Marco «Bligg» Bliggensdorfer Bligg, wo ist Ihre Rosalie?

Vom Sanitär-Installateur zum erfolgreichsten Schweizer Musiker 2009. Dabei hätte Bligg viel lieber ­Kinder! Er zeigt, wie er wohnt, was er isst, weshalb er alle Frauen liebt. Und warum ihm Geld «einen Dreck bedeutet».

Er bezeichnet sich als Chaoten. Deshalb brauche er daheim Ordnung. Tatsächlich steht in Marco «Bligg» Bliggensdorfers Reich alles an seinem Platz. Der 33-jährige Erfolgsmusiker wohnt seit sechs Monaten in der Stadt Zürich.

Bligg, früher bewohnten Sie eine um­gebaute Scheune in Horgen, jetzt eine schön eingerichtete Viereinhalb-Zimmer-Wohnung in Zürich.
Mein Vormieter liess sie von Innen­architekt Andrin Schweizer einrichten. Ich hatte das Glück, sie mit einem Teil der Möbel zu übernehmen. Abgesehen davon ist es eine bescheidene Wohnung. Mir genügen ein TV-Gerät, ein DVD-Player, ein Bett, saubere Wäsche, mein Laptop und Essen.

Wer ist fürs Kochen zuständig?
Gezwungenermassen ich, sonst ist ja keiner da, und irgendwas muss ich essen. Wobei, wenn ich es mir recht überlege, habe ich doch eine Köchin. Sie heisst Anna’s Best oder Betty Bossi, wer halt grad Dienst hat (lacht).

Wie kommt Ihr neues Zuhause bei Frauen an?
Meiner Mutter und meiner Schwester gefällts, ansonsten war nicht viel Damenbesuch da.

Jetzt kokettieren Sie! Ihnen liegen doch die Frauen zu Füssen.
Müssen Sie Salz in meine Wunden streuen? Ich bin seit zweieinhalb ­Jahren Single. In der Zeit habe ich eine Firma gegründet, eine Live-Show geplant, einstudiert und geprobt sowie die meiste Zeit im Studio verbracht. Aber klar, ich würde lügen, würde ich behaupten, ich hätte keine Möglichkeiten.

Groupies? Erzählen Sie!
Um die kümmern sich meine Band­kollegen (lacht). Dieses Rocker-Ge­habe passt mir nicht, ich zügle nach den Shows keine Girls ab. Im Gegenteil: Wenn ich merke, eine fährt nur auf mich ab, weil ich Bligg bin, hat sie schon verloren. Eine Frau, die mich heraus­fordert und zwingt, aktiv zu werden, hat viel grössere Chancen bei mir.

Dabei haben Sie immer gesagt, Sie wollen jung Vater werden.
Tja, Gott wollte offenbar Platin­scheiben für mich statt Kinder. Ich persönlich wäre lieber Vater geworden.

Sie würden wirklich auf Ihren musikalischen Erfolg und das Geld verzichten? Was fasziniert Sie denn so an Kindern?
Ich kann es nicht erklären, sie bringen mich einfach zum Schmelzen. An Konzerten hole ich hin und wieder Kids auf die Bühne und singe mit ihnen.

Wie sollte denn die Mutter Ihrer Kinder sein?
Suchen Sie mir jetzt eine Frau?

Wir könnens ja mal versuchen.
Sie müsste eine eigene Familie wollen und in ihrem Leben bereits das eine oder andere erlebt haben. Mit einer 22-Jährigen, die die ganze Welt entdecken möchte, kann ich nicht viel anfangen. Humor, Bescheidenheit und Selbst­ständigkeit sind weitere Kriterien.

Und äusserlich, eher blond oder brünett?
Egal, ich liebe sie alle! Die Haarfarbe spielt keine Rolle, aber ich mag gepflegte Frauen, die auf ihren Kleiderstil achten.

