Roger Federer und Mirka Vavrinec Die Bilder zur Hochzeit des Jahres - jetzt online

Bodenständig und gleichzeitig extravagant: So schön feierten Roger und Mirka. Jetzt alle Details und die exklusiven Bilder.

41 Worte. 1 Ausrufezeichen. «Liebe Fans, Mirka und ich haben heute im Kreis unserer Familie und engsten Freunde in meiner Heimatstadt Basel geheiratet. Es war ein unglaublich schönes Erlebnis an diesem herrlichen Frühlingstag. Herr und Frau Federer wünschen euch allen ein frohes Osterfest! Euer Roger»

Wann gab es das zuletzt? Ein Weltstar heiratet. Still und leise. Und wir
erfahren die frohe Nachricht nur, weil sie das Hochzeitspaar Stunden später auf seiner Website in wenigen Zeilen selber verbreitet. Typisch Roger Federer.

Der Tennis-Superstar mag es diskret. Umso gespannter blicken wir jetzt auf diese Bilder, schauen in die Gesichter des glücklichen Brautpaares. Und sind fasziniert. Wir sehen das Strahlen von Roger und Mirka, ihre verliebten Blicke, ihr Lachen, sehen, wie sie sich aneinanderschmiegen: «Du bist meine Frau. Ich bin dein Mann.»

Es sind Momente voller Zärtlichkeit und Vertrautheit. Festgehalten von einem befreundeten Fotografen am Karsamstag, 11. April 2009. Es ist der Tag, an dem Roger Federer, 27, und Mirka Vavrinec, 31, sich das Jawort geben, Mann und Frau werden.

Den Abend vor der Hochzeit verbringt Mirka Vavrinec im Fünf-Sterne-Hotel Dolder Grand in Zürich. Sie hat für sich und ihre Freundinnen die «Carezza Suite» gemietet: Die Top-Suite, inspiriert vom Schweizer Künstler Alberto Giacometti, ist 230 Quadrat­meter gross. Besondere ­Extras: ein weisses Marmorbad und eine vergoldete WC-Bürste. Preis 8000 Franken. Mirka bleibt aber nicht über Nacht.

Während seine Freundin hoch über Zürich in stilvoller Umgebung feiert, hat sich Roger Federer für seinen Polter­abend das aargauische Spreitenbach ausgesucht. Der viermalige Weltsportler des Jahres dreht mit seinem Vater ­Robert und einer Handvoll Freunden auf der Kartbahn (Motto: «Bei uns ist immer etwas los») einige Runden.

Die Freunde von Mirka und Roger sind auch jetzt wieder da, als sich kurz vor 14 Uhr die Türe des Standesamtes in Basel öffnet und das Brautpaar Hand in Hand in die gleissende Sonne tritt.

Die Liebe macht schön. Hinreissend schön. Es regnet Blumen, Menschen klatschen, Tränen fliessen. Mirka trägt ein Kleid in gebrochenem Weiss mit makellos puristischer A-Linie und Empire-Taille, das knapp über den Knien endet. Entworfen hat das Kleid Stardesigner Oscar de la Renta.

Der 76-jährige Edel-Schneider (er kleidete Jackie Kennedy, Nancy Reagan und ­Hillary Clinton ein) ist ein Freund des Paares. Ihre Schultern bedeckt die Braut mit einem schlichten Bolero-Jäckchen in Seidenchiffon. Nicht nur der Taillenbund glänzt in Diamanten-Optik. Die Preziosen funkeln an den Kreolen, dem Armband, dem Hochzeitsring.

Auf dem Weg zur wartenden Limousine vollbringt die hochschwangere Mirka einen kleinen Balanceakt. Sie trägt filigrane Stilettos mit Acht-Zentimeter-Absätzen und Federschmuck des Schuh-Papstes Manolo Blahnik. Der Spanier gilt als globaler Kult-Schuster, seit Hollywood-Star Sarah Jessica Parker als «Carrie» in «Sex and the City» auf seinen High Heels durch New York stöckelte.

