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Mit zwei und vier Rädern

Fahrt ins Grüne mit Fabian Cancellara und Mercedes

Olympiasieger Fabian Cancellara erhält von Mercedes-Schweiz-Chef Marc Langenbrinck seinen Dienstwagen – anschliessend gehts auf Ausfahrt mit vier und zwei Rädern.

Mercedes GLE 300 D, Fabian Cancellara, Marc Langenbrinck
Bergpreis in Sicht: Am Fusse der Steigung zur Buchenegg hoch posieren Fabian Cancellara und Marc Langenbrinck nochmals kurz für den Fotografen. Geri Born

Kein normaler Tag für Fabian Cancellara, 38. Heute kann der frühere Radrennprofi und Olympiasieger am Mercedes-Benz-Hauptsitz in Schlieren ZH bei CEO Marc Langenbrinck seinen neuen Dienstwagen abholen. Der blaue Mercedes GLE ist ein sehr geräumiger SUV mit spar­samem Dieselmotor und auch sonst ideal für den Unternehmer, Radsportler und Familienvater Cancellara. «Seit meinem Rücktritt Ende 2016 hat sich das Verhältnis meiner gefahrenen Kilometer im Auto zu denen auf dem Rad ziemlich genau umgekehrt. Während meiner Aktivzeit fuhr ich im Jahr rund 25 000 Kilometer mit dem Velo und 5000 mit dem Auto. Heute sind es ­dafür rund 30 000 Kilometer mit dem Auto.»

Mercedes GLE 300 D, Fabian Cancellara, Marc Langenbrinck
Freudige Begrüssung: Gross ist die Freude, Mercedes CEO Marc Langenbrinck und Fabian Cancellara treffen sich in Schlieren. Geri Born
Mercedes GLE 300 D, Fabian Cancellara, Marc Langenbrinck
Schlüsselübergabe: Fabian Cancellara nimmt den Schlüssel seines neuen Dienstwagens, dem Mercedes GLE, in Empfang. Geri Born

Mercedes-Benz-Schweiz-Boss Marc Langenbrinck, 50, weiss nicht genau, wie viele Kilometer er pro Jahr auf dem Mountainbike zurücklegt. «Es dürften schon einige zusammenkommen. Schliesslich fahre ich öfters die Woche mit dem Bike nach Schlieren zur Arbeit», meint der sportliche CEO, der zudem Tennis spielt und Ski fährt. Kein Wunder, verbindet diese beiden Sportsleute mehr als nur eine rein geschäftliche Partnerschaft. So schwärmt Langenbrinck über Cancellara: «Fabian war anders als die anderen. Was ihn während seiner beispiellosen Karriere auszeichnete, war seine Beständigkeit: Er fuhr vom ersten bis zum allerletzten Rennen auf konstant hohem Niveau.» Stimmt: Fabian Cancellara gewann bei seinem Profidebüt im Jahr 2000 gleich die Rhodos-Rundfahrt und schloss seine Karriere am 10. August 2016 mit der Goldmedaille an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ab.

Cancellara gibt das Kompliment gerne zurück: «Ich kenne Marc schon länger – einerseits, weil ich Mercedes-Markenbotschafter bin, andererseits durch unsere gemeinsame Tätigkeit für die Laureus-Stiftung. Ich bewundere, wie er sich trotz der grossen Belastung im Beruf seine Freizeit clever einteilt und mit Sport versucht, Körper und Geist fit zu halten. Nur so kann er auch mit dem Wandel der Zeit und dem Fortschritt seiner Branche Schritt halten.» Fabian Cancellara weiss, wovon er spricht: Auch ihm ­sagte man während seiner Karriere aussergewöhnliche mentale Stärke und gute Fähigkeit zur Anpassung an den Wandel im Radsport nach. Vor allem aber war Cancellara ein Kämpfer, der Regen, Wind und Kälte nie scheute – und schon gar nie aufgab. Kein Wunder, nannte man ihn ehrfurchtsvoll auch Spartacus.

Mercedes GLE 300 D, Fabian Cancellara, Marc Langenbrinck
Auf zur Jungfernfahrt: Sind die Rennräder im grossen Kofferraum verstaut, kann er die erste Dienstfahrt im neuen Mercedes GLE 300 d 4Matic starten. Geri Born
Mercedes GLE 300 D, Fabian Cancellara, Marc Langenbrinck
Toll in Form: Nach dem Umstieg von vier auf zwei Räder und dem ­gemeinsamen ­Aufstieg Richtung Buchenegg beweisen Langenbrinck (l.) und Cancellara Souplesse. Geri Bron

Heute aber, an einem kühlen Frühlingsmorgen, fröstelt Spartacus und möchte sich nach der Schlüsselübergabe den GLE lieber auf dem geheizten Fahrersitz erklären lassen. «Viele Worte brauchts nicht», meint Marc Langenbrinck und schlägt vor: «Am besten fahren wir gleich los, um Vorzüge wie das Aktivfahrwerk auf 48-Volt-Basis, den weiter­entwickelten Allrad oder das neue Infotainmentsystem MBUX im wahrsten Sinne zu erfahren.» Gesagt, getan. Der Radprofi staunt, wie behände sich der neue GLE fährt. Langenbrinck erläutert ihm das Fahrzeug – und dass er Cancellara nach der Fahrt zu einem kleinen Lunch nach Gattikon ZH ins Restaurant Sihl­halde einladen will. «Ein Geheimtipp von mir», verspricht der in der Gegend wohnende Mercedes-Chef. Doch vor dem Lunch steht ein kleiner Formtest an – eine gemeinsame Runde mit dem Rennrad. «Prima», freut sich Cancellara, «dann bauen wir mit der Buchenegg auch noch einen kleinen Bergpreis ein.» Der Olympiasieger kennt die Steigung: Bei dem am 19. September 2019 erstmals stattfindenden Eintagsradrennen von Zürich nach Zermatt, das im Rahmen der internationalen Rennserie Chasing Cancellara von ihm und seiner Crew organisiert wird, bewältigen die Hobbyfahrer nach Start in Zürich als Erstes die Buchenegg. Langenbrinck will nun alles über die Route, die Fabian Cancellara mass­geb­lich mitgestaltet hat, wissen. «Mit knapp 290 Kilometern und rund 7000 Höhen­metern ist Zürich–Zermatt das här­teste Eintagsrennen der Schweiz», verrät Cancellara. «Wir fahren dabei nach der Buchenegg über die Pässe Glauben­bielen und Brünig und als Königs­anstieg über den Grimselpass.» Langenbrinck ist beeindruckt. Und froh, muss er heute nicht zur Tortur antreten. «Ich habe zwar abgenommen. Aber noch fehlt was bis zum gewünschten Idealgewicht.» Der Olympiasieger lacht und sagt: «Da gehts uns gleich!» Der 1,86 Meter grosse Cancellara ist mit gut 90 Kilo rund 13 Kilo über seinem einstigen Wettkampfgewicht.

Mercedes GLE 300 D, Fabian Cancellara, Marc Langenbrinck
Verdiente Erholung: Im Restaurant ­Sihlhalde in Gattikon ZH lassen sich Langenbrinck und Cancellara bei einem Sportler-Apéro und einem kleinen Lunch verwöhnen. Geri Born
Mercedes GLE 300 D, Fabian Cancellara, Marc Langenbrinck
Los gehts: Fabian Cancellara verabschiedet sich von Marc Langenbrinck und tritt die Heimreise in seinem brandneuen Dienstwagen an. Geri Born

Zurück von der Radtour, verzichtet der ehemalige Spitzensportler vielleicht auch deshalb beim Lunch auf ­Alkohol: Nicht weil er ihn nicht mag («ich trinke gerne einen edlen Tropfen») – aber weil der Berner danach mit seinem neuen Dienstwagen nach Hause zur Familie will. Vernunft und Fokus – genau das hat Fabian Cancellara schon zur beeindruckenden Sportkarriere verholfen.

Von Raoul Schwinnen am 15. Mai 2019