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Olympiasiegerin im Sternenglanz

So geniesst Chiara Leone die Weihnachtszeit

Als erfolgreiche Sportschützin ist sie auf allen Kontinenten unterwegs. Doch an Festtagen kehrt Olympiasiegerin Chiara Leone stets nach Hause zurück: zu ihren Eltern und Brüdern in Frick – und auf den Weihnachtsmarkt.

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<p>«Der Besuch des Markts in Frick ist der Auftakt zur besinnlichen Zeit – mit Kerzenziehen und Punsch», sagt Chiara Leone.</p>

«Der Besuch des Markts in Frick ist der Auftakt zur besinnlichen Zeit – mit Kerzenziehen und Punsch», sagt Chiara Leone.

David Biedert

Wenn man Chiara Leone nach dem 2. August 2024 fragt, beginnen ihre Augen zu glänzen. «Das ist der Tag, an dem alles passiert ist», sagt die 27-Jährige. Olympia-Gold, Umarmungen mit der Familie, die Party am Abend. Doch so sehr der Sport ihr Leben bestimmt: Weihnachten in Frick hat für sie einen ganz eigenen Zauber.

Schon Wochen vor Heiligabend zieht es sie auf den Weihnachtsmarkt: Kerzenziehen, der Duft von Zimt und Mandeln, spontane Begegnungen mit Menschen aus ihrer Jugend. Oft begleiten sie ihre Brüder Francesco (26), Luca (23) und Elia (21). «Da spüre ich die Ruhe der Familie», sagt sie – mit roten Wangen und einem Becher Glühwein in der Hand.

Heiligabend gehört ganz der Familie. Früher gab es Filet im Teig vom Grossvater, heute – Chiaras vegetarischer Ernährung zuliebe – meist Raclette. «Die Normalität ist das Spezielle», sagt sie. Am 25. Dezember wirds dann gross: Vater Nicola (65) hat Geburtstag, rund 25 Personen kommen zusammen, er kocht eine riesige Portion Pasta – wie es in italienischen Familien Tradition ist. «Es geht nicht ums Essen, sondern ums Zusammensein.»

<p>Die Leones in bester Adventslaune: Chiara (M.) stösst mit ihren Brüdern Francesco, Luca und Elia (v. l.) und den Eltern Nicola und Monika auf das Christkind an.</p>

Die Leones in bester Adventslaune: Chiara (M.) stösst mit ihren Brüdern Francesco, Luca und Elia (v. l.) und den Eltern Nicola und Monika auf das Christkind an.

David Biedert

Viele Weihnachtsrituale stammen aus ihrer Kindheit. Chiara war früher im Blauring aktiv, organisierte Kerzenziehen und übernahm als Gruppenleiterin Verantwortung. Heute helfen ihre Brüder am Weihnachtsmarkt mit: «Das verbindet mich mit meiner Heimat», sagt Chiara. Weihnachten ist die Zeit, in der die Spitzensportlerin zu Hause wirklich ankommt.

Der Sport ist immer präsent

Der Sport bleibt dennoch präsent. Unter der Woche trainiert sie normalerweise in Biel: sechs Schiesseinheiten, Kraft, Kondition, mentale Arbeit. Dazu Wettkämpfe in der 1. Bundesliga Nord in Deutschland beim SV Wieckenberg, wo Trommeln und Trompeten in den Hallen dröhnen. Trotz Gold bleibt Chiara Leone fokussiert – und demütig: «Im Schiesssport entscheiden Winzigkeiten. Halbheiten werden sofort bestraft.»

Der Olympiasieg hat Chiaras Bekanntheit sprunghaft erhöht. «Das öffentliche Interesse ist deutlich grösser geworden.» Junge Athletinnen bitten um Autogramme, Fans erkennen sie auf der Strasse und wollen ein Selfie. Dennoch steht für sie der Wettkampf im Zentrum. «Am wichtigsten ist, dass ich meine Leistung bringe. Alles andere ist Nebensache.»

<p>Kindheitserinnerungen: Chiara mit ihrem Bruder Luca beim Kerzenziehen in Frick.</p>

Kindheitserinnerungen: Chiara mit ihrem Bruder Luca beim Kerzenziehen in Frick.

David Biedert

Und doch – an Weihnachten zählen das Zuhause und die Familie: Kerzen, Gespräche, die grossen Runden am Tisch. «Weihnachten ist für mich der Moment, in dem ich wirklich heimkomme.» Hier, zwischen Kerzenwachs und Lichterglanz, zeigt sich eine andere Seite der Olympiasiegerin: die Tochter, die Schwester, die trotz internationalem Erfolg ihre Wurzeln pflegt – und genau weiss, wo sie hingehört. Die Familie ist ihr grösstes Glück.

Von Thomas Renggli am 14. Dezember 2025 - 12:00 Uhr