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«Ich will einen Beitrag für Bedürftige leisten»

Monika Kaelin spricht über ihre Zukunft ohne Fritz

Vor einer Woche ist Ex-Profi-Fussballer Fritz Künzli verstorben. Nach 44 Jahren an seiner Seite muss sich seine Frau Monika Kaelin nach dem Schicksalsschlag neu ordnen. In einem Interview verrät die Entertainerin, was sie vorhat und wie sich ihre Einstellung zum Tod verändert hat.

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Entertainerin Monika Kaelin und Fussballer Fritz Künzli waren 44 Jahre ein Paar.

Dukas

Entertainerin Monika Kaelin, 65, macht eine schwierige Zeit durch: Am Sonntag, 22. Dezember 2019 verstarb ihr Mann Fritz Künzli 73-jährig an den Folgen seiner Demenzerkrankung. Die Präsidentin des Vereins Show Szene Schweiz war bis zuletzt bei ihm. Gemeinsam mit einer Spitalschwester hatte sie ihren Fritz am Sonntagmorgen noch gepflegt und sein Kissen neu gerichtet. Dann habe seine Atmung auf einmal ausgesetzt und er sei in ihren Armen für immer eingeschlafen, schilderte Kaelin im «Blick» die letzten Minuten mit ihrem Mann. In einem neuen Interview mit «Sonntagsblick» spricht die Prix-Walo-Chefin nun über den schmerzlichen Verlust und ihre Zukunft ohne Fritz.

«Ich musste jeden Tag ein Stückchen Abschied nehmen von ihm»

«Meine Trauerphase dauert schon über ein Jahr. So lange war Fritz nicht mehr der Mensch, den ich kannte. Ich musste jeden Tag ein Stückchen Abschied nehmen von ihm», offenbart Kaelin. Bereits im Herbst 2017 hatte die Schauspielerin die Demenzerkrankung ihres Mannes öffentlich gemacht.

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Seither umsorgte sie ihren Fritz praktisch rund um die Uhr. Um bestmöglich für ihren Liebsten da zu sein, liess sich Kaelin beim Schweizerischen Roten Kreuz zur Pflegehelferin ausbilden. «Nur wenige Tage vor Fritz' Tod habe ich die Prüfung bestanden», sagt sie. Diese Ausbildung habe ihr geholfen, ihren Mann loszulassen. «Ich konnte Abschied nehmen im Wissen, alles getan zu haben, was in meiner Kraft lag.»

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Monika Kaelin und Fritz Künzli heirateten am 24. August 1985 in Schwyz. Später liessen sie sich scheiden, blieben aber zusammen.

Keystone

«Der Umgang mit Bedürftigen liegt mir sehr»

Nachdem ihr Mann nicht mehr da ist, will sie die Tätigkeit als SRK-Pflegehelferin weiter verfolgen und etwas Sinnstiftendes machen, wie sie verrät: «Ich möchte gerne weitergeben, was ich gelernt habe. Zumindest Teilzeit. Der Umgang mit Bedürftigen liegt mir sehr. Es gibt so viele arme Menschen – ich will einen Beitrag leisten, damit es ihnen besser geht.»

Kaelin hat auch schon eine Institution gefunden, wo sie gerne tätig werden würde: Das Kloster Ingenbohl im Kanton Schwyz. «Bei den dortigen Ordensschwestern fühle ich mich wohl und geborgen.» An diesem Ort hatte die heutige Entertainerin damals als angehende Kindergärtnerin die Mittelschule im Theresianum besucht. Auch liegt das Kloster Ingenbohl in der Nähe ihrer Wohnung in Gersau SZ.

Sie will am Ort, an dem Fritz starb, wirken

Daneben möchte sie ihr erworbenes Wissen noch in einer Klinik einbringen, der sie sehr verbunden ist: «Einen Tag in der Woche würde ich auch gerne in der Hirslanden in Zürich, wo Fritz gestorben ist, Kranke pflegen», sagt Kaelin.

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Bleiben über den Tod hinaus miteinander verbunden: Monika Kaelin und Fritz Künzli, †73.

Toto Marti

Sie hat keine Angst mehr vor dem Tod

Durch den Verlust ihres Ehemannes hat sich ihre Einstellung zum Tod verändert, sagt Kaelin: «Früher hatte ich wahnsinnige Angst vor dem Tod, jetzt nicht mehr.» Sie habe zuvor nie erlebt, dass jemand in ihrem Beisein gestorben sei, bei ihrem Vater nicht, auch bei ihrer Mutter nicht. «Es tut natürlich sehr weh, wenn es passiert, aber danach tritt eine grosse Ruhe ein», erinnert sich Kaelin an den emotionalen Moment.

An der Stille im Spitalzimmer sei nichts Beängstigendes, vielmehr etwas sehr Friedliches gewesen, so Kaelin. «Ich habe Fritz nach seinem Tod ein FCZ-Leibchen angezogen. Und ihm den Rosenkranz in die Hand gedrückt, auch ein Schäfli aus Stoff, das ihn immer beschützte und ihm Wärme gab. Ich spüre, dass es weitergeht», ist die Prix-Walo-Chefin überzeugt.

«Ich spüre auch jetzt, dass Fritz bei mir ist»

Die Witwe glaubt fest an ein Wiedersehen mit ihrem Mann. Obwohl ihr Fritz seit vergangenem Sonntag fort ist, ist er für Kaelin irgendwie da, wie sie erklärt: «Ich habe einen sechsten Sinn. Ich spüre auch jetzt, dass Fritz bei mir ist. Auch wenn er physisch nicht mehr präsent ist, ist er allgegenwärtig. Er ist tief verankert in meinem Herzen. Unverrückbar.»

Von Sarah Huber am 29.12.2019
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