Zum 20. Todestag von Lady Di Teil 9: Diana und Dodi Al-Fayed

Am 31. August jährt sich Dianas Todestag zum 20. Mal. SI online blickt deshalb jeden Tag im August zurück - auf das Leben der Königin der Herzen, den tragischen Unfall in Paris und das Erbe, das sie hinterlassen hat. Der 9. Teil beleuchtet Dodi Al-Fayed und seine Familie. 

1997 lernt Lady Diana Emad El-Din Mohamed Abdel Muna'im Al-Fayed, kurz Dodi Al-Fayed, †42, kennen. Es ist sein Vater Mohamed Al-Fayed, 88, der die beiden zusammen und damit Diana und den Herzchirurgen Hasnat Khan auseinander bringtMohammed Al-Fayed lädt die geschiedene Prinzessin und ihre Kinder auf sein Anwesen in Südfrankreich ein. Diana gefällt es so gut, dass sie zurückkommt - dieses Mal ohne William und Harry. Dort entsteht das erste Paparazzi-Foto von Dodi und Diana, das für eine Million Pfund verkauft wird. Es heisst aus Dianas Umfeld, sie habe das Foto inszeniert, um ihren Ex eifersüchtig zu machen. Ihre grosse Liebe sei der Mediziner gewesen - nicht Dodi. 

Anders sieht es Khan, der später in Zusammenhang mit den Untersuchungen zu Dianas Tod aussagt: «Ich glaube, Diana hatte letztlich eingesehen, dass Al-Fayed ihr all das geben konnte, was ich ihr nicht geben konnte. Er hatte Geld und konnte die notwendigen Sicherheitsmassnahmen finanzieren. Man sieht einen Al-Fayed nie ohne sechs oder sieben Bodyguards.»

Als die Liaison mit Diana Fahrt aufnimmt, ist Dodi eigentlich mit dem amerikanischen Model Kelly Fisher verlobt - ein Haus für sich und seine Zukünftige ist mit dem Geld seines Vaters bereits gekauft. Dodi lässt das Model schliesslich für Diana fallen und schickt Fisher in die Wüste. 

Herkunft und ein skrupelloser Vater

Dodi wird am 15. April 1955 im ägyptischen Alexandria geboren. Er ist der älteste Sohn Mohameds und dessen erster Ehefrau Samira Khashoggi. Die Familie hat Geld - Mohamed Al-Fayeds Vermögen wird gemäss «Forbes» auf knapp zwei Milliarden US-Dollar geschätzt. 

1985 erwirbt er zusammen mit seinem Bruder das Londoner Luxus-Kaufhaus «Harrods», das er 2010 für geschätzte 2.4 Milliarden Dollar an den Staat Qatar verkauft. Ein jahrelanger Streit zwischen den Al-Fayeds und Tiny Rowland, der das «Harrods» ebenfalls kaufen wollte, wirft ein zweifelhaftes Licht auf den Geschäftsmann. Der nicht weniger umstrittene Rowland wirft den Brüdern vor, über deren Vermögensverhältnisse gelogen zu haben. Eine Untersuchung gibt Rowland zwar Recht, was jedoch nichts an den Besitzverhältnissen ändert. Der Streit wird schliesslich nach dem Tod Rowlands mit einer Zahlung in unbekannter Höhe an dessen Witwe beendet. 

Geld, aber keine Manieren

Reich ist Mohamed nicht seit seiner Geburt. Sein Vater ist Arabischlehrer, er verdient sein erstes Geld als Strassenhändler und Nähmaschinenverkäufer. Fayed wird später, dank des Bruders seiner ersten Ehefrau, in die Geschäftswelt eingeführt, in der er sich als skrupellos erweist. Umfangsformen scheinen dabei auf der Strecke zu bleiben, wie die «Süddeutsche Zeitung» in einem Portrait schildert. Seine Abneigung gegenüber Prinz Philip, den er zusammen mit dem britischen Geheimdienst MI6 des Todes an seinen Sohn bezichtigt, nennt er Nazi, Mörder oder Hurensohn. 

Was für ein Mensch Mohamed Al-Fayed ist, macht auch eine Aussage seines Sprechers Michael Coles deutlich. Als Al-Fayed das «Harrods» noch gehört, lässt er für die Zeit nach seinem Tod verordnen, dass er auf dem Dach des Kaufhauses beigesetzt werden solle. «Und jedes Jahr an seinem Geburtstag wird das Personal den Sarkophag feierlich durchs ganze Haus tragen, damit ja niemand diesen verrückten Kerl vergisst.»

Mohamed Al-Fayed ist ein Mann, der um sich schlägt, wenn es nicht nach seiner Nase läuft. Als ihm 1999 die britische Staatsbürgerschaft verweigert wird, bezeichnet er sämtliche Politiker als Zombies. Doch in den letzten Jahren ist es ruhiger um den Mann geworden. Ob er sich damit abgefunden hat, dass sein Sohn kein Opfer eines Mordkomplott war, sei dahingestellt.

Lady Diana: Ihr Leben in Bildern

Teil 10: Diana und die Paprazzi

Im Dossier: Alle Teile der Diana-Serie.

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