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Der Rapper leidet an Depressionen

Stress: «Ich habe Suizidgedanken»

Auf der Bühne ist Rapper Stress eine Gewalt: Er springt, brüllt und reisst seine Fans vom Hocker. Privat sieht es in dem Lausanner oft sehr dunkel aus. Offen spricht er jetzt über seine psychische Erkrankung.

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Rapper Stress nimmt seine Follower mit in seine Therapiesitzung.

Instragram/stressmusic

Stress sitzt in einem dunklen Raum. Ihm gegenüber eine Frau, deren Gesicht nicht zu sehen ist. «Das ist jetzt sicher ungewohnt für dich, dass wir sprechen und hinter dir filmen meine Jungs», sagt der 41-Jährige. Die Frau bejaht. 

Es handelt sich um die Therapeutin des Rappers. Er hat einen wagemutigen Schritt gemacht. Auf Instagram teilte er einen Ausschnitt aus seiner Therapiesitzung. Im Nachzug sprach er in einem Interview offen darüber, wie es in ihm oft wirklich aussieht.

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«Mach eine Therapie!»

«Ich habe Suizidgedanken. Immer wieder», sagt Andres Andrekson, wie Stress mit bürgerlichem Namen heisst, gegenüber «20 Minuten». Seit zwei Jahren sei er wegen seiner Depressionen jede Woche in Therapie. Eine Massnahme, die ihm hilft und von der er fest überzeugt ist.

«Ich sage jedem und jeder: Mach eine Therapie!», so Stress. «Belaste nicht deine Freunde oder Familie mit deinen Problemen. Das ist egoistisch.» Wie egoistisch das ist, weiss auch seine Partnerin Ronja Furrer, 26.

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Ronja Furrer und Stress sind seit 2012 ein Paar.

David Biedert

Aggressiv gegenüber Mitmenschen

Seit sieben Jahren sind das Model und der Rapper ein Paar. Darüber, wie sehr eine Beziehung unter einer psychischen Erkrankung leiden kann, sagt Stress: «Wenn es jemandem so geht wie mir, ist das nicht schön für alle, die einem nahestehen.» Wenn es einem selbst schlecht gehe, dann könne man anderen auch nichts Gutes geben.

Er habe schlechte Tage, so Stress weiter. Manchmal fühle er sich antriebslos, deprimiert, sei aggressiv gegenüber Mitmenschen. Doch die Therapie helfe ihm. Daneben macht er noch Boxtraining und er sagt: «Ich trinke kaum mehr Alkohol.»

Neues Album in Arbeit

So schafft es der Lausanner, Licht in die Dunkelheit zu bringen. Er sagt: «Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich einen Menschen, der versucht, eine bessere Version von sich selbst zu sein. Ich arbeite daran.» Er habe wieder Bock auf das, was er mache. «Musik bedeutet mir alles, da will ich nicht bescheissen.»

Seit zwei Jahren arbeitet Stress an seinem neuen Album, das bei ihm zu Hause im Zollikerberg entsteht. Dafür habe er «jeden Tag» Songs geschrieben. Welche es auf die neue Scheibe schaffen werden, ist noch offen. Für seine Festivalauftritte auf dem Openair Gampel und am Stars in Town hat er erst einmal seine Band neu besetzt. Stress ist zurück und man darf sich auf seine gewaltigen Liveshows freuen. 

 

Von Berit-Silja Gründlers am 20.06.2019
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