Angenommen, Sie treffen die Richtige, aber sie mag Ihren Bart nicht. Rasieren Sie ihn ab?
Auf keinen Fall! Er ist mein Marken­zeichen und bleibt, solange ich Lust dazu habe. Eine Frau nimmt mich wie ich bin, oder wir lassen es bleiben.

Wie eitel sind Sie?
Auf der Bühne gehören Aussehen und Kleider zum Auftritt, da achten meine Band und ich auf unser Styling und greifen für einen besonders wichtigen Gig auch mal tiefer in die Tasche. Privat bin ich überhaupt nicht eitel. Morgens brauche ich fürs Duschen, Zähneputzen und Frisur nicht länger als zehn Minuten.

Das nehme ich Ihnen nicht ab.
Ich habe mich wirklich nie um mein Äusseres geschert. Erst im Lauf der Jahre wurde mir bewusst, dass man mich gut aussehend nennt.

Wie reich sind Sie?
Ich fahre keinen Mercedes-Benz, sondern einen Ford Mustang und besitze auch keine Riesenhütte. Mate­rieller Reichtum ist sowieso relativ. Im Herzen fühle ich mich hingegen sehr reich, weil ich das tun kann, was ich am meisten liebe. Nur das zählt. Geld bedeutet mir einen Dreck.

Immerhin tragen Sie eine teure IWC-Uhr.
Okay. Die habe ich mir gekauft, als ich mir erstmals einen richtig grossen Kauf leisten konnte. Ich sehe sie als Wert­anlage und Erbstück für den Sohn, den ich hoffentlich eines Tages haben werde. Und: Sie soll mich immer an die jetzige Zeit erinnern.

Welchem Lied verdanken Sie Ihren ­Erfolg?
Ganz klar «Rosalie». Mit diesem Song stehe ich jetzt sogar im Finale von «Die grössten Schweizer Hits». Als ich meinem Vater den Song vorspielte, meinte er: Dieses Lied geht gar nicht, das will doch keiner hören! Kürzlich fragte ich ihn, ob er immer noch dieser Meinung sei, er wurde dann ziemlich einsilbig (lacht).

Wie lautet Ihr Erfolgsrezept?
Harte Arbeit, fokussiertes Schaffen, sich selbst treu bleiben und nie den Glauben an sich aufgeben. Aber Erfolg ist vergänglich, deshalb geht mir das Gerede darüber auf den Keks.

Sie sagten in einem Interview, mit 35 Jahren wollen Sie nicht mehr auf der Bühne stehen.
Mick Jagger dachte auch mal, mit 40 würde er aufhören, und jetzt ist er 60. Das Thema Musik-Schrägstrich-Alter ist so ein Ding. Ich bin ein stinknormaler Typ, der gern Musik macht, und zwar so lange, wie es mir Spass macht.

Wie ist «Rosalie» entstanden?
Die Melodie stand, der Text noch nicht. Ich wusste aber, dass ich was über Rosen machen wollte. Beim Mittagessen kam ein Typ rein und fragte: «Wollen du Rosen kaufen?» Mir war sofort klar, das ist das Motiv für meinen Song.

Sie planten, sich am rechten Oberarm ein Tattoo machen zu lassen, falls Ihr Album Goldstatus erreicht.
Mittlerweile müsste ich fast meinen ganzen Körper stechen lassen, und darauf habe ich keinen Bock. Trotzdem spiele ich immer noch mit dem Gedanken.

Kommentieren Sie bitte einige Stichworte. Gölä?
Geile Siech.

One-Night-Stands?
Kann schon mal passieren.

Susanne Wille?
Ich habe jetzt eine andere, sie heisst Rosalie (lacht).

Stress?
Stress im Leben führt bei mir zu ­Magenverstimmungen.

Rudolf Merz?
Nächste Frage.

Drogen?
Mit Vorsicht zu geniessen.

Emel?
Vielleicht werde ich Götti ihres Kindes, das wäre ich sehr gerne.

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