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«Ein paarmal feuchte Augen»

So emotional war Jann Billeters Abschied von SRF

Nach 24 Jahren ist die Ära Jann Billeter beim SRF am Sonntag zu Ende gegangen. Seinen letzten Auftritt auf der Mattscheibe nutzte der gebürtige Davoser im Olympia-Studio in Tokio, um seinen Weggefährten zu danken – und voller Emotionen Adieu zu sagen.

Jann Billeter

Sichtlich gerührt nimmt Jann Billeter Abschied.

SRF

Mit einer grossen Schlusszeremonie sind die Olympischen Sommerspiele am Sonntag zu Ende gegangen. Mit 13 Medaillen waren die Spiele die erfolgreichsten für die Schweizer Delegation seit 1952 – und werden mit unvergesslichen Momenten wie dem Dreifachsieg der Mountainbikerinnen in Erinnerung bleiben.

Doch am Sonntag hat nicht nur das Sport-Highlight des Jahres ein Ende gefunden, sondern auch die SRF-Karriere von Jann Billeter. Der 49-Jährige hat sich nach 24 Jahren dazu entschieden, eine neue Herausforderung anzunehmen. Ab September wird er als Eishockeymoderator und -kommentator beim privaten Sender MySports im Einsatz stehen.

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«Es bedeutet mir so viel»

Dass ihm der Abgang von SRF alles andere als leichtfällt, wurde bei Billeters letzter Moderation am Sonntag klar. Nach einem Zusammenschnitt aus den besten Momenten vor der Kamera wurde er von seiner Kollegin Daniela Milanese live im Fernsehen verabschiedet – und musste sich fest zusammenreissen, um keine Tränen zu vergiessen. «So viele Jahre» schliesslich seien sie unterwegs gewesen, sagte Billeter in seiner rührenden Ansprache. «Wir waren wie eine Familie unterwegs, es sind Leute, die mir sehr, sehr ans Herz gewachsen sind.»

Ganz offen plauderte er aus, dass er «schon ein paarmal feuchte Augen an diesem Tag» hatte. «Es fällt mir wirklich schwer, die Worte jetzt zu finden und mich zu verabschieden von diesen Leuten.» Dabei dachte er «an alle, die draussen stehen – nicht nur die, die vor der Kamera stehen, sondern auch die dahinter», wie er sagte. «Es bedeutet mir so viel, alle diese Menschen – am liebsten würde ich jetzt alle Namen aufzählen, aber das mache ich jetzt nicht.» 

Viele Karrieren mitverfolgt

In seinen 24 Jahren hat Billeter als Sportredaktor und Moderator einiges miterlebt, wofür er sich auch bei den Sportlerinnen und Sportlern bedankte. «Ich habe so viele treffen dürfen, so viele unglaublich gute Begegnungen gehabt, so viele Wettkämpfe miterleben dürfen.» Er habe ganze Karrieren begleiten dürfen – «die einen haben aufgehört, neue sind gekommen», so Billeter. «Am Anfang war ich gleich alt wie die Sportler, jetzt könnte ich der Vater sein.» Auch nach all den Jahren gibt ihm der Sport noch immer «die genau gleiche Energie», sagte Billeter. «Es ist einfach grossartig, was der Schweizer Sport zu bieten hat.»

Zu guter Letzt wandte sich der Moderator auch direkt an die Zuschauerinnen und Zuschauer – und bedankte sich. «Dass Sie immer dabei gewesen sind. Dass Sie mich in Ihre Stuben gelassen haben.» Seine Stimme brach, als er von der grossartigen Zeit in seinem Leben schwärmte, die «mir sehr, sehr viel bedeutet». «Ich habe versucht, diese Freude rüberzubringen, die mir der Sport gemacht hat, und hoffe, das ist angekommen.» 

Grosse Resonanz

Das rührende Abschiedsvideo des beliebten Sportmoderators teilte das SRF auch auf seinen Social-Media-Kanälen. Viele Fans taten ihr Bedauern dazu kund, dass mit Billeter eines der Aushängeschilder des SRF dem Leutschenbach den Rücken kehrt. Doch auch Sportlerinnen und Sportler sowie Kolleginnen und Kollegen nutzten die Gelegenheit, um dem 49-Jährigen alles Gute zu wünschen. «Grosses Kino», meinte etwa Fussball-Experte Beni Huggel. Ironman-Gewinnerin Natascha Badmann dankte Billeter für seinen «tollen Einsatz» und wünschte ihm «nur das Beste für deine neuen Abenteuer».

Auch Jann Billeters langjähriger Kollege Rainer Maria Salzgeber liess es sich nicht nehmen, sein Gspänli auch virtuell zu verabschieden. «Du warst immer ein toller Arbeitskollege … und ein ganz feiner Mensch dazu!», schwärmte er. Billeter war zuvor in Tokio bereits von den mitgereisten Mitarbeitenden gebührend gefeiert und mit einer Welle verabschiedet worden. In seiner Story bedankte er sich für «die vielen schönen Rückmeldungen». «Sie berühren mich und bedeuten mir viel.»

«Am Anfang war ich gleich alt wie die Sportler, jetzt könnte ich der Vater sein»

Jann Billeter

Zuvor hatte er sich bereits im TV bei den Zuschauenden für die Rückmeldungen bedankt, die ihn im Laufe der Jahre erreicht haben, ehe er sich definitiv vom Publikum verabschiedete – jedoch im Wissen darum, dass es wohl nicht zum letzten Mal war. «Jetzt sage ich Adieu und auf Wiedersehen, man sieht sich ja immer irgendwo wieder», meinte er. «Danke – es war einfach genial.»

Von rhi am 09.08.2021
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