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Emotionales Interview nach Fritz Künzlis Tod

Monika Kaelin: «Ich sagte ihm, dass ich ihn ewig liebe»

44 Jahre lang waren Fritz Künzli und Monika Kaelin ein Paar. Vor wenigen Tagen musste die Entertainerin für immer vom Schweizer Fussballstar Abschied nehmen. Nun spricht Kaelin zum ersten Mal über die emotionalen letzten Tage und wie es ihr heute geht.

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Monika Kaelin und Fritz Künzli waren über 40 Jahre ein Paar. Am 22. Dezember verstarb der ehemalige Spitzenfussbaler.

Hervé le Cunff

Sie waren über Jahrzehnte das Schweizer Glamour-Paar schlechthin: Fritz Künzli und Monika Kaelin, der Schweizer Spitzenfussballer und die Schauspielerin, Sängerin und Unterhalterin. Am vergangenen Sonntag mussten sie nach 44 Jahren für immer voneinander Abschied nehmen. 73-jährig verstarb die FCZ-Ikone nach jahrelanger Krankheit.

Nun spricht Monika Kaelin zum ersten Mal in einem Interview mit «Blick» über die emotionalen letzten Tage und sagt: «Ich hatte so eine Vorahnung, dass diese Weihnacht unsere letzte sein könnte.»

«Ich blieb die ganze Zeit bei ihm»

Bereits Anfang 2017 machte Monika Kaelin publik, dass Fritz Künzli an Demenz erkrankt sei. Nachdem es dem 44fachen Internationalen zwischenzeitlich wieder etwas besser ging, erlitt er im Herbst 2018 während Ferien in Frankreich eine dreifache Hirnblutung. Seither hätten sie alle Feiertage in der Zürcher Hirslanden Klinik verbracht, obwohl er dazwischen immer wieder nach Hause durfte, erzählt die Prix-Walo-Präsidentin.

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Auch dieses Jahr habe sie damit gerechnet, Weihnachten wieder mit ihm im Spital zu verbringen. «Ich habe nicht mal unsere Wohnung dekoriert.» Zehn Tage vor seinem Tod sei er zu Hause dann plötzlich immer schwächer geworden, sofort sei er mit der Ambulanz in den Notfall gebracht worden. «Ich spürte, Fritz könnte sterben. Ich blieb die ganze Zeit danach bei ihm im Spital.»

Alles Menschenmögliche getan

In der Nacht auf vergangenen Samstag sei es ihm immer schlechter gegangen, Fritz Künzli habe grosse Schmerzen und Schwierigkeiten gehabt, worauf die Ärzte ihr gesagt hätten, dass Fritz sterben werde. Künzlis Leibarzt habe ihm dann Schmerz- und Beruhigungsmittel gegeben, damit er in Ruhe einschlafen könne, falls Gott es so wolle. «Das tat ihm gut. Er hatte bereits Atemaussetzer.»

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Die zwei Fussballer Köbi Kühn und Fritz Künzli waren gute Freunde – und verstarben im Dezember 2019 kurz nacheinander.

Keystone

Am Samstag sei die Familie gekommen, um Abschied zu nehmen. «In der Nacht auf Sonntag wachte ich plötzlich auf und musste bitterlich weinen. Jetzt schaff ich es nicht mehr, dachte ich, jetzt bricht das alles zusammen.» Eine Schwester habe sie dann getröstet, ihr gesagt, dass sie alles Menschenmögliche gemacht habe. «Danach schlief ich wieder ein, Fritz lag ruhig neben mir, ich hielt ihm die Hand.»

Am Sonntagmorgen hat Monika Kaelin ihren Fritz zusammen mit einer Schwester noch gepflegt und rasiert. «Ich umarmte ihn, gab ihm einen Kuss und sagte, dass ich ihn ewig liebe.» Sein Kopf sein dann leicht weggerutscht, sie habe das Kissen deshalb neu gerichtet. «Die Atmung setzte auf einmal aus, und er schlief für immer in meinen Armen ein. Mit einem Lächeln. Wir waren uns ganz nahe.»

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Während Jahren kümmerte sich Monika Kaelin um den demenzkranken Fritz Künzli.

Keystone

Monika Kaelin hat viel geweint

Auf die Frage, wie es Monika Kaelin nun, einige Tage nach dem Tod von Fritz Künzli, gehe, meint die Entertainerin, dass es zum Aushalten sei. «Mir ist es viel schlechter gegangen, als Fritz leiden musste.» Es sei extrem hart gewesen, zuzuschauen, wie es mit ihm immer weiter bergab ging. Er war ein Kämpfer, doch seinen letzten grossen Kampf hat er verloren. Es war für ihn schliesslich eine Erlösung, gehen zu dürfen.»

Sie selbst habe in den letzten Tagen, Wochen, Monate und Jahren viel geweint. «Es tat mir gut, so den ganzen Schmerz hinauszulassen. Ich konnte Trauer zulassen. Das war für mich wahnsinnig wichtig.» Seit 2017 hat sich Kaelin fast rund um die Uhr um den Fussballer gekümmert. «Immer wenn ich verzweifeln wollte, sagte ich mir, Moni, du packst das, gib jetzt nicht auf.»

«Ich fühle mich behütet von ihm»

Die Kraft für diese schwere Zeit habe sie unter anderem aus ihrem Glauben geschöpft. Und wohl auch aus der grossen Liebe, an der sie nie gezweifelt habe. Ihn quasi abzuschieben, sei für sie unvorstellbar gewesen. «Man schaut zueinander in guten wie in schlechten Zeiten, Punkt. Fritz konnte ja nichts dafür, dass er so krank war.»

Nun sei alles vorbei. Angst vor der Leere aber habe sie keine, sagt Monika Kaelin zum Schluss des Interviews. «Sein Bett ist zwar leer, aber Fritz ist immer noch da.» Kurz vor seinem Tod habe sie noch geheult und gedacht, sie schaffe das nicht. «Diese Angst ist inzwischen weg. Ich fühle mich beschützt und behütet von ihm. Ich weiss: Mir kann nichts passieren.»

Von Thomas Bürgisser am 28.12.2019
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