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50 Jahre Frauenstimmrecht

«Ziel ist es, motivierte Frauen für die Sicherheit zu gewinnen»

Durch eine eidgenössische Abstimmung wurde 1971 in der Schweiz das Frauenstimmrecht eingeführt. 50 Frauen blicken für die Schweizer Illustrierte zurück – und wagen einen Blick in die Zukunft. Heute: Johanna Bundi Ryser, Chefin des Verbandes Schweizerischer Polizei-Beamter.

Johanna Bundi Ryser, Präsidentin Verband Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB)  Johanna Bundi Ryser, Präsidentin der Schweizerischen Polizeigewerkschaft «Verband der CH Polizei-Beamten» BLI_2017_06_15 BLI_2017_06_17 BLI_2017_06_19 Johanna Bundi Ryser Johanna Bundi Ryser Johanna Bundi Ryser · Präsidentin bei Verband Schweizerischer Polizei-Beamter VSPB © HO

«Rahmenbedingungen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie schaffen»: Johanna Bundi Ryser.

ZVG
Johanna Bundi Ryser, Präsidentin Verband Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB)  Johanna Bundi Ryser, Präsidentin der Schweizerischen Polizeigewerkschaft «Verband der CH Polizei-Beamten» BLI_2017_06_15 BLI_2017_06_17 BLI_2017_06_19 Johanna Bundi Ryser Johanna Bundi Ryser Johanna Bundi Ryser · Präsidentin bei Verband Schweizerischer Polizei-Beamter VSPB © HO
Johanna Bundi Ryser

Chefin des Verbandes Schweizerischer Polizei-Beamter

Alles ist nichts ohne Sicherheit! Als Polizistin und Präsidentin des Berufsverbands der Polizistinnen und Polizisten beschäftige ich mich täglich mit Sicherheitsfragen. Sicherheit für die Bevölkerung, aber auch für alle meine Berufskolleginnen und Berufskollegen.

Wann die erste Frau in der Schweiz in den Polizeidienst eingetreten ist, kann nicht genau gesagt werden. Es dürfte aber in den 1960er-Jahren gewesen sein, als die ersten Frauen diesen Schritt wagten.

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Der Polizeiberuf galt lange als Männerdomäne, der nur von Männern ausgeübt werden könne. Zwischenzeitlich hat sich dies aber markant verändert. Immer mehr junge Frauen entdecken diese spannende und herausfordernde Arbeit für sich. Ich habe nie bereut, dass ich mich vor 30 Jahren zu diesem Schritt entschlossen habe.

Bundi in der Freizeit im eigenen Wald
ZVG

Zur Person

Seit 2016 ist Johanna Bundi Ryser Chefin des Verbandes Schweizerischer Polizei-Beamter und vertritt die Interessen von rund 26 000 Polizistinnen und Polizisten – als erste Frau! Sie absolvierte eine militärische Karriere als Motorfahrerin und arbeitete als Kantonspolizistin in ihrer Heimat Graubünden, dann bei der Bundespolizei in Bern. Die 58-Jährige ist verheiratet, ihr Ehemann ist ebenfalls Polizist. Gemeinsam haben sie einen Sohn.

Die Implementierung der Frauen in die Polizei war keineswegs einfach. Zu Beginn bestanden Vorbehalte und Vorurteile. Eine Wende brachte den Frauen das schweizerische Opferhilfegesetz, das am 1. Januar 1993 eingeführt wurde. Darin wird gefordert, dass eine Person, welche in der Schweiz durch eine Straftat in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist, Anspruch auf Betreuung durch eine Person des gleichen Geschlechts verlangen kann.

Was macht eine moderne Polizei erfolgreich? Der Schlüssel heisst Vielfalt. Ich glaube nicht an starre Geschlechterrollen, sondern an die Stärken und die Fähigkeiten von gemischten Teams. Dies soll eine Grundphilosophie eines modernen Polizeikorps sein. Klares Ziel ist es, weiterhin motivierte Frauen für die Sicherheit zu gewinnen. Dabei aber auch die nötigen Rahmenbedingungen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen.

Mein Aufruf ergeht an alle Frauen, sich für Fragen rund um die Sicherheit zu interessieren und zu engagieren. Ein erster Schritt könnte sein, sich mit dem Berufsbild einer Polizistin zu befassen. Die Polizeikorps suchen immer fähige und motivierte Frauen. Denn: Alles ist nichts ohne Sicherheit, gerade weil diese auch durch Polizistinnen garantiert wird!

Von Johanna Bundi Ryser am 30.09.2021
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