Was macht eigentlich... ...George Michael?

Erst noch im vergangenen Herbst befand sich der ehemalige Wham!-Sänger auf der Intensivstation. Jetzt steht George Michael wieder im Rampenlicht - Seite an Seite mit Model Kate Moss. SI online blickt auf seine grosse Karriere zurück.

«White Light» spricht auf das sprichwörtliche weisse Licht am Ende des Todestunnels an. Eine klare Anspielung auf die Erfahrungen, die George Michael, 49, Ende letzten Jahres machen musste. Nachdem bei ihm eine Lungenentzündung diagnostiziert wurde, verbrachte er eine gute Woche in einem Wiener Spital, wo er eine Zeit lang im Koma lag. Als er erwachte, sprach er zuerst mit fremdem Akzent, sagte er dem «Telegraph». Sein erster Satz war jener, den man aus «Titanic» kennt: «I'm king of the world!»

Beim Personal, das sein Leben gerettet habe, bedankte er sich beim Entlassen mit 1000 Freikarten für den Start seiner unterbrochenen Tour, die im kommenden September fortgesetzt wird - natürlich in Wien.

Nun, am 16. Juli, veröffentlichte George Michael das Video seiner neuen Single «White Light», sein persönliches Dankeschön, das seinen Neuanfang versinnbildlichen soll. Der Song thematisiert die Endlichkeit des Daseins, unser aller Überlebenskampf und das manchmal entscheidende Zünglein an der Waage - symbolisch dargestellt durch einen Münzenwurf von Supermodel Kate Moss, 38, in der Rolle der Schicksalsgöttin. Die Message kommt unmissverständlich an: George is back! Und voller Tatendrang.

1982 - 1986: WHAM!
So ernst der Inhalt auch ist, «White Light» markiert auch ein fröhliches Jubiläum: Die Wham!-Single «Wham Rap! (Enjoy What You Do)» erschien 1982 - vor genau 30 Jahren. Der Song orientierte sich an zeitgenössischer Rap-Musik und sorgte (typisch George Michael) für Kontroversen: Er stelle den Lebensstil, sich mit Hilfe der Arbeitslosenversicherung zu finanzieren, als positiv dar. Michael wehrte sich mehrmals gegen derlei Vorwürfe, der Songtext sei rein ironisch gemeint.

Bis 1986 verkauften Michael, der 1963 in London geboren und auf den Namen Georgios Panayiotou getauft ist, und sein Bandpartner Andrew Ridgeley mit Wham! rund 25 Millionen Platten. Das letzte Konzert mit dem dramatischen Titel «The Final» ging am 28. Juni 1986 über die Wembley-Bühne, vor 72'000 Fans. Grund für die Auflösung waren keine bandinternen Probleme. Im Gegenteil. George Michael wollte sich auf seine Solokarriere konzentrieren und Musik machen, die auch das etwas ältere Publikum ansprechen solle.

1987: SOLO-KARRIERE
Für neue Empörung sorgte der Song «I Want Your Sex», der 1987 auf Michaels Solo-Debüt erschien; der Inhalt sei zu explizit, MTV sendete den Clip nur spätnachts. Trotzdem landete der Song in den USA auf Platz zwei und in Grossbritannien auf Platz drei der Billboard-Charts. Getoppt wurde er im selben Jahr vom «Faith», bis heute einer seiner erfolgreichsten Songs.

1993 - 1998: AIDS
Der Auftritt von George Michael anlässlich des Freddie Mercury Tribute Concert, wo er «Somebody To Love» sang, brachte Michael viele Komplimente ein - und beinahe einen Platz als Sänger von Queen, der Band des im November 1991 an den Folgen seiner Aids-Erkrankung gestorbenen Mercury.

Im gleichen Jahr erlag George Michaels brasilianischer Lover Anselmo Feleppa ebenfalls dem HI-Virus. Ihm widmete der Sänger daraufhin den Song «Jesus To A Child», den er nach einer 18-monatigen Schreibblockade in nur einer Stunde niederschrieb. Worum es in dem Song genau geht, wurde damals nicht enthüllt, da sich Michael bis dahin zu seinen sexuellen Präferenzen noch nicht öffentlich geäussert hatte.

1998 - 2006: COMING-OUT
Erstmals bestätigte George Michael offentlich die seit geraumer Zeit kursierenden Homosexualitäts-Gerüchte. Der Grund für sein spätes Coming-out war ein Zwischenfall auf einer öffentlichen Toilette in einem Park in Beverly Hills. Michael wurde von einem Undercover-Polizisten wegen unzüchtigen Benehmens verhaftet und wurde zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verdonnert. Seine Quitting kam postwendend - in Form des Videos «Outside», das keines Kommentars bedarf.

Im Sommer 2002 folgte auf den Release von «Shoot The Dog» die nächste breit diskutierte Debatte: Die Single prangerte die Kriegspolitik von George W. Bush und Tony Blair an. Das Album «Patience» war äusserst erfolgreich, sei aber, wie Michael erklärte, das letzte, das in den Verkauf kommt. Künftig werde er seine Musik in Form von Downloads herausbringen und seinen Fans die Möglichkeit bieten, Geld für wohltätige Zwecke zu spenden.

2006 - HEUTE: VOR GERICHT
Bis heute ist der Sänger mehrfach verhaftet und verurteilt worden. In den meisten Fällen standen seine Delikte im Zusammenhang mit Drogen, Alkohol oder Medikamenten. In einem Interview mit dem «Guardian» gab Michael zu, nur noch sieben oder acht Joints pro Tag zu rauchen - verglichen mit den 25 in vergangenen Tagen.

Michael wurde im September 2010 verurteilt, weil er sich unter Marihuana-Einfluss ans Steuer gesetzt hatte - und seinen Wagen frontal in ein Foto-Geschäft fuhr. Er verbrachte in der Folge zwei Wochen hinter Gittern. Beim Gerichtstermin mit anwesend war auch Kenny Goss, mit dem Michael seit 1996 in einer Beziehung ist. Die Grenzen werden in dieser allerdings nicht sehr eng gezogen - das verdeutlichte ein Zwischenfall im Jahr 2006, als George Michael enthüllte, dass er hie und da anonymen Sex haben wolle und sich im sogenannten «cruising» (etwa: herumfahren) betätige.

George Michael hat bis heute fünf Studioalben veröffentlicht und ist geschätzte 90 Millionen Pfund schwer. 

Was machen eigentlich Drogen-Rocker Pete Doherty, Octomom Nadya Suleman und die Schauspieler aus «E.T. - Der Ausserirdische»? Wir sagen es Ihnen - im Dossier von SI online.

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