«Goodbye Deutschland» «Chaotischste Auswanderer» leben in Zürich

Sie ist Ex-Stripperin, er ist Ex-Knacki und zusammen sind sie die neusten Auswanderer des TV-Formats «Goodbye Deutschland». Seit Februar leben Anastasia Hirsch und Chris Kühn in der Schweiz - mit SI online sprachen die beiden über Vergangenheit, Zukunft und ihren ganz persönlichen Albtraum.

Blondine Daniela Katzenberger, Aussteiger-Familie Mermi-Schmelz oder Nordlicht Konny Reimann - die Auswanderer-Sendung «Goodbye Deutschland» auf VOX hat schon so einige Deutsche berühmt gemacht. Am Dienstag gesellt sich ein neues Paar zu den Reisenden mit Wunsch nach Öffentlichkeit: Anastasia Hirsch, 28, und Chris Kühn, 33. Sie verliessen Deutschland und eröffneten im Februar den Hip-Hop-Kleiderladen «I love Fashion» in Zürich. Dabei war die Schweiz gar nicht ihr eigentliches Ziel: «Wir haben via Google.nl ein Ladenlokal in Amsterdam gesucht, da stiessen wir auf den Shop in Zürich», sagt Chris zu SI online. Eine Besichtigung später zogen die beiden um - und zwar direkt ins Geschäft. Im Moment geht für die beiden die Arbeit vor, alle Einnahmen investieren sie direkt in Ware - für eine Wohnung bleibt nichts übrig, das Paar schläft im Hinterzimmer des Ladens.

Doch nicht nur die aussergewöhnliche Lebensweise der beiden ist für das TV-Format interessant, ihre Vergangenheit liest sich wie ein Drehbuch für einen billigen Blockbuster: Anastasia kommt aus einem kleinen Ort in Nordrhein-Westfalen, pendelte für ein Studium an der Katholischen Hochschule nach Münster - und verdiente sich ihr Geld nebenbei als Stripperin. Chris lebte in Stuttgart, besass mehrere Boutiquen, geriet auf die schiefe Bahn und musste für sechs Monate ins Gefängnis. Als er im November 2010 wieder rauskam, war seine Existenz ruiniert. «Ich wollte einen kompletten Neuanfang und mit Anastasia etwas wagen», resümiert Chris. Und seine Freundin fügt an: «Wir ergänzen uns gut, auch wenn es momentan anstrengend ist.»

Für den Neustart hat sich die Mutter eines 6-jährigen Sohnes 20'000 Euro von einer Freundin geliehen, einen Plan B haben die beiden nicht. Der Laden laufe sehr gut, prominente Stammkunden wie Rapper Pittbull oder Kay One finden bereits den Weg nach Zürich. Und in drei Wochen soll Anastasias Kind, das derzeit noch bei ihren Eltern lebt, in die Schweiz kommen. Nur, wo soll der Kleine schlafen? «Wenn Angelo herkommt und wir noch keine Wohnung haben - das wäre mein Albtraum», gesteht Anastasia, um sich kurz darauf wieder optimistisch zu zeigen: «Bei uns ist eben alles immer spontan. Die von VOX haben gesagt, wir seien die chaotischsten Auswanderer, die sie je gesehen hätten, aber bisher wurde immer alles gut.»

Wie Anastasia und Chris in Zürich auf kleinstem Raum leben und arbeiten und was sie in Deutschland zurückgelassen haben - Sie sehen es bei «Goodbye Deutschland» am Dienstag, 26. Juli 2011, um 21.15 Uhr auf VOX.

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