassis. 

 

Wirklich nahe kommen sich die Bundesräte so nicht, Pandemie-konform, könnte man interpretieren. Einzig die beiden Sozialdemokraten, Alain Berset und Simonetta Sommaruga stehen Seite an Seite. Die Linien verbinden die Bundesrätinnen und Bundesräte und zeigen den Ort, von dem sie herkommen. «Der Bundesrat in seiner Vielfältigkeit vereint und die Vielfältigkeit der Schweiz, die eine Stärke unseres Landes ist: Das sind die Themen, die das neue Bundesratsfoto darstellen will, indem es von Verbindungen, Zusammenhalt und Vielfalt spricht», ist aus der Medienmitteilung zu entnehmen. 

Gerade in dieser schwierigen Zeit, will die Regierung so die Vielfältigkeit unseres Landes zeigen. Egal, woher wir stammen, sei es wichtig zu zeigen, was uns verbindet und was uns trennt. «Genau wie die Mitglieder des Bundesrates unterscheiden sich auch die Schweizerinnen und Schweizer in ihrer Herkunft, Sprache, Kultur und Mentalität. Und alle miteinander sind wir die Schweiz. Diese Vielfältigkeit macht die Stärke unseres Landes aus», wird der Bundespräsident zitiert.

Die Portraits der Bundesregierung hat der Tessiner Fotograf Stefano Spinelli vor einem Green Screen nach einer Idee des Bundespräsidenten gemacht. Bleibt zu hoffen, dass der viel beschworenen Zusammenhalt, den das neue Bundesratsfoto darstellen will, auch im Alltag ankommt.

 

 

Von bes am 31. Dezember 2021 - 11:38 Uhr
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