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Schweizer Auswanderer

Roli Käsbohrer – Vom Zürcher Oberland in die Karibik

Von Uster ZH nach Puerto Plata. In der Dominikanischen Republik hat der Triathlon-begeisterte Frührentner Roli Käsbohrer für sich die perfekten Trainingsbedingungen gefunden.

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<p>Fit in der Karibik: Roli Käsbohrer hat als Triathlet in der Dominikanischen Republik sein Trainings­paradies gefunden.</p>

Fit in der Karibik: Roli Käsbohrer hat als Triathlet in der Dominikanischen Republik sein Trainingsparadies gefunden.

Linda Käsbohrer

Aktuell bewegt mich die Frage, wann wir wieder friedlichere Zeiten erleben.

Wenn ich morgens aufwache, höre ich Radio 1. Das ist mir aus meiner Zeit in der Schweiz geblieben.

Zum Frühstück esse ich entweder ein Porridge oder ein Avocadobrötchen, mache einen ausgiebigen Brunch oder trinke nur einen schwarzen Kaffee – es hängt jeweils von meinem Trainingsplan ab.

Zur Arbeit fahre ich nicht, aber Besorgungen erledige ich mit dem Auto oder einem Motoconcho, das ist hier ein typisches Motorradtaxi.

Mein Arbeitstag dauert von sechs Uhr morgens bis spätnachmittags, wobei es bei mir Trainingstage sind mit Gymnastik, Laufen, Schwimmen, Velofahren und am Ende Stretching.

Am Feierabend gönne ich mir Netflix und dazu ein alkoholfreies Bier.

Typisch dominikanisch an mir ist, dass ich viel gelassener bin und mich kaum noch über irgendwas aufrege.

Touristen aus meiner Heimat zeige ich: Constanza, die höchstgelegene Stadt der Karibik auf 1200 Metern über Meer. Sie wird gern als «Schweiz der Karibik» bezeichnet.

Überschätzt wird hier die Kriminalität. Ich fühle mich sehr sicher.

Am meisten stören mich an der Dominikanischen Republik das Abfallproblem und die Wegwerfmentalität.

Von der Schweiz vermisse ich gute Velowege und feine alte Apfelsorten.

Die Schweiz kann von der Dominikanischen Republik lernen: Bescheidenheit, Gelassenheit und vielleicht etwas weniger Gesetze zu erlassen.

Schweizer Politik verfolge ich kaum.

Ich würde zurückkehren: Im Moment kommt das nicht infrage. Aber man weiss ja nie …

Mein Tipp an andere Auswanderer: Hört auf euer Innerstes, lebt erst mal probehalber für ein halbes Jahr im Land und bereitet euch gut vor.

Die Fakten zur Person

Roli Käsbohrer (62)

Beruf: Frührentner, einst Buchbinder und Fotograf.

Leben in Zahlen: Bezahlt für seine Zweieinhalb-Zimmer-Neubauwohnung mit zwei Balkonen 250 Franken Miete plus Strom (30 bis 60 Franken). In Puerta Plata kostet ein Weissbrot rund 2 Franken, der Coiffeurbesuch inklusive Rasieren 5 Franken.

Mit 52 entschied ich mich, mit Arbeiten aufzuhören, und plante die folgenden zwei Jahre meine Auswanderung. 2018 war es so weit: Die Dominikanische Republik kannte ich bereits von Ferienaufenthalten. Schon in der Schweiz war ich vom Triathlon-Fieber infiziert. Auch als «Rentner» trainiere ich dieses Jahr für zwei Ziele: den Ironman 70.3 von Punta Cana am 17. Mai und den Ironman auf der mexikanischen Insel Cozumel im November.

René Haerig, Ringier
René HaenigMehr erfahren
Von René Haenig am 14. März 2026 - 14:00 Uhr