Al Bano und Romina Power in Zürich Die tragische Geschichte hinter ihrem Comeback

Zumindest auf der Bühne wieder vereint: Nach mehr als 20 Jahren sangen Al Bano und Romina Power im Zürcher Hallenstadion gemeinsam ihre grössen Hits. Der schwere Schicksalsschlag trennt das italienische Popduo nicht länger.
al Bano Romina Power
© Instagram

Auf der Bühne wieder vereint: Romina Power und Al Bano (hier am 28. Juli in Rom)

Auf diesen Auftritt mussten die Schweizer Fans eine gefühlte Ewigkeit warten. Mehr als 20 Jahre sind seit dem letzten gemeinsamen Konzert von Albano Carrisi, 73, und Romina Power, 67 verflossen. Am Donnerstag, 28. September, trat das italienische Popduo nun endlich wieder gemeinsam auf die Bühne und sang sich im Zürcher Stadion erneut in die Herzen ihrer Fans.

Traumpaar des Italo-Schlagers

1991 standen die Sänger in der Wiener Stadthalle das letzte Mal gemeinsam auf der Bühne, ehe sich dunkle Schatten über das damalige Ehepaar legten. Dabei fing alles so romantisch an.

Romina Power_Al Bano
© Instagram

Da war die Welt noch in Ordnung: Romina Power und Al Bano in Tulum, Mexiko, in den Achzigerjahren.

Romina Power, Tochter der Hollywoodstars Tyrone Power und Linda Christian, begegnete Albano Carrisi bei einem Filmdreh. In «Nel Sole» von 1967 spielte sie an der Seite ihrer Mutter ein reiches Mädchen. Carrisi verkörperte ihren Verehrer aus einfachen Verhältnissen - ganz wie im richtigen Leben.

Sie war erst 15 Jahre alt, er 23. Als Romina schwanger wurde, heirateten sie 1970 gegen den Willen beider Familien.

Seit dem 6. Januar 1994 gilt Ylenia offiziell als vermisst und wurde bis heute nicht gefunden.

Als Gesangsduo gelangten sie rasch zu Erfolg und vertraten Italien 1976 und 1985 beim Eurovision Song Contest. Sie landeten jeweils auf Platz sieben. «Felicità» machte das Paar in den frühen Achtzigerjahren zu internationalen Stars.

Tragischer Schicksalsschlag

Auch privat lief für Romina und Al Bano vorerst alles rund. In den Siebzigerjahren krönten die Kinder Ylenia und Yari, in den Achzigern Christel und Romina ihr Liebesidyll. Doch dann fielen schwere Schatten auf das Glück der Bilderbuchfamilie.

Romina Power mit Ylenia
© Instagram

Romina mit Ylenia im Arm (1971). Ihre Tochter war 1994 spurlos verschwunden und gilt seither als vermisst.

Die älteste Tochter Ylenia, damals 23, verschwand spurlos in New Orleans. Seit dem 6. Januar 1994 gilt Ylenia offiziell als vermisst und wurde bis heute nicht gefunden.

Trauer und Verzweiflung trieben einen Keil zwischen das Elternpaar. Al Bano und Romina traten nicht mehr gemeinsam auf. 1999 kam es zur Scheidung. Den entbrandeten Rosenkrieg trug das einstige Traumpaar öffentlich in den Medien aus - rücksichtslos und verletzend.

Lang ersehntes Comeback

Seit sie ein reicher Russe im Oktober 2013 zu einem Konzert in Moskau bewegen konnte, rauften sich die beiden wieder zusammen und gaben zur Freude ihrer Anhänger ein Comeback. «Unsere Fans forderten mit Nachdruck, dass Romina und ich wieder zusammen auftreten. Die Konzerte sind ein Geschenk an sie für ihre Treue und Liebe», schwärmte Al Bano.

Al Bano Michelle Hunziker
© getty

Al Bano neben Moderatorin Michelle Hunziker: Am Grossen Sommerhit Festival 2017 am Timmendorfer Strand nahm der Sänger alleine teil.

Doch in der Schweiz war das Erfolgsduo bis am vergangenen Donnerstag noch nicht. Vor diesem Konzert mussten ihre Anhänger zudem noch eine regelrechte Zitterpartie durchstehen. Nachdem Al Bano im Herbst 2016 einen Herzinfarkt erlitten hatte, sah sich der Musiker gezwungen, eine Pause einzulegen. Die Konzerte mit Romina Power konnten nicht wie geplant im April stattfinden. 

Grandioser Auftritt

Am Donnerstagabend erlebten die zahlreichen Fans nun das einstige Ehepaar in bester Form, stimmgewaltig und harmonisch im Zürcher Hallenstadion. Feuerzeuge wurden gezückt, ein Lichtermeer wogte durch die Reihen, als sie am Schluss ihren grössten Hit «Felicità» mit ganz viel Amore sangen. 

Der Song aus dem Jahr 1982 wurde millionenfach verkauft und hat auch 45 Jahre später nichts von seinem Zauber eingebüsst.

Sehen Sie hier eine TV-Aufzeichnung aus den 80er Jahren von «Felicità»:

Auch interessant