Aktuell bewegt mich die Frage, welche noch unbekannten Juwelen Patagoniens wir unseren Gästen zeigen können.
Wenn ich morgens aufwache, höre ich Radio SRF.
Zum Frühstück esse ich Joghurt, Brot mit Butter und Konfi, ab und zu ein Ei, Pancakes oder Porridge.
Für die Arbeit pendle ich mit Bus, Velo oder Auto – ins Büro.
Mein Arbeitstag dauert bis gegen 14 Uhr, wenn ich im Sommer draussen unterwegs bin, im Büro acht Stunden.
Am Feierabend gönne ich mir, wenn mein Mann und ich zu Hause sind, ein feines Znacht, das wir gemeinsam kochen.
Typisch chilenisch an mir ist, dass ich inzwischen das hiesige Spanisch gut beherrsche sowie spontaner und flexibler bin.
Touristen aus meiner Heimat zeige ich: Naturperlen wie Gletscher, Wälder, Fjorde und Steppen, Pumas, Wale, Guanakos, Kondore und Pinguine.
Unterschätzt wird hier die leichte magellanische Bise, die doch Windgeschwindigkeiten bis 70 Stundenkilometern mit sich bringt.
Am meisten stört mich an Chile der dürftige Respekt gegenüber der Natur und den Mitmenschen.
Von der Schweiz vermisse ich den einfacheren Zugang zur Natur.
Die Schweiz kann von Chile lernen: Flexibilität und Spontaneität.
Schweizer Politik verfolge ich primär auf nationaler Ebene. Und dank E-Voting in meinem Herkunftskanton ist es mir möglich, auch von Patagonien aus an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen.
Ich würde zurückkehren, wenn mein Mann und ich gemeinsam beschliessen sollten, unser Leben in der Schweiz weiterzuführen.
Mein Tipp an andere Auswanderer: Integriert euch am neuen Ort, ohne eure Herkunft und die damit verbundenen Schweizer Eigenheiten aufzugeben.
Die Fakten zur Person
Beruf: Studierte Geografin und Reiseleiterin.
Leben in Zahlen: Lebt mit Partner Claudio in einem alten Haus auf dem Land, ihr Monatslohn beträgt 1200 Franken. In Punta Arenas gibts ein Weissbrot für 2, ein Vollkornbrot für 8 Franken, der Coiffeurbesuch kostet etwa 20 Franken.
Fasziniert von Patagonien will sie wissen, ob sich die Realität mit ihrer Vorstellung deckt. 2017 fängt sie als Freiwillige in einem Unternehmen an, das ein touristisch-wissenschaftliches Projekt zur Walbeobachtung in der Magellanstrasse führt. Sie ist als Reiseleiterin, im Bereich PR, Kundenkontakt und Organisation tätig. 2020 lernt sie ihren Partner kennen, arbeitet seit 2021 für seine Firma Far South Expeditions (farsouthexpeditions.com).

