Das persönliche Interview mit Ronan Keating «Meine Mutter könnte noch leben»

Der irische Musiker hat fast so viele Aufgaben wie Hits in den Charts: Ronan Keating ist vierfacher Vater, Ehemann, Popstar und engagierter Botschafter im Kampf gegen Brustkrebs. Im persönlichen Interview verrät der Sänger, dass er am liebsten «ein Steak mit Chips» wäre, das fliegen kann.
Ronan Keating
© Dukas

Der Boyzone-Frontmann gründete mit seiner Familie die Maria Keating Foundation um Aufklärung in Bezug auf Brustkrebs zu betreiben.

Ronan Keating, am Zehn-Jahr-Jubiläum von Pink Ribbon Schweiz haben Sie gratis ein Konzert gegeben... 
...die Organisation hatte mich vor zwölf Monaten angefragt, ich sagte sofort zu, so schnell wie noch nie. 

Ihre Mutter Maria ist an Brustkrebs gestorben. Wie hat das Ihre Sicht aufs Leben beeinflusst?
Dramatisch! Sie war 51 Jahre jung und könnte heute noch leben, wenn wirs früher erkannt hätten. Heute ist ihre Art von Krebs heilbar. Das ist herzzerreissend. Doch meine Mutter hatte Angst – vor dem Arzt, vor der Krankheit und davor, die Wahrheit herauszufinden. Wir haben als Familie deshalb die Maria Keating Foundation gegründet mit dem Ziel, Aufklärung zu betreiben. Wir bieten zudem mobile Voruntersuchungen an und helfen Betroffenen, Perücken, Hotelzimmer oder nur schon den Babysitter zu bezahlen.

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© Pink Ribbon

Am Zehn-Jahr-Jubiläum sammelte er mit Moderator Sven Epiney Geld für den Kampf gegen Brustkrebs.

Als Sie Kind waren, was hat Ihre Mutter Ihnen da immer gesagt?
«Health is your wealth» – die Gesundheit ist dein Wohlstand. Sie hat so recht. Ich bin jetzt 40 Jahre alt und habe meine Sterblichkeit realisiert. Meine vier Kinder sind 18, 16 und 12 Jahre, Baby Cooper ist 5 Monate alt, und ich will es aufwachsen sehen. 

Wie hätte Ihr Name als Mädchen gelautet?
(Lacht.) Ich weiss, wie ich in der Band heisse: Rosalyn. Wir haben alle als Witz auch Frauennamen.

Haben Sie einen Organspendeausweis?
Ich habe die Entscheidung noch nicht getroffen, irgendwie ist sie beängstigend.  

Was für ein Hintergrundbild hat Ihr Smartphone?
(Zeigt es.) Meine vier Kinder.  

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© Instagram

Ronan Keating, 40, ist vierfacher Vater und verheiratet mit der australierin Storm, 35.

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Nach vorne hätte ich gerne die Aussicht auf den Bondi Beach von Sydney mit schönen Sonnenuntergängen, hinter mir ein paar Berge. Ein Glashaus, umgeben von Blumen, Wiesen und Tieren wie Hühnern, Kühen, Hunden und Schafen. Wir werden wirklich bald selber eine eigene Farm haben. 

Was für ein Gemüse wären Sie?
Ein Steak mit Chips, sorry! 

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Da gibts dieses Gitarrenstück von Ray Lamontagne: «Truly, Madly, Deeply». Wunderschön.  

Ich glaube fest daran, dass in 20 Jahren alle Krebsarten heilbar sind

Über was von Ihnen wird man noch lange nach Ihrem Ableben reden? 
Ich hoffe über meine Musik und mein Herz. 

Die bisher beste Idee Ihres Lebens?
In einen Flieger nach Australien zu steigen. Dort habe ich meine Frau Storm kennengelernt. 

Und Ihre dümmste Idee?
Oh, da gab es zu viele! 

Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben? 
Den Mount Everest zu besteigen. Obwohl, ich habs nicht aufgegeben, aber es fühlt sich langsam so an, dass es wohl nicht mehr passieren wird. 

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© Instagram

Seit 1993 landet der Ire als Solokünstler und mit Boyzone Hits.

Was würden Sie Ihren Kindern gerne von sich vererben?
Meine Empathie und Feinfühligkeit. Dafür möchte ich nicht, dass sie so ängstlich wie ich werden, sondern ihre Flügel ausbreiten. 

Angenommen, der liebe Gott erschafft Sie neu: Welche Eigenschaften hätten Sie gern?
Verschiedene Sprachen und fliegen können. Jeden Abend von überall auf der Welt nach Hause zu meiner Frau und den Kindern zurückzukehren, wäre das Beste.

Welche Musik hat Ihr Leben massiv beeinflusst?
George Michael war stets wichtig für mich. Es ist traurig, dass er von uns gegangen ist. Er war mein Freund, ich vermisse ihn. 

Was wird man in hundert Jahren über die aktuelle Epoche sagen?
Wir haben die Welt zu einem kleinen Ort gemacht. Die Verknüpfung war König. Und wir haben damit uns selber in den Fuss geschossen, weil wir keine Privatsphäre mehr haben. 

Welche Pille gehört erfunden? 
Eine Gesundheitspille. Ich glaube fest daran, dass in 20 Jahren alle Krebsarten heilbar sind. 

Mein ökologischer Fussabdruck ist schrecklich

Ihr Spitzname als Kind?
Tintin und Blondie. 

Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus?
Da war ich bereits mit Boyzone unterwegs. Zu Hause hatte ich nichts an den Wänden, dafür einige Medaillen und Trophäen, die ich in der Leichtathletik als Sprinter gewonnen hatte. 

Falls Ihr Leben verfilmt wird, welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen? 
Giovanni Ribisi ist toll. 

Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend ändern?
Ich reise seit 25 Jahren auf der Welt umher. Mein ökologischer Fussabdruck ist schrecklich.  

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Den ersten richtigen Kuss bekam ich von einem etwas älteren Girl. Sie hat mir richtig Angst eingejagt!

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