Der Sänger über die Totgeburt seiner Tochter Gary Barlow: «Als ob wer die Hand um meinen Hals legt»

Es ist der Albtraum eines jeden Elternteils - Gary Barlow hat ihn durchlebt. In seiner Biografie erzählt der Sänger, wie hart die Totgeburt seiner Tochter Poppy für ihn gewesen ist.
Gary Barlow
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Spricht über seine traurigen Erlebnisse: Gary Barlow. 

Take-That-Sänger Gary Barlow, 47, hat das erlebt, was man nicht mal seinem ärgsten Feind wünscht: Im Jahr 2012 brachte seine Ehefrau Dawn Andrews, 48, die gemeinsame Tochter tot zur Welt - Poppy war noch im Bauch gestorben. Poppy war nach Daniel, 18, Emily, 16, und Daisy, 9, das vierte Kind des Paares. 

Die schlimmste Zeit seines Lebens

In seiner Autobiografie «A Better Me», die am 4. Oktober erscheint und der britischen Tageszeitung «The Sun» exklusiv vorliegt, erzählt der Sänger vom tragischen Verlust seines Töchterchens. Dieses starb noch im Bauch seiner Mutter. «Dawn musste da durch. Ich konnte den Gedanken an das bevorstehende Leid dieser Frau, die mein Herz ist, meine Seele, meine beste Freundin, meine Frau, die Mutter meiner Kinder, schön, sanft, geduldig - so geduldig, dieser liebende, konstante, beständige Fels einer Frau, nicht ertragen.»

Gary Barlow
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Der schwere Schicksalsschlag stellte die Ehe von Gary Barlow und seiner Dawn auf eine Belastungsprobe.

Poppy Barlow sei am Abend des 4. August 2012 zur Welt gekommen, kurz vor 21 Uhr. «Als sie geboren wurde, war es, als ob ein Licht den Raum erhellen würde. Es war liebenswürdig, wunderschön, wir knuddelten sie, machten Fotos. Es war eine der besten Stunden meines Lebens - mitten in der schlimmsten Zeit meines Lebens.»

Es war eine der besten Stunden meines Lebens - mitten in der schlimmsten Zeit meines Lebens.

Poppy sei für ihre Eltern während einer Stunde lebendig gewesen, schreibt Barlow. «Dann hat die Realität eingesetzt und all deine Luft verlässt deine Lungen. Es fühlte sich an, als ob jemand seine Hand fest um meinen Hals legt.»

Das Licht ist verschwunden

Das Bild von seiner Frau und der verstorbenen Tochter hat sich in Barlows Gedächtnis eingebrannt: «Es gibt nichts Traurigeres, als eine Mutter mit ihrem toten Baby im Arm zu sehen, die sich von ganzem Herzen wünscht, dass es wieder lebt.»

Als Vater eines verlorenen Kindes müsse der Kummer später kommen, sagt Barlow. «Ich weiss noch immer nicht, wie ich mich fühle. Ich bin noch immer sehr wütend.» Wenn er nicht daran denke oder darüber spreche, könne er die Gefühle unterdrücken, den Schmerz ein wenig umgehen. «Aber die Gefühle sind da.»

Die Totgeburt hat auch die Beziehung von Gary Barlow und seiner Frau Dawn auf die Probe gestellt - und tut es immer noch. Denn es habe eine lange Zeit ohne Lachen in ihrem Haus gegeben, erzählt der Sänger. «Und Lachen ist eine der definierenden Dinge für die Beziehung von Dawn und mir.» Das alles, das Lachen, habe aufgehört: «Dawns Licht ging in dieser Nacht im Jahr 2012 aus.»

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