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DJ Antoine bei «Die Höhle der Löwen»

«In Vegi-Burger würde ich nicht investieren»

Ab dem 22. September buhlen in der TV-Show «Die Höhle der Löwen Schweiz» erneut innovative Start-ups um die Gunst von finanzkräftigen Investoren. In der zweiten Staffel erstmals dabei ist DJ Antoine. Der Musikproduzent und Unternehmer spricht im Interview über Geld, Geld – und nochmal Geld.

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Welche(s) Start-up(s) darf auf DJ Antoines finanzielle Unterstützung hoffen? Man darf gespannt sein. 

Andrea Camen

DJ Antoine, was bewegt Sie dazu, in einer TV-Show in junge Start-ups zu investieren?
Wenn die Idee gut ist, gibt es fast immer einen Weg, sie umzusetzen und ein Business draus zu machen. Klar, für mich ist die Situation neu, mich innerhalb kürzester Zeit entscheiden zu müssen. Auf der anderen Seite habe ich schon sehr viele Entscheide in meinem Leben aufgrund eines Bauchgefühls getroffen.

Welchen Betrag sind Sie bereit, zu investieren?
100'000 bis 250'000 Franken, darüber würde ich nicht gehen. Das ist viel Geld, da überlegt man sich schon genau, ob ein Start-up das wert ist oder nicht.

Aber wenn die 250'000 flöten gingen, würds Ihnen nicht wehtun.
Doch, natürlich. Deshalb mache ich sie auch wirklich nur dann locker, wenn ich total überzeugt von der Idee bin.

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Dabei sind Sie ja eigentlich der Beweis, dass man gar nicht unbedingt so viel Geld braucht, um ein Business zu starten.
Stimmt. Ich habe im Schallplattenbusiness angefangen mit 800 Franken. Diese habe ich in Platten investiert, mit denen ich 1600 Franken verdient habe. Aus diesen wurden 2400 Franken und so weiter. Wenn ich bei einer Investition in ein Start-up mein Kapital verdoppeln kann, bin ich also zufrieden. Noch lieber wäre mir allerdings, ich würde es verzehnfachen.

Worin würden Sie nicht investieren?
Mit Vegi-Burgern tue ich mich schwer. Ich weiss, Fleisch-Ersatz ist ein Riesentrend, aber ich muss ja nicht jeden Trend mitmachen. Wenn mir die Tiere leid tun, dann esse ich halt Gemüse statt Burger!

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Die diesjährigen «Löwen»: Tobias Reichmuth, Bettina Hein, Roland Brack, Anja Graf, DJ Antoine (v. l.). 

ZVG

Was bedeutet Ihnen Geld?
Freiheit und Sicherheit. Ich könnte nicht schlafen, wenn mein Kontostand im Minus wäre.

Kennen Sie finanzielle Sorgen?
Natürlich. Viele denken, ich habe voriges Geld und muss mir über gar nichts Gedanken machen. Aber wie bei allen anderen im Showbusiness wurde mir vergangenen März von einem Tag auf den anderen buchstäblich der Stecker gezogen und ich konnte meinem Haupterwerb, dem Auflegen, nicht mehr nachgehen. Dass dies mittlerweile seit einem halben Jahr andauert, ist hart, zumal ich Angestellte habe, für die ich Verantwortung trage. Damit, dass es mal nicht so gut läuft, habe ich immer gerechnet. Damit, dass mal gar nichts mehr läuft, nicht. Das ist katastrophal.

Womit verdienen Sie ausser mit Auflegen noch Geld?
Dadurch, dass man meine Musik auf der ganzen Welt hört, werfen die Streams ein bisschen etwas ab. Ansonsten habe ich vor vier Jahren meine Holding «Konrad Lifestyle» gegründet, darüber verkaufe ich Real Estate, also Grundeigentum, Outdoor-Design, Champagner und Wein. Zudem gibt es einen Member Club, deren Mitglieder im Clubhaus verkehren und an privaten Anlässen teilnehmen können.

Zu diesem Job gehört Ihr Auftritt auf Ihren Social-Media-Profilen, den viele als protzig wahrnehmen. Stört Sie das?
Natürlich bietet man Angriffsfläche, wenn man, gerade in Krisenzeiten, mit einem Rolls Royce posiert. Aber ich habe alles, was ich habe, selbst verdient. Ich lebe nicht auf Kosten anderer, ich schaffe Arbeitsplätze. Jeder und jede hat diese Möglichkeit auch. Man muss sich einfach bewusst sein, dass da sehr viel Arbeit dahintersteckt. Ich finde nicht, dass ich mich verstecken muss. Es ist doch schade, wenn sich jemand einen Ferrari leistet und diesen in der Garage lässt, weil er sich für seinen Reichtum schämt. Ich bin, wer ich bin, und tue doch niemandem was zuleide.

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Am 1. August posiert Antoine auf seiner Instagram-Seite mit Rolls Royce. Das stösst einigen Leuten mitten in der Corona-Krise sauer auf. 

instagram.com/djantoineofficial

Wie handhaben Sie das Thema Geld mit Ihrem 20-jährigen Sohn?
Solange er schulpflichtig ist, unterstütze ich ihn, wie jeder Vater seine Kinder unterstützen sollte. Ich motiviere ihn jedoch auch, dass er rasch auf eigenen Beinen steht. Sebastian hat gerade die Matura mit Bravour bestanden. Er hat im Anschluss bis zu seinem Zivildienst in meinem Unternehmen gearbeitet und damit etwas an seinem Lebensunterhalt beigetragen. Das ist mir wichtig. 

Was ist für Sie Luxus?
Zeit. Ausschlafen, kein Programm haben, im Trainer chillen, eine Zigarre rauchen, baden, spazieren, in den Tag hineinleben. 

Welche Tipps geben Sie jemandem, der eine Karriere wie Sie machen möchte?
Zuerst einmal muss man denken – und zwar von Anfang bis zum Ende, und nicht vorher aufhören. Daran scheitern viele. Dann muss man bereit sein, Opfer zu bringen. Acht Stunden pro Tag, fünf Tage die Woche – das reicht nicht! Als ich anfing, habe ich täglich von frühmorgens bis nachts gearbeitet. Man darf sich für nichts zu schade sein. Ich habe während des Lockdowns im Büro WC geputzt, gestaubsaugt, Nägel eingeschlagen. Das gehört einfach dazu. Wenn man etwas wirklich will, muss man bereit sein, untendurch zu gehen.

Von Sandra Casalini am 18.09.2020
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