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Kinder, Küche, Karriere

Christine Maier

Welche Lebensform wählen Frauen? TV-Lady Christine Maier managt ein Vollpensum und zwei Kinder. SVP-Politikerin Jasmin Hutter gibt ihre Ämter fürs Baby auf. Karrierefrau Barbara Ludwig hat sich gegen Kinder entschieden. Rosmarie Amacher erzieht ihre Tochter allein. Und Familie Keel tauscht die Rollen.

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Business-Frau und Mutter: Christine Maier in der Küche ihres Hauses in Effretikon ZH. «Abends koche ich oft mit meinen Kindern.»

An Cüpli-Veranstaltungen trifft man «Club»-Chefin Christine Maier, 44, selten. Abends geht sie rechtzeitig nach Hause: «Meine Kinder schätzen es, wenn sie heimkommen und ich da bin.» Zu Tochter Naomi, 14, und Sohn Robin, 13, pflegt sie ein inniges Verhältnis. Die beiden stecken in der Pubertät und brauchen keine Rundum-Betreuung mehr. Deshalb übernahm die TV-Lady vor drei Jahren neben der Moderation auch die Leitung der SF-Diskussionssendung «Club». Dazu erhöhte sie ihr Pensum von 60 auf 100 Prozent. Natürlich in Absprache mit ihrem Ehemann David Dimitri, 46, Künstler und Sohn des berühmten Clowns Dimitri.

Das Paar teilt sich die Kinderbetreuung: «Wer da ist, übernimmt, und zwar ganz selbstverständlich», sagt Maier. David ist beruflich oft abwesend, insgesamt mehrere Monate im Jahr. Um die Erziehung und Betreuung der Kinder sicherzustellen, sorgt die Zürcherin immer für eine Bezugsperson im Haus: Sei es die Grossmutter oder, wie früher, ein Au-pair.

Und damit der Mutter mehr Zeit für ihre Familie bleibt, liess die TV-Moderatorin ihren 13. Monatslohn in Ferien umwandeln. Ausserdem arbeitet sie mittwochs von daheim aus. «Für meine Sendung brauche ich Internet und Telefon, aber wo ich recherchiere, spielt keine Rolle.» Sitzungen terminiert die Chefin so, dass sie abends rechtzeitig aus dem Büro kommt.

Die straffe Organisation kann auch mal für Spannungen sorgen. «Vor allem dann, wenn David und ich beruflich unter Druck stehen.» Das von ihnen gewählte Lebensmodell sei nicht gratis zu haben, Abstriche sind unumgänglich. Für Hobbys etwa bleibe kaum Zeit. Das Paar muss immer wieder neu definieren und aushandeln, wer sich wann und wo um was kümmert. Dennoch möchte Maier nicht tauschen - sie selbst wuchs mit einer Mutter auf, die tatkräftig in der Firma ihres Mannes mitanpackte. Aber auch sie kennt das schlechte Gewissen, das viele berufstätige Mütter plagt.

«Natürlich ging es mir ans Herz, zur Arbeit zu gehen, wenn Robin oder Naomi krank waren.» Dennoch gehe es heute auch ohne ständige Präsenz der Mutter. Und: Durch die Fremdbetreuung - auch in Form eines Mittagstisches, den die zweifache Mutter mit zwei Freundinnen organisierte - seien ihre Kinder flexibler und eigenständiger im Umgang mit anderen.

Die Diskussion um Frauen, Kinder und Karriere findet Maier persönlich müssig. «Solange berufstätige Väter nicht die Frage zur Vereinbarkeit von Kind und Karriere beantworten müssen, wird die Diskussion leider weitergeführt werden.»

 

Persönlich:
Die 44-jährige Christine Maier ist seit 17 Jahren mit David Dimitri, 46, verheiratet und Mutter von Naomi, 14, und Robin, 13. Seit 2001 moderiert die Zürcherin die Diskussionssendung «Club» auf SFI. Vor drei Jahren übernahm sie auch die «Club»-Redaktionsleitung.

am 28. August 2009 - 14:31 Uhr, aktualisiert 20. Januar 2019 - 21:14 Uhr