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Seychellen

Die Insel der Riesenschildkröten

Vom Tummelplatz für Millionäre auf Fregate Island über die riesigen Villen des «Anantara Maia» bis hin zu Golf und Geheimtipps auf Praslin: der grosse Luxus-Report aus den Seychellen.

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Noble Nachbarn Mit nur gerade 17 Villen ist die Privatsphäre auf Fregate garantiert. Das schätzen insbesondere Milliardäre. 

Jochen Manz

Eine Reise ins Paradies: neun Stunden mit Edelweiss im Direktflug nach Mahé, bequem und mit Schutzmaske. 18 Minuten mit einem vornehm schwarz lackierten Helikopter EC 145 der Zil Air weiter nach Fregate Island Private. Die Inselbewohner? Kaum 30 Hotelgäste. Aber dafür über 3000 Aldabra-Riesenschildkröten. Fregate Island ist eine Öko-Insel. Oder gemäss «Manager Magazin» auch «das letzte Bollwerk der Milliardäre». Die Insel gehört einem Wahlschweizer: Unternehmer Otto Happel, in Luzern zu Hause, steckte sich dieses Juwel in sein riesiges Portfolio und ermöglichte die enormen Investitionen.

Den Gästen geht es gut auf Fregate Island, mehr Social Distancing geht nicht: Nur 17 Privatvillen verteilen sich auf der Insel, jede ist mindestens 400 Quadratmeter gross, mit riesigem Sonnendeck, Privatpool und Butlerservice rund um die Uhr. Vor jeder Villa steht ein Elektrobuggy. Damit gehts auf Erkundungsfahrt durch den Dschungel, ins Restaurant, an die puderweissen Strände. Sieben Beaches stehen zur Wahl: Grande Anse ist der Hotspot für einen unglaublich schönen Sonnenuntergang. Am ruhigen, von Korallen geschützten Marina Beach tauchen die Schnorchler stundenlang fasziniert ein ins Unterwasserparadies. Am Bamboo Beach ist die Bar eine willkommene Anlaufstelle. Der Jachtklub ist Ausgangspunkt für ein ganz besonderes Abenteuer: Hochseefischen. Für den Wiederaufbau der Korallen rund um Fregate setzt sich die Schweizer Uhrenmanufaktur Blancpain ein; die raffinierte Mineral Accretion Technology steigert mit Schwachstrom das Wachstum der Korallen um 300 Prozent!

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Fregate Island Riesige Villen im Dschungel mit Sonnendeck, Infinity Pool und Traumsicht auf den Indischen Ozean. 

Jean Luke Payet

80 Prozent der verwendeten Lebensmittel stammen von der Insel. Der «catch of the day» (Tagesfisch) ohnehin. Das kann man nachprüfen: Jedes Fischgericht auf der Karte ist mit einem QR-Code versehen. Die Gäste scannen ihn mit dem Smartphone und wissen nachher alles: Name des Fischers, Fischart, Uhrzeit und Ort des Fangs. Vor nicht allzu langer Zeit haben die Kleinfischer in den Seychellen noch durchs Muschelhorn geblasen, um ihren Fang bekannt zu machen. Heute sind sie per App registriert und Teil des Netzwerks. «From hook to cook», von der Angel in die Pfanne, lautet auf Fregate Island die Ansage. Wo genau zum Dinner aufgedeckt wird, kann der Gast selber entscheiden. Im Restaurant natürlich, wo man durch riesige Glasscheiben die Paraden der Delfinschulen beobachten kann. Bei Kerzenlicht am Strand. In der Villa. Mitten im Dschungel. Auch für das Frühstück gibt es eine grandiose Alternative: Espresso, Brötli, Müesli und Früchte, serviert in einem Banyan-Tree-Baumhaus, 15 Meter über dem Boden. Kochkurse sind auch im Angebot. Der Mann für alle Sonderwünsche? Der Private Assistant. So heissen die Butler im Paradies. Er arrangiert die Dinners («whatever – whenever – wherever»), bucht auch die Termine im traumhaft gelegenen The Rock Spa. Den ersten gleich nach der Landung: 60 Minuten Welcome-Massage.

Nur auf dem Sonnendeck oder am Strand liegen geht nicht. Das Naturparadies will entdeckt werden! Das inseleigene «Conservation Team» führt die Gäste über den «Tortoise Trail» durch den dichten Dschungel (Palmen, Takamaka-Bäume), vorbei an einer über 300 Jahre alten Piraten-Ruine und am Schildkröten-Friedhof; die riesigen Panzertiere haben diesen Pfad erstellt auf ihrer langen Wanderung vom unberührten Wald runter zum glitzernden Indischen Ozean. Am Strand wird etwas ausgebrütet! Die sanften Riesen legen ihre Eier, interessanterweise immer genau dort, wo sie selber geboren sind. Die Gäste beobachten fasziniert Eiablage und Schlüpfprozess. Bilanz der letzten Saison: 529 Nester. Und über 6000 Babyschildkröten, die nach der Geburt den Weg ins Wasser suchen. Rund 3500 Aldabra-Riesenschildkröten sind auf Fregate Island zu Hause. Von dem vom Aussterben bedrohten seltensten Vogel der Welt, dem Magpie Robin, werden wieder über 200 Exemplare gezählt. Und der Millipede – ein furchterregend grosser, aber harmloser Tausendfüssler – fühlt sich hier ebenso wohl. Im vierstelligen Bereich befindet sich mit rund 4000 Franken auch der Preis für eine Nacht im Luxus-Naturparadies.

Grossartige Alternative? Das «Raffles Seychelles» auf Praslin, buchbar über TUI und ebenfalls ein reines Villa-Resort! 86 Häuser, stolze 175 Quadratmeter gross, schmiegen sich in den Hang. Allen gemeinsam: elegantes Interieur, Indoor- und Outdoor-Duschen, ein kleiner, feiner Infinity Pool sowie ein magisches Sonnendeck mit Blick auf den Indischen Ozean und auf die Nachbarinsel Curieuse. Wer mag, gönnt sich ein ganz privates Mondschein-Dinner in seiner Panorama-Villa. Ein privater Barbecue-Butler feuert den Grill an und bereitet zu, was der Gast aus dem riesigen Angebot auswählt: Tagesfisch und Meeresfrüchte, saftige Riesensteaks oder Vegi-Gerichte. Alternative: mit dem Buggy runter in die Restaurants – Maguro-Sashimi, Thai Beef Salad und King Crabs am 45 Meter (!) langen, tiefblauen Pool. Üppige Buffets im «Losean». Spezialitäten aus China, Thailand, Indien, Japan und Tandoori-Nights im «Curieuse». Omakase-Menü in «The Sushi Room». Schon das Frühstück ist spektakulär: Meterlange Noodles und Pork Dim Sum im Asia-Corner, exotische Früchte, Currys für die Gäste aus dem Fernen Osten. Natürlich fehlt auch ein Barbecue am traumhaft schönen Anse-Takamaka-Strand nicht im Wochenprogramm: barfuss unter den Sternen! Pflichtstopp für alle Raffles-Gäste: Anse Lazio, nur zehn Minuten entfernt. Nirgends auf Praslin ist der Sonnenuntergang schöner. Für den späten Lunch reserviert der Concierge gern einen Tisch im «Bonbon Plume»; er kriegt meistens einen in der ersten Reihe. Auch ein kurzer Bootsausflug nach Curieuse lohnt sich: 300 Riesenschildkröten leben hier völlig frei und werden von Rangers liebevoll betreut.

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Raffles Seychelles 86 moderne Villen. Das Auge sieht sich am Meerblick satt.

Raffles Seychelles

Einige Gäste reisen tatsächlich mit dem Golfbag nach Praslin an. Golfen auf den Seychellen? Ja, Lemuria! 18 tolle Löcher, vor allem der Schluss der Runde ist spektakulär: Abschlag in den «Hills», Landezone 150 Fuss tiefer, Ausblick auf den Indischen Ozean phänomenal! VIP-Golfer schweben mit dem Helikopter ein. Die Insel erreicht man ab Mahé Airport nach kurzem Flug in einer etwas abenteuerlich anmutenden Twin Otter Turboprop der Air Seychelles. Die Piloten wirken mit ihren Ray-Ban-Sonnenbrillen und dem lässigen Styling wie einem Kinofilm entsprungen.

Die schönsten Resorts auf der Hauptinsel Mahé? Neuzugang der Saison ist Anantara. Die stark expandierende, dynamische Gruppe hat das kleine, aber feine Maia Resort übernommen und aufgepeppt – 30 exklusive, 250 Quadratmeter grosse Villen, teilweise mit direktem Strandzu-gang und bemerkenswerter Ausstattung: Regendusche, Outdoor-Badewanne, Infinity Pool, Day-Beds, Gartenlounge. Das Kulinarik-Konzept heisst «Beyond All Inclusive»; die Gäste essen, wann und wo sie möchten – in der Villa, am Strand, unter freiem Himmel. Täglich Yoga und Qigong, balinesische Massagen, und zwar Open Air!

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Anantara Maia Resort & Spa 30 Villen, je 250 Quadratmeter gross, zum Teil mit eigenem Pool und direktem Zugang zum Strand.

HO

Auch das Four Seasons liegt nur 18 Kilometer vom Flughafen entfernt, an der wunderschönen Bucht Petite Anse: grosszügige Villen mit Holzterrassen und Infinity-Tauchbecken, verteilt in einem tropischen Paradies. Das Resort ist familienfreundlich, selbst ein Babysitter-Service wird angeboten. Im «Zez» isst man mit einem mediterranen Touch, im «Kannel» am Strand ist kreolische und südostasiatische Küche angesagt. Riesenpool, klimatisierter Gym und angenehmes Spa.

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Four Seasons Resort Petite Anse Ein Fünf-Sterne-Traum mit Privatpool und ganz viel Platz zum Entspannen inmitten der immergrünen Tropenvegetation.

Four Seasons

Das «Constance Ephelia» wiederum ist der Klassiker auf der Hauptinsel: 312 Zimmer, Suiten und Villen in einem 120 Hektaren grossen Park, ausgerichtet teils auf die Bucht von Lans Lilet, teils auf Port Launay. Besondere Merkmale: viele Familienzimmer, Kids-Club, verblüffende Weinkarte und gleich sechs Restaurants zur Wahl. Die besten: «Adam & Eve» mit asiatischer Küche. Und «Cyann»: mittags Sushi, abends Fine Dining. Stammgast im «Constance Ephelia» ist der berühmte Gstaader 18-Punkte-Koch Robert Speth (ex «Chesery»). Er ist meist als Doppelagent unterwegs. Mal als «Guest Chef», mal als Gast. Er weiss: Kulinarik und Chillen ist selten schöner als auf den Seychellen.

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Constance Ephelia Seychelles So schlemmt man hier: unter uralten Bäumen.

Adam Bruzzone

5 for the road

Anreise Edelweiss fliegt zwischen September und Mai wöchentlich direkt hin. www.flyedelweiss.com
Raffles Schöner wohnen auf Praslin! Riesenpool, tolle Küche. www.tui.ch/raffles-seychelles
Insel-Hopping! Per Segel- oder Motorboot die Inselwelt entdecken. www.seychelles.travel/explore
Der Raffaello-Strand Anse Source d’Argent auf La Digue ist bekannt aus der TV-Werbung.
Constance Lemuria Einziger Golfplatz der Seychellen; auf Praslin. www.tui.ch/constance-lemuria

Von Urs Heller am 26.03.2021
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