Grund Nr. 1: Die grosse Aufräum-Illusion. Viele versuchen, zwischen Weihnachten und Neujahr noch schnell «reinen Tisch» zu machen: Mails beantworten, Projekte abschliessen, Altlasten abhaken – um dann mit Schwung ins neue Jahr zu starten. Klingt logisch, ist aber Selbstsabotage. Denn wir wollen neue Resultate erreichen, bleiben aber in der alten Rolle. Es ist ein reiner Kopfentscheid, und der verändert keine Identität.
Beispiel: Man nimmt sich vor, im neuen Jahr endlich entspannter zu arbeiten – rennt aber Ende Dezember noch hektischer als sonst durchs Büro. Das Ergebnis: gleiche Rolle, gleicher Stress – nur mit neuem Kalender.
Grund Nr. 2: Die nebulöse «bessere Version» von mir. Der Satz «Ich will die beste Version meiner selbst werden» tönt gut, ist aber etwa so konkret wie der Wunsch, irgendwann mal glücklich zu sein. Wachstum passiert ohnehin, ein Zurück gibt es nicht. Doch je grösser und schwammiger der Vorsatz, desto lähmender wirkt er.
Beispiel: Statt sich zu sagen, «Ich möchte mehr Harmonie erleben», hilft der konkrete Vorsatz, «In meiner Rolle als Partner höre ich abends zu, ohne aufs Handy zu schauen». Plötzlich ist klar, was zu tun ist – und was nicht.
Grund Nr. 3: Zu viel Kontrolle, zu wenig Leben. Viele Vorsätze scheitern, weil wir das Wie bis ins Detail planen wollen. Dabei nehmen wir dem Leben jede Möglichkeit mitzuspielen. Sinnvoller ist, den gewünschten Zustand zu beschreiben – nicht den exakten Weg dorthin.
Beispiel: statt «Ich meditiere jeden Morgen 20 Minuten» lieber, «Ich fühle mich im Alltag ruhiger und präsenter». Vielleicht funktioniert das durch Spaziergänge, Gespräche oder, ja – sogar durch Meditation.
Fazit: Weniger Druck, mehr Klarheit. Vorsätze scheitern nicht an Faulheit, sondern an falschen Ansätzen. Wer Rollen reflektiert, konkret wird und dem Leben Raum lässt, hat deutlich bessere Chancen, das Gewünschte umzusetzen.
