Bernard Thurnheer Benis Spielchen

Fünf Monate nach der Trennung von seiner Frau trat Bernard Thurnheer mit einer blutjungen Studentin auf. Damit sorgt der TV-Star für Verwirrung - bei Freunden, seinem Arbeitgeber und in der Öffentlichkeit.
Bernard Thurnheer, 59, und Jeannine Schneider, 23, an der Salto-Natale-Premiere. «Ich hätte nie gedacht,  dass unser Auftritt eine so grosse Welle auslöst.  Aber sie wusste, worauf sie sich einlässt.»
Bernard Thurnheer, 59, und Jeannine Schneider, 23, an der Salto-Natale-Premiere. «Ich hätte nie gedacht, dass unser Auftritt eine so grosse Welle auslöst. Aber sie wusste, worauf sie sich einlässt.»

Das Lachen ist Beni Thurnheer, 59, vergangen. «Ich dachte bisher, auch ich hätte ein Privatleben. Aber dem ist wohl nicht so», sagt er vergangenen Samstag an den Sports Awards in Basel. Auf die Frage, weshalb er solo an die Gala gekommen sei, reagiert er gereizt, weicht aus.

Was ist mit dem «Schnuri der Nation» los? Seit Wochen liefert er Schlagzeilen. Freiwillig unfreiwillig. Und reichlich naiv. Den Stein ins Rollen bringt er selbst: Mitte November taucht er an der Premiere von Salto Natale in Zürich erstmals seit der Trennung von seiner Ehefrau Daniella im Juni wieder mit ­einer Frau auf. Mit einer sehr jun- gen Frau: Jeannine Schneider, 23, Theologiestudentin. «Mehr sage ich nicht über sie», blockt er alle Fragen ab.

Auch Jeannine schweigt. Muss schweigen. Was von Beni zu diesem Zeitpunkt noch als Spass gedacht ist, nimmt innert kürzester Zeit eine bestürzende Dimension an. Ein TV-Kollege: «Er ist drauf und dran, den Sockel, auf dem er steht, kaputt zu machen.» «Beni national» auf dem Weg zu «Beni katastrophal»?

Noch Ende Oktober erklärt der Sportmoderator in einem Interview mit der Schweizer Illustrierten: «Tendenziell habe ich das Gefühl, dass ich wieder mal eine Partnerin haben werde.» Und: «Ich werde sicher irgendwann mit einer Frau an einer Premiere aufkreuzen, aber die wird von mir entsprechend gebrieft und sich bewusst sein, dass sie eine Art Abenteuerferien an meiner Seite erwartet.» Als Abenteurerin an seiner Seite erkürt Beni kurz darauf eben jenen blonden Engel.

Der «Benissimo»-Moderator geniesst die Aufmerksamkeit wochenlang. Aber er schweigt zur Frage, ob Jeannine die neue junge Liebe an seiner Seite sei. Er bricht selbst dann sein Schweigen nicht, als «Blick am Abend» auf der Titelseite fragt: «Darf er das?»

Wie sehr Beni mit seinem Versteckspiel Freunde und Kollegen irritiert, verrät ein bekannter TV-Kollege, der nicht mit Namen genannt werden will. Er ­erlebte Beni mit Jeannine hinter den ­Kulissen der Sendung «Die grössten Schweizer Hits»: «Da hockten die zwei dicht beieinander. Eine komische Atmosphäre – hochnotpeinlich.» Benis Studentin habe es «superlustig» gefunden, plötzlich so im Mittelpunkt der Öffentlichkeit zu stehen. Er jedenfalls glaube nicht, «dass es sich bei der Geschichte nur um ein Spiel handelt».

Fazit: «Es wäre schade, wenn sich Beni seine Sympathien verbaut wegen dieser kleinen Blondine – so ein Prachtstück ist sie auch wieder nicht.» Für Verwirrung sorgt die «Frühling-Liaison» im Herbst insbesondere an Benis Arbeitsplatz im Leutschenbach.

«Bei uns versteht die Geschichte keiner», sagt vergangenen Mittwoch ein TV-Kollege. «Beni ist abgetaucht und nicht erreichbar.» Der Arbeitskollege weiter: «Ich selbst habe das Ganze anfangs belustigt zur Kenntnis genommen. Egal, ob es Thurnheer mit der Liebe ernst ist oder ob er sich wirklich nur einen Gag erlaubt: Bei ihm hat es eine andere Tragweite.»

Im Leutschenbach fragt sich inzwischen mancher, ob Beni heil aus dem Verwirrspiel rauskommt, ohne seinem Image Schaden zuzufügen. Bernard Thurnheer liebt das Rampenlicht. «Ich habe es gern, wenn ich zur Kenntnis genommen werde», sagt er beim SI-Gespräch vor sechs Wochen. Was ihm seit Jahren jedoch mehr und mehr zu schaffen macht, ist seine eigene Stellung als Vorzeigemoderator und Liebling der Nation.

Sein Ansehen bröckle seit einiger Zeit, so seine Empfindung: «Heute kommt es nicht mehr auf Leistung an, sondern allein auf den Bekanntheitsgrad», regt er sich auf. «Da wird ­irgendeine Fünfte bei der Miss-Schweiz-Wahl, und schon ist sie berühmt. Anschliessend schauspielert sie ein bisschen, was in die Hosen geht, dann bringt sie vielleicht eine CD heraus, die auch floppt, und zum Schluss wird sie halt Fernsehmoderatorin.»

Thurnheer klingt verbittert. «Das Sozialprestige eines TV-Moderators ist ganz tief im Loch. Mein Beruf wurde sehr abgewertet in den letzten Jahren.» Das könnte erklären, warum Beni sich entschied, mit einer jungen Blondine an seiner Seite das Rampenlicht zu suchen. «Ich hätte aber nie gedacht, dass mein Auftritt mit Jeannine so hohe Wellen wirft.»

Ziemlich blauäugig. Beni national ist im Gegensatz zu der jungen Studentin ein erfahrener TV-­Profi. «Sie wusste aber, worauf sie sich einlässt», versichert Thurnheer. Seine Noch-Ehefrau Daniella sei in die Sache eingeweiht gewesen. «Allerdings hatte sie zum Schluss auch keine Freude an der Berichterstattung», räumt Beni ­reumütig ein. «Jeannine dagegen hätte noch eine Weile länger mitgespielt.»

Die Notbremse zieht nicht Beni, sondern sein Arbeitgeber, das Schweizer Fernsehen, vergangenen Donnerstag. Und zwar auf höchster Ebene. «Um den immer wilder werdenden Spekulationen ein Ende zu setzen, haben wir ihm dringend geraten, obwohl es um sein Privatleben geht, reinen Tisch zu machen und klar zu sagen, was zwischen ihm und Jeannine Schneider läuft», bestätigt SF-Mediensprecher ­David Affentranger.

Noch einen Tag vor dem Einschreiten seiner Vorgesetzten zeigte sich Thurnheer am Telefon eher verstockt. «Ich sage gar nichts zu der Geschichte. Das Gespräch ist hiermit beendet. Einen schönen Tag noch.» Und hängt den ­Hörer auf. Der blonde Engel sei, so krebst Thurnheer dann am Freitag offiziell und wieder in aller Öffentlichkeit zurück, nur eine Bekannte: «Nicht die Freundin!»

Die 23-Jährige ist die Enkeltochter der Haushaltshilfe von Benis 85-jähriger Mutter Luise. Dass ihm seine Chefs das Messer auf die Brust setzten, setzt ihm zu. «Ich bin erschüttert. Mein Verbrechen ist, dass ich mit jemandem ausgehe. Deshalb legten sie mir nahe, mit offenen Karten zu spielen. Ansonsten würde die Geschichte immer absurdere Ausmasse ­annehmen.»

Beni im Liebes-Chaos. Dabei wäre es so einfach gewesen, hätte er an der Salto-Natale-Premiere nur gesagt, dass seine junge Begleiterin lediglich eine Bekannte sei. Warum hat er es nicht getan? «Ich habe doch ein ­Privatleben», erklärt er sein Verhalten. «Das ganze Chaos habe nicht ich angerichtet, es ist ein Werk der Medien.» Er schiebt den schwarzen Peter ab.

«Beni hat sich da total verrannt», sagt ein TV-Kollege, der ihm nahesteht, überzeugt. «Auch wenn die Liebes­geschichte nur ein Spässchen war, so hat er doch jene verschaukelt, die ihn tragen und zu seinem Ruf als Moderatoren­legende beigetragen haben. Und das sind die Medien und sein Publikum.»

Kollege Matthias Hüppi, der Beni seit vielen Jahren kennt und gerne mag, wie er betont, hofft, dass die Geschichte für ihn am Ende gut ausgeht. «Das wünsche ich ihm von Herzen.»


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