Miriam Pielhau über ihren Kampf gegen unheilbaren Krebs «Sterben ist keine Option»

2008 erkrankte Miriam Pielhau an Brustkrebs - dank Chemotherapie hat sie die tückische Krankheit besiegt. Sechs Jahre später dann die Hiobsbotschaft: Der Krebs ist zurück - und hat Metastasen im ganzen Körper gebildet. Jetzt spricht die Moderatorin zum ersten Mal über ihren Kampf ums Überleben.
Miriam Pielhau (Facebook) über ihre unheilbare Krebserkrankung
© Dukas

Zweimal erkrankte Miriam Pielhau an Krebs, zweimal hat sie die Krankheit besiegt.

Miriam Pielhaus Überlebenswillen ist riesig. Anders kann man sich nicht erklären, dass die Moderatorin noch lebt. Bereits 2008 wurde die 40-Jährige mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Sie stellte sich der Krankheit - und galt fünf Jahre später als geheilt. 2014 dann der Schock: Der Krebs ist zurück. Unheilbar, sagten ihr die Ärzte diesmal.

Im ganzen Körper wucherten Metastasen

«Es begann im Januar 2014 - mit einem Knötchen in der Brust, das ich ertastet habe», beschreibt Pielhau im Gespräch mit der «Bild»-Zeitung. «Die Computertomografie ergab, dass überall in meinem Körper Metastasen wucherten.» Der Tumor habe sich von der Brust aufs Rippenfell und andere Gewebe ausgebreitet, sei überall in den Knochen und auf der Brusthautoberfläche gewesen. Dass die deutsche Fernsehfrau die Krankheit überlebt, glaubten ihre Ärzte damals nicht. Sie rechneten ihr keine Überlebenschancen aus.

Trotzdem sagte sie dem Krebs den Kampf an, liess vier Chemotherapien über sich ergehen und nahm unzählige Medikamente. Bei der ersten Therapie mit dem Mittel Taxol wurde ihre Speiseröhre in Mitleidenschaft gezogen. Die Schmerzen waren so gross, dass sie nicht mehr schlucken konnte, schreibt Miriam Pielhau in ihrem neuen Buch «Dr. Hoffnung», in dem sie die vergangenen Jahre verarbeitet hat.

Für ihre Tochter wollte sie wieder gesund werden

«Sterben war für mich zu keinem Zeitpunkt eine Option», sagt sie im Interview. Als ihr