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Naturpark Pfyn–Finges

Wälder, Steppen, Auen – ein Fest für die Sinne

Eine ganze Welt in einem Park: Der Regionale Naturpark Pfyn-Finges erlaubt magische Reisen in urtümliche Landschaften, die daran erinnern, dass es sich lohnt, der Natur Sorge zu tragen.

Pfynwald Wallis
Christian Pfammatter

Biodiversität – welch technisches Wort. Natur – wie trocken tönt das, wenn man beschreiben will, wie grandios, geheimnisvoll, ja vollendet die Welt in ihrem Ursprung ist. Wo Worte nicht reichen, da müssen die anderen Sinne helfen: den harzigen Duft der Bäume riechen, das Knacken von altem Holz hören, die Weichheit des Waldbodens unter den Füssen spüren, sehen, wie das Licht der Sonne die Umgebung gestaltet. Und staunen darüber, umgeben zu sein von Bäumen und Pflanzen, die schon da waren, als es die Menschen noch nicht gab.

Der Pfynwald ist ein Ort, wo all dies möglich ist. Und ein Ort, der demütig macht: dschungelartige Auenwälder, Sandstrände und Steppen im Wechsel mit malerischen Teichen und blumenreichen Wiesen. So sieht es aus, wenn die Natur Vortritt hat und der Mensch seine Eingriffe freiwillig beschränkt. Er steht deshalb unter Schutz und bildet das Kernstück des Naturparks Pfyn-Finges. Bereits 1963 wurde er ins Inventar der zu erhaltenden Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen.

Pfynwald Wallis
Im Naturpark Pfyn-Finges gibt es Wälder, Steppen, Auen, Teiche, Wiesen. Er erstreckt sich übers Mittelwallis vom Tal bis in die Berge. Christian Pfammatter

Der Pfynwald ist nicht nur einer der grössten zusammenhängenden Föhrenwälder der Alpen, er beheimatet auch eines der bedeutendsten Auenschutzgebiete der Schweiz und ist ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Die Rhone, dieser stolze Fluss, kann hier als wildes Gewässer frei mäandern, die Pflanzen- und die Tierwelt sind einzigartig und erlauben, Biodiversität hautnah zu erleben.

Doch der Regionale Naturpark Pfyn-Finges ist noch weit mehr: Er erstreckt sich im Mittelwallis zwischen Gampel und Sierre von 500 bis 4100 Meter über Meer. Und er bezieht die Menschen, die hier leben, mit ein – denn ein Naturpark besteht nur dann längerfristig, wenn die Menschen ihn mittragen.

Pfynwald Wallis
Nebelschwaden wabern um eine steile Felswand. Der Naturpark geht bis auf über 4000 Meter hoch. Christian Pfammatter

Einige Tipps zum Entdecken dieser magischen Welt:

Grosse Durchquerung des Pfynwaldes
Wer wissen will, wie der Walliser Talboden vor Jahrtausenden ausgesehen hat, der macht sich auf zur grossen Durchquerung des Pfynwaldes zwischen Leuk und Sierre. Neben dem riesigen Schuttkegel des Illgrabens schlängelt sich die wilde Rhone durch die Hügel, die von -einem Erdrutsch Ende der letzten Gletscherperiode stammen. Malerische Teiche und die von Föhren bewachsenen Hügel bieten Pflanzen, Libellen, Schlangen, Fröschen und Wasservögeln einen einzigartigen Lebensraum. Distanz: 11 km

Pfynwald Wallis Illgraben Bhutanbruecke
Die Bhutanbrücke über den Illgraben wurde in Zusammenarbeit mit dem ­Königreich Bhutan erbaut. Christian Pfammatter

Illgraben – Bhutanbrücke
Die Rundwanderung mit Start und Ziel Bahnhof Leuk folgt dem Illgraben, einem der aktivsten Murgänge der Schweiz, bis zur Bhutanbrücke. Die 134 Meter lange Hängebrücke wurde gemeinsam mit dem Königreich Bhutan errichtet. Nach der Überquerung geht es durch den Pfynwald Richtung Abschlacht. Dieser Name bezeichnet Orte, an denen das in den Suonen fliessende Wasser für die Bewässerung der Felder geteilt wurde. Distanz: 7 km

Bärenpfad
Im Turtmanntal, zwischen Unterems und Oberems, liegt der Bärenpfad. Eine Tatze des letzten Bären hängt noch heute am Gemeindehaus von Oberems! Auf der Wanderung durch Waldpassagen, urchige Weiler und über den Bärensteg gibt es alle wichtigen Bären-Infos. Eine spektakuläre Seilbahnfahrt rundet das Erlebnis ab. Wer länger verweilen will, besucht die «Berginsel», einen agrotouristischen Familienbetrieb, oder das Hotel Restaurant Emshorn. Distanz: 6 km

Pfynwald Wallis Scheckenfalter
Ein Scheckenfalter bei seinem Tagwerk. Christian Pfammatter
Pfynwald Wallis
Auch die Landwirtschaft hat hier Platz. Christian Pfammatter

Gletscherpfad Lämmeren
Bergbach, Bergsee und Gletscher machen diese Wanderung zu einem starken Naturerlebnis. Der Themenweg bietet Informationen bio- und geologischer Art. Die Strecke mit ihren zehn Stationen kann auch in zwei Tagen zurückgelegt werden. Tipp für Familien: Ab der Bergstation Gemmi erreicht man leicht den Lämmerenboden mit seinen unzähligen Wasserläufen. Diese laden zum Spiel, Spass und Stauen ein. Distanz: 10 km

Egguweg im Kräuterdorf Albinen
Der Egguweg führt zu 17 interessanten Ecken («Eggu»). Von Mitte Mai bis Ende Oktober gibts Wissenwertes über Kräuter und Kultur zu erfahren und zu erleben. Die Heilkräuterschule Albinen bietet Führungen an. Distanz: 2,8 km

Sortengarten Erschmatt
Bekannte Kulturpflanzen wie Walliser Roggen, Gerste oder Ackerbohnen sind ebenso vertreten wie Hirse und Buchweizen, Nahrungspflanzen, die früher in der Schweiz angebaut wurden. Für Kinder spannend: dreschen, wannen, mahlen – so entsteht aus den Ähren Mehl!

Infos zu allen Erlebnissen:
www.pfyn-finges.ch 

Von Monique Ryser am 10. Mai 2019