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Corona-Streit unter Komikern

Patrick Frey reicht Strafanzeige gegen Rob Spence ein

Sie teilen die Berufsbezeichnung, doch in Sachen Corona könnten die Ansichten von Patrick Frey und Rob Spence nicht unterschiedlicher sein. Nachdem Frey seinen Komiker-Kollegen öffentlich wegen seiner Teilnahme an einer Corona-Demo anprangerte, kam es zum grossen Streit. Daraufhin soll Spence Frey bedroht haben.

ZUERICH, 20.12.2018 - Schauspieler Patrick Frey, fotografiert bei den Proben  im "Miller's Studio" in Zuerich.PHOTO BY PASCAL MORA

Die Corona-Pandemie führt zum Zwist zwischen den Komikern Patrick Frey und Rob Spence.

Pascal Mora

Die Corona-Pandemie spaltet die Gesellschaft. Die einen halten die Sicherheitsvorkehrungen für übertrieben, andere verstehen nicht, wie man das kleinste Risiko einer Ansteckung in Kauf nehmen kann – und ein weiterer Teil zweifelt gar die Existenz des Virus an.

Diese unterschiedlichen Einstellungen spiegeln sich auch in der Welt der Komiker. So war bei Patrick Frey, 69, das Entsetzen gross, als er feststellte, dass neben den Kollegen Marco Rima, 59, und Andreas Thiel, 49, auch Rob Spence, 53, an der Anti-Corona-Demo vom 19. September teilnahm.

 

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Auf Twitter schrieb er: «Ich fasse es nicht! Jetzt ist auch noch Kollege Rob Spence zu den freiatmenden Verschwörungsmythologen übergelaufen.» Im Gespräch mit «Blick» meinte er dann, all diese Corona-kritischen Kollegen vereine ihr Bild der Männlichkeit. «Sie sind alles Macho-Männer, die mit dem Klischee des sehr männlichen, heldenhaften Mannes spielen und darüber auch Witze machen.»

Emotionales Treffen vor Premiere

Diese Aussage ging Rob Spence offensichtlich zu weit. Im Vorfeld zu Freys Premiere mit dem Stück «Der letzte Piepser» im Casinotheater Winterthur ging der Streit der Komiker in die zweite Runde. Wie Frey dem «Blick» erzählt, sei er vor dem Bühneneingang von Spence «körperlich und psychisch massiv bedroht» worden.

Laut Frey sei ihm Spence per Zufall entgegengelaufen, worauf er sich die Maske auszog und ihn gegrüsst habe. Daraufhin habe Spence entgegnet, er könne das bleiben lassen, schliesslich gehöre er zu den Menschen, die Angst haben vor Corona. Anschliessend haben ihn Spence gefragt, warum er ihn als Macho bezeichne. «Ich versuchte, ihm meine Sicht der Dinge zu erklären. Doch er hat sich nicht beruhigen lassen», so Frey.

Rob Spence

Aus der Sicht von Rob Spence verlief das Aufeinandertreffen im Casinotheater Winterthur deutlich harmloser.

HO

Gemäss Patrick Frey sei die Situation dann vollends aus dem Ruder gelaufen. Spence habe die Türe zugeschlagen, sich vor ihm aufgebäumt, angeschrien und bedroht. «Ich fürchtete um mein Leben. Ich dachte, wenn ich jetzt etwas Falsches mache, trete ich heute Abend nicht mehr auf», sagt Frey.

Aus Rob Spence' Sicht verlief die Situation deutlich harmloser. Auf Facebook schreibt er: «Ich möchte klarstellen, dass ich Patrick nicht bedroht oder tätlich angegriffen habe.» Dass die verbale Auseinandersetzung «emotional» war, räumt der Komiker ein. Grund dafür sei gewesen, dass sich Patrick Frey nicht für die aus seiner Sicht falschen und ehrverletzenden Aussagen entschuldigen wollte. Das sei das einzige, das er sich von ihm gewünscht hätte. «Es war nie meine Absicht, ihm Angst einzujagen», schreibt Spence.

Strafanzeige wegen Drohung

Weiter sei es dem gebürtigen Australier ein Anliegen, dass sich Künstler in der schwierigen Corona-Zeit nicht gegenseitig provozieren und diskreditieren, sondern liebevoll unterstützen und sich den nötigen Respekt entgegenbringen sollen.

Für Patrick Frey ist die Geschichte damit allerdings nicht abgeschlossen: «Ich werde morgen Strafanzeige gegen Rob Spence wegen Drohung und absichtlichem Missachten der Corona-Hygieneregel einreichen», sagt er.

Von FE am 09.10.2020
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