Aufgewachsen mit einer manisch-depressiven Mutter Detlef D! Soost erzählt seine traurige Kindheitsgeschichte

Er hatte quasi keine Familie, seine Mutter war psychisch krank und erkannte ihren Sohn nicht mehr. Detlef D! Soost erzählt, wie grauenvoll seine Kindheit war.
Detlef D Soost
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Detlef D! Soost litt unter einer manisch-depressiven Mutter.

Er ist ein höchst emotionaler Mensch. Das weiss jeder, der Detlef D! Soosts Auftritte im TV verfolgt. Von seiner Tätigkeit als Jurymitglied bei «Popstars» bis hin zum Coach in «The Biggest Loser», Tränen flossen noch und nöcher. Jetzt öffnet sich der 47-Jährige gegenüber der «Bild» und erzählt von seiner schwierigen Kindheit, die sein Emotionalleben massgeblich mitgeformt hat.

Ganz offen spricht Soost über seine manisch-depressive Mutter, mit der er als Kind jeden Tag zu kämpfen hatte. Erna Soosts Ehe ging nach einem Seitensprung in die Brüche. Das habe zu einem Zusammenbruch geführt. Seither sei sie für den kleinen Detlef keine Mutter mehr gewesen.

Mit dem Hammer hinter dem Sohn hergerannt

Soosts Geschichte geht unter die Haut. Er habe quasi keine Familie gehabt: «Meine Mutter war 20 Stunden am Tag voll mit Tabletten und hat nichts mehr gemerkt. Und mein leiblicher Vater hat vor Gericht abgestritten, dass ich sein Sohn bin.»

Erna Soost habe von ihrer Krankheit gewusst. Das änderte jedoch nichts an ihrem Desinteresse an Sohnemann Detlef. «Manchmal war sie regelrecht entsetzt und verzweifelt über ihr eigenes Verhalten. Aber eben immer nur kurzzeitig. Eine Stunde später rannte sie mir plötzlich wieder mit einem Hammer hinterher und schrie: Den Jungen hat der Teufel geschickt! Wo kommt der Junge her? »

Halbtote Mutter in der Küche gefunden

Soost erinnert sich auch an einen anderen Tag, an dem er seine Mutter mit Alkoholflaschen und leeren Tablettenschachteln in der Küche gefunden hatte. Der Kleine rannte zu den Nachbarn, damit diese die Ambulanz riefen.

Mit elf Jahren sieht Detlef seine Mutter das letzte Mal lebend. Zu dieser Zeit wohnt der Kleine bereits in einem Kinderheim. Die Mutter verlor das Sorgerecht. «Weil sie aus irgendeiner Wahnvorstellung heraus mit dem Hammer ein Waschbecken zertrümmert hatte», erzählt Soost der «Bild».

«Ich hatte keine Tränen mehr für sie»

Das letzte Treffen brannte sich in Soosts Erinnerung ein: «Ich kam über den Flur des Kinderheims gerannt, vor lauter Freude, sie wiederzusehen. Doch als sie mich sah, sagte sie zum Heimleiter nur kalt: ‹Das ist nicht mein Sohn. Bitte bringen Sie mich zu meinem Sohn!› Von dem Moment an war sie für mich gestorben, sie hatte ja offensichtlich keinen Sohn mehr.»

Zwei Jahre später stirbt Erna Soost im Alter von 47 Jahren an einem Gehirntumor. «Bei ihrer Beerdigung konnte ich nicht mehr weinen, ich hatte nach all den Jahren einfach keine Tränen für sie», sagt Detlef.

Trotz der Kälte, die ihm seine Mutter gezeigt hat, ist sich Soost sicher: «Meine Mutter hat mich tief in sich drin sehr geliebt. Doch die Depression hat jede ehrliche Gefühlsregung abgetötet.»

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