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Trailrunning

Auf Berge rennen

Was Skitourengänger bereits haben, bekommen nun auch die Trailrunner: Die Via Valais ist die Haute Route des Sommersports, verteilt auf neun Etappen.

Trail running Wallis

Die Etappe 7 der Via Valais von der Turtmannhütte nach Randa hinunter. Im Hintergrund der Dom.

PatitucciPhoto.com

Ein bisschen crazy sind sie schon, Janine und Dan Patitucci. Ihre Leidenschaft sind die Berge und die Fotografie, beides machen sie am liebsten rennend. Seit über zwanzig Jahren. Damals lernten sie sich an einer Fotoschule in Santa Barbara, Kalifornien, kennen. Seitdem sind sie gemeinsam unterwegs. Mit leichtem Gepäck und meistens hoch hinaus. Letztes Jahr veröffentlichten sie den Führer «Run the Alps Switzerland». Sie listen darin detailliert dreissig Must-do-Trails in den Schweizer Bergen auf. «Nach den unzähligen Trails, die wir in Patagonien, Nepal, Island, den Dolomiten, den Rocky Mountains und an vielen anderen Orten gerannt sind, kamen wir zum Schluss: Die schönsten Routen sind ja hier, in unserer engeren Heimat – im Wallis», erklärt Ja-nine, die sich zusammen mit Dan nach fünf Jahren in den Dolomiten in Interlaken BE niedergelassen hat. Ihnen fiel vor allem auf: «Skitourenfahrer haben die Haute Route, Wanderer die Mont-Blanc-Tour, aber für Trailrunner fehlt so ein Paradestück.»

Walking with sheep on the trail

Begegnung mit Schwarznasenschafen auf einem Weg oberhalb von Zermatt.

PatitucciPhoto.com

«Die Via Valais soll Spass machen und nicht nur ein Krampf sein»

Zusammen mit Kim Strom, Mitglied des Alpsinsight-Kollektivs, rannten sie los: Zwischen Verbier und Zermatt erkun-deten sie Täler und Berge, suchten nach Übernachtungsmöglichkeiten, testeten den Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Strecke, stopp-ten die Zeit. Entstanden ist die Via Valais – eine neuntägige Trailrunningtour von Verbier nach Zermatt. «Wir schicken die Runners aber nicht einfach auf die Berge rauf, sondern haben auch die Täler einbezogen, folgen der Kontur der Landschaft und haben so mehr flache Passagen eingebaut», so Janine Patitucci. An jedem Etappenort gibt es entweder eine Hütte, oder aber es ist ein Dorf mit Hotel, sodass die Sportler gut schlafen und sich verpflegen können. Zwei Drittel der Strecken hätten sie schon gekannt, das letzte Drittel haben sie eigens erkundet und minutiös dokumentiert. «Die Via Valais soll Spass machen und nicht nur ein Krampf sein», beschreibt Janine das Ziel. 

Manchmal waren sich die drei aber auch nicht einig: Auf diesen Gipfel rauf wäre doch noch schön, meinte etwa Janine, doch Dan und Kim fanden, nein, das sei zu viel. Also gibt es bei den beschriebenen Routen immer auch noch einen Gipfel als Zugabe – für diejenigen, die Lust auf mehr haben. Und damit man sich bestens vorbereiten kann, gibts Tipps fürs Gepäck und Freunde von ihnen haben ein 16-Wochen-Vorbereitungstraining zusammengestellt. Denn: «Steigungen in den Bergen sind wirklich hart, das darf man nicht unterschätzen.» Klar können auch Wanderer die Via Valais geniessen, die Zeiten würden einfach länger. «Die Route ist auf Trailrunner ausgelegt und kann auch als einzelne Etappe gemacht werden.»

Traverse des Schölligletschers.

Traverse des Schölligletschers.

PatitucciPhoto.com
Von Monique Ryser am 10. Mai 2019