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  4. Marc Sway und Bligg bei «Schreiber talkt»: BLAY animieren Kids gegenseitig zum Fluchen

Persönliche Einblicke in neuer Show

Sway und Bligg animieren ihre Kids gegenseitig zum Fluchen

Im eigenen Daheim gibt es sowohl bei Marc Sway als auch bei Bligg Fluchwörter, die auf der schwarzen Liste stehen. Unfreiwillig sorgen sie aber bei den Kindern des jeweils anderen damit für Inspiration. Das verraten sie in einer neuen Show – und packen über vieles andere aus. Zum Beispiel darüber, wer seinen Führerschein insgesamt schon sechseinhalb Jahre abgeben musste.

BLAY Bligg und Marc Sway

Prägen sich nicht nur musikalisch, sondern auch in den eigenen vier Wänden: Bligg (l.) und Marc Sway.

Joseph Khakshouri

Eigentlich war ihr gemeinsames Projekt BLAY nur auf ein Jahr ausgelegt. Doch das Coronavirus hat die Pläne durchkreuzt. Nun ist alles anders: Statt dieses Jahr werden Bligg, 44, und Marc Sway, 42, ihr Bandprojekt erst Ende 2022 mit dem «grossen Heimspiel» im Zürcher Hallenstadion beenden.

Bis dahin wollen sie ihre Energie in die gemeinsame Arbeit stecken. Das Herzblut ist dabei längst ins Album «Heimspiel» geflossen, wie sie in der neuen Sendung «Schreiber talkt» (ab 7. September jeweils monatlich am ersten Dienstag, 21.45 Uhr auf auftanken.TV und Youtube) verraten. So wie vieles andere, das überrascht, einen zum Schmunzeln bringt – oder rührt.

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1. Sie animieren ihre Kids gegenseitig zum Fluchen

Im Hause Bliggensdorfer (Bligg bürgerlich) und Bachofen (Sway) gelten bei der Sprache klare Regeln: Fluchen ist nicht gern gehört. Doch ganz verhindern kann man das nicht – vor allem, wenn man mit dem jeweils anderen Musiker gut befreundet ist.

Wie Sway erzählt, rappt eine seiner beiden Töchter Naomi, 12, und Nahla, 10, besonders gerne bei einer Songzeile von BLAY mit. «Im Song ‹D'Schueh› fängt Bligg an mit dem Rap ‹Mini Schueh sind abgfuckt und nümme modern›. Und das ist der Lieblingssatz meiner Tochter!», so der Musiker. «Jedes Mal, wenn sie kommt, rappt sie immer diesen Teil. Und ich schaue sie an und denke mir so: Danke dafür!»

Wie Bligg aber schnell entgegnet, sind sie beide damit erst quitt. Er nämlich habe seinem Sohn Lio, 6, beigebracht: «Geil sagen wir nicht». Doch das auch vorzuleben, klappt nicht immer. «Jedes Mal, wenn er da rumschleicht im Studio, sagen die Jungs so: ‹Isch mega geil.›» Aus dem Hintergrund würde dann jeweils ein «Geil sagen wir nicht!» kommen

Doch damit nicht genug: Dass sie mit «Geiler» sogar einen Song auf dem BLAY-Album haben, der nach dem verbotenen Wort benannt ist, sorgt bei Lio für Unklarheit. «Als ich meinem Sohn zum ersten Mal das Album gezeigt habe, sitzt er im Auto, hört mit und findet: ‹Du, Papi, ich komme jetzt nicht mehr draus.›» Die Idee zum Songtitel ist aber Bligg zufolge nicht etwa auf seinem Mist gewachsen. «Es bin nicht ich, es ist er!», sagt er schmunzelnd in Richtung Sway. 

2. Kein Bad Boy

Die Urform von Rapmusik habe immer etwas Rebellisches, erzählt Bligg im Gespräch weiter, und sei mit vielen Klischees behaftet. «Ich habe mich jetzt nie so als Bad Boy gesehen.» Viel eher hat er sich an der Familie orientiert. «Ich habe immer gefunden, dass ich die Texte, die ich schreibe, eines Tages meinen Kindern zeigen will. Mittlerweile sind es über 250 Songs, die ich veröffentlicht habe, und ich kann jeden davon guten Gewissens meinen Kindern zeigen.» 

Bei Marc Sway sieht das Ganze etwas anders aus. «Zum Glück sind ein paar Texte in Englisch», erzählt er lachend. 

3. Bligg verlor den Führerschein mehrfach

Spannendes kommt zutage, als Bligg auf die Behauptung «Noch nie wurde mir der Führerschein entzogen» eingehen muss. Denn von seinen insgesamt 26 Jahren mit Permis hatte er dieses nur während drei Vierteln der Zeit. «Ich darf das fast nicht sagen, aber ich habe in all den Jahren, in denen ich Auto fahre – und ich habe meinen Führerausweis seit 1995 – sechseinhalb Jahre keinen Ausweis gehabt.» 

Marc Sway Bligg Blay

Haben viel ausgeplaudert: Marc Sway (l.) und Bligg (Mitte) bei Moderator Pät Schreiber in der neuen Show «Schreiber talkt». 

ZVG

4. Song ist den verstorbenen Geschwistern gewidmet

Auf dem Album habe es viele Songs, die sehr persönlich sind, erzählt Bligg. Als Beispiel nennt er «Sanduhr». Das Lied behandelt das Thema Verlust – mit konkreten Erlebnissen. «Wir beide teilen das Schicksal, dass wir ein Geschwister verloren haben», sagt der Zürcher. 

Bliggs Halbschwester verstarb 2012 im Alter von 17 Jahren. «Was mit meiner Schwester passiert ist, hat alles unbedeutend werden lassen», sagte er kurz danach im Interview mit SI online. Marc Sway musste im September 2019 den Unfalltod seines Bruders Daniel, †24, verkraften. «Mein Herz ist gebrochen», beschrieb er seine Gefühlswelt kurz darauf im «Blick». 

«Du bisch viel z'früeh gange – z'spaat hämmers gmerkt. Vieles isch hütt anderst – was no staht, isch de Schmerz»

Songzeile aus «Sanduhr»

Dass ihr Album auch solche happigen Themen anschneidet, war für Bligg und Sway schnell klar. Weil ihre Platte Mundart sei und «man alles versteht», sind sie «am Anfang des Albums hingesessen und haben gesagt: ‹Wo sind unsere gemeinsamen Nenner, über die wir authentisch singen und rappen können?› Ich glaube, das ist uns gelungen», erklärt Rapper Bligg. 

5. Sway nutzt Notlügen 

Die Behauptung, er habe noch nie ein Kind angelogen, muss «Severina»-Sänger Marc Sway verneinen. «Hab ich schon», gibt er unumwunden zu. «Anlügen ist ein sehr dehnbarer Begriff. Es gibt manchmal Momente, in denen man die Wahrheit gut versteckt.» 

Er könne sich nicht vorstellen, dass es «irgendwelche Eltern gibt, die nicht schon einmal geflunkert haben bei einer Antwort». Offen berichtet er weiter, dass er und seine Frau Severine gegenüber den Kindern auch schon zugeben mussten, dass sie bei einer gefällten Entscheidung falsch gelegen hätten. Die Offenheit sieht der Musiker aber als Chance. «Ich finde, das ist eine gute Sache, sodass Kinder schnell merken, dass wir fehlerhaft sind als Eltern.»

6. Marc zweifelte an seinem Talent

Vergangenes Jahr war Marc Sway zum ersten Mal in seinem Erwachsenenleben als Schauspieler zu sehen. In «Eden für jeden» spielte er einen Musiker. «Das war eine tolle Erfahrung», schwärmt er. Etwas Neues zu machen, sorgte bei ihm für Begeisterung – aber löste auch Zweifel aus. «Musik machen, das können wir unterdessen, das machen wir lange genug. Wieder mal was zu machen, wo man nicht sicher ist, ob es gut kommt oder nicht, war eine tolle Erfahrung.»

Das adaptiert der ehemalige «The Voice of Switzerland»-Juror gleich aufs ganze Leben. Denn mit dem Sich-Reinstürzen in etwas, was man noch nicht gemacht hat, «höre man ein wenig auf», wie er sagt. «Je älter man wird, desto weniger geht man das Risiko ein, wieder Sachen zu machen, von denen man nicht weiss, ob man sie kann.»

7. Viel Quatsch gemacht

Bligg und Sway sind seit über 15 Jahren miteinander befreundet, auch musikalisch haben sie bereits vor der gemeinsamen Band zusammengespannt. Richtig los ging es mit der Hitsingle «Us Mänsch». Die animierte gleich dazu, sich erneut zusammenzutun. Entstanden ist der Song «Sorry Mama», der ebenfalls zum Hit wurde.

«Je älter man wird, desto weniger geht man das Risiko ein, wieder Sachen zu machen, von denen man nicht weiss, ob man sie kann»

Marc Sway

Und das nicht ganz zu Unrecht, wie die beiden Musiker ausplaudern. Bliggs Antwort auf die Frage, ob sie selbst schon häufig «Sorry Mama» sagen mussten, lässt darauf schliessen, dass sie beide viel Quatsch gemacht haben. «Schon genug», gibt der zweifache Papa zu. Und präzisiert: «So oft, dass wir berechtigt sind, den Song zu schreiben.» 

Weitere Einblicke ins gemeinsame Schaffen von Bligg und Marc Sway alias BLAY gibt es am Dienstag, 7. September 2021, um 21.45 Uhr bei «Schreiber talkt» auf auftanken.TV und Youtube.

Von rhi am 01.09.2021
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