Auch Roger Federer beweist Stilsicherheit. Das Tennis-Ass («Vogue»-Chefredaktorin Anna Wintour zählt zu seinen Freunden) trägt einen schwarzen, körperbetonten Dreiteiler (ab 4000 Franken) mit sechsknöpfigem Gilet von Tom Ford, zurzeit der ange­sagteste Herren-«Schneider» der Welt.

Der Blazer des US-Designers (ex Gucci) erinnert mit den zwei Patten-Täschchen an der rechten oberen Seite an einen Anzug aus den Sechziger­jahren. Vielleicht steckte im kleineren Patten-Täschchen Mirkas Ehering. Wir wissen es nicht. Passend zum Anzug trägt Federer ein Hemd mit markantem Haifischkragen. Der Krawattenknopf ist im Windsor-Stil gebunden.

Süsses Detail: Krawatte und Einstecktuch sind – abgestimmt auf Mirkas Kleid – ebenfalls vom New Yorker Stardesigner Oscar de la Renta in eierschalenfarbener Seide entworfen worden.

Roger über den schönsten Moment seines Lebens: «Ich dachte, alles würde entspannter sein, weil wir ja schon so lange zusammen sind. Wenn man heiratet, ändert sich ja eigentlich nicht viel. Und trotzdem verändert es dein Denken, dein Leben. Es fühlt sich einfach grossartig an.»

Vom Standesamt in Basel fährt das Paar in einem weissen Rolls-Royce Phantom nach Riehen BS. Ziel ist der prächtige Wenkenpark, entstanden in den 20er-Jahren. Auf der Terrasse der Villa Wenkenhof warten die Eltern von Roger und Mirka, Lynette und Robert Federer, Drahomira und Miro Vavrinec, sowie 35 geladene Gäste auf das Brautpaar.

Um 15 Uhr serviert Edel-Caterer Peter Gamma (Gammacatering) und sein Team den Champagner-Apéro (Veuve Cliquot). Mirka nippt nur kurz am Glas. Aus Rücksicht auf das Baby, das sie unter ihrem Herzen trägt. Die Hochzeit. Das gemeinsame Kind. Es ist die Krönung einer grossen Liebe, die vor über zehn Jahren ihren Anfang nahm.

Zum ersten Mal fällt Roger Mirka in Biel während eines Trainings auf.
«Ich war ruhig und konzentriert bei der Sache. Roger aber machte einen Riesenkrach», erinnert sich Mirka. «Er sang aus vollem Hals Lieder der Backstreet Boys. Mir gefiel er schon damals. Aber die Trainer waren verärgert. Und warfen ihn aus der Halle.»

Näher kommen sich die beiden an den Olympischen Spielen 2000 in
Sydney. Federer wohnt im olympischen Dorf in einem Apartment. Er führt als 19-Jähriger die Schweizer Tennis-Delegation an, zu der auch Mirka Vavrinec gehört. Dass Roger es auf sie abgesehen hat, sei ihr gar nicht aufgefallen, sagt sie später in einem Interview.

Am letzten Tag der Olympischen Spiele – es ist der 1. Oktober 2000 – küsst Roger seine Mirka zum ersten Mal. Die erfolgreiche Tennisspielerin ist für den Newcomer eine Eroberung, auf die er stolz ist.

Roger und Mirka halten ihre Liebe viele Monate geheim. Den ersten gemeinsamen Urlaub verbringt das Paar im November 2001 auf den Malediven. Die Liebe hält. Als Roger 2003 in Wimbledon seinen ersten grossen Titel gewinnt, ist Mirka noch immer an seiner Seite. «Sie ist die wichtigste Person in meinem Leben, natürlich neben meinen Eltern», gibt Roger in einem seiner seltenen persönlichen Interviews preis.

Und lässt uns in seine Seele blicken: «Ich bin sehr froh über das, was sie für mich tut.» Er versuche, ihr etwas davon zurückzugeben, «vor allem, wenn wir in den Ferien sind, mache ich alles für sie. Wenn Mirka zehn Stunden shoppen gehen will, gehe ich mit. Sie muss bei jedem Turnier zehn Stunden auf mich warten.»

Nun warten die Hochzeitsgäste, bis Mirka auf der Terrasse der Villa Wenkenhof den Brautstrauss mit weissen Pfingstrosen über ihre Schulter wirft.

Gegen 17 Uhr serviert das Team von Reto Gamma den ersten Gang des Hochzeitsmenüs: Hummersuppe mit Hummer­ragout, Gemüsewürfeli und Favebohnen oder Spargelschaumsüppchen mit Spargelcroustillant und Bärlauchpistou.

Dann: Frühlingssalat mit French Dressing, Ta­glialini mit schwarzem Trüffel und Trüffelsauce. Schliesslich ein Lemon Sorbet. Roger Federer persönlich hat die Köstlichkeiten ausgesucht. Die Hochzeitsgesellschaft sitzt an runden Tischen in einem wunderschön mit lila Blumen geschmückten Saal. Die Wände sind mit Seidentapeten belegt.

Was Roger nicht weiss: Auf der Terrasse machen sich derweil die Säntis-Jodler für ihren Auftritt bereit. Die drei Appenzeller aus Teufen sind die Überraschung des Abends. Rogers Grossmutter väterlicherseits ist auf dem Hof Triebern in Weissbad AI geboren.

Der weltbeste Tennisspieler ist ein Viertel Appenzeller. Ueli Koller, Chef des Trios, erzählt: «Anfang Jahr gab es eine Anfrage, ob wir an einem besonderen Auftritt in Zürich interessiert seien, den wir sicher nicht vergessen würden.» Kollege Edi Tanner: «Wir sagten zu.»

Eine Woche vor Ostern klingelt bei Tanner erneut das Telefon, diesmal ist Vater Federer am Apparat. Der Auftritt sei in Basel, bei der Hochzeit seines Sohnes. Tanner, von Beruf Landwirt: «Als ich erfuhr, wo wir spielen sollten, fiel mir fast die Motorsäge aus der Hand. Rogers Vater wünschte, dass wir nur traditionelle Appenzeller Lieder singen. Ich sagte, wir hätten auch ‹Ewigi Liebi› im Programm. Doch das wollte er nicht.

Er wollte, dass es an der Hochzeit nur richtig typische Appenzeller Jodel gab. Um vor allem Schwiegertochter Mirka die Wurzeln zu zeigen, woher die Federers ursprünglich kommen.»

Um 18 Uhr, nach dem ersten Gang, treten Ueli Koller, Edi Tanner und Ivo Streule in ihrer Appenzeller Tracht zum ersten Mal auf, schwingen Taler, intonieren ein Zäuerli. Roger, Mirka und ihre Freunde treten auf die Terrasse, lauschen den urchigen Klängen. Später geht Roger zu seinem Vater, bedankt sich. Koller: «Dann kamen er und seine Frau zu uns, schüttelten jedem von uns die Hand. Er sagte, er sei sehr gerührt. Er hatte eine riesige Freude.»

Dann posieren Roger und Mirka für Fotos mit der Jodelgruppe. «Ich stand direkt neben Roger. Er legte seinen Arm um meine Schulter, und wir lachten in die Kamera. Das war ein sehr besonderer Moment, ich war ziemlich nervös», erzählt Koller. Er habe sich nicht einmal getraut, ein Autogramm zu verlangen.

Den zweiten Auftritt absolvieren die Säntis-Jodler vor dem Hauptgang: Züri-Gschnätzlets mit Rösti, Erbsli und Rüebli, dazu einen Rosso del Ticino, Castello Luigi, 2005. Nach drei Liedern bittet Vater Robert um eine Zugabe. «Roger bedankte sich erneut. Die bodenständige Kost habe ihm wahnsinnig gut gefallen.»

Zum Dessert gibt es eine dreistöckige Hochzeitstorte mit Haselnussfüllung, in den Farben Weiss und Rosa. Und ein französisches Käsebuffet. Die Jodler gehen um halb zehn, die Gesellschaft feiert bis weit nach Mitternacht weiter.

Es endet ein Tag, der für alle, die dabei waren, unvergesslich bleibt. Roger Federer ist angekommen. Bei Mirka, der Frau seines Lebens.

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