Aktuell bewegt mich die politische Zukunft von Honduras.
Wenn ich morgens aufwache, höre ich nur Stille.
Zum Frühstück esse ich Rührei mit Avocado und Bohnen oder Joghurt mit Haferflocken.
Zur Arbeit fahre ich 10 bis 15 Minuten mit dem Auto.
Mein Arbeitstag dauert unterschiedlich lange. Mit dem Posten als Finanzchef und einem eigenen Restaurant gibts keine geregelten Arbeitszeiten.
Am Feierabend gönne ich mir Zeit mit den Kindern – wir spielen oder lesen Bücher. Das ist für mich das Schönste.
Typisch honduranisch an mir ist, dass ich mittlerweile alles gelassener nehme.
Touristen aus meiner Heimat zeige ich die Insel Roatán mit dem zweitgrössten Korallenriff der Welt und die Regenwälder der Region, etwa den Panacam.
Überschätzt werden hier akademische Titel. Als Ingeniero oder Licenciado gilt man schnell als jemand, der auf alle Fragen eine Antwort weiss.
Am meisten stören mich an Honduras Stromausfälle, Schlaglöcher – und die begrenzten Möglichkeiten, sich gesund zu ernähren.
Von der Schweiz vermisse ich als leidenschaftlicher Feuerwehrmann die Feuerwehr, Bratwurst, Rösti, die Natur, Berge, die Verlässlichkeit und Organisation des Alltags sowie die Jahreszeiten: Hier gibts nur heiss oder heisser.
Die Schweiz kann von Honduras lernen, aus kleinen Dingen keinen Elefanten zu machen.
Schweizer Politik verfolge ich regelmässig, lese online NZZ, AZ für News aus dem Aargau, den «Blick» – und ich höre Podcasts.
Ich würde zurückkehren: allenfalls wenn unsere Kinder grösser sind und meine Frau und ich älter werden.
Mein Tipp an andere Auswanderer: Lernt die Sprache, plant, und brecht nicht einfach ins Blaue auf.
Die Fakten zur Person
Beruf: CFO bei Agroindustrias Del Corral und Mitgründer des Restaurants El de Arriba.
Leben in Zahlen: Hat mit Ehefrau und zwei Kindern ein kleines Haus gemietet. Der Lohn aus beiden Jobs ermögliche ein gutes Leben. Ein Kilo Brot kostet knapp 2 Franken, der Coiffeurbesuch rund 10 Franken.
Nach der KV-Lehre bei der UBS arbeitete er bis 2013 am Lateinamerika-Desk der Bank. Sein HSG-Studium schloss er mit einem Bachelor in BWL ab und ging zum Medienbeobachter Argus Data Insights. In der Schweiz lernte er seine Frau Ana Rosibel kennen und entschied sich vor fünf Jahren, mit ihr in ihre Heimat Honduras auszuwandern. Sie leben in der Stadt Siguatepeque, was «der Berg der Frauen» bedeutet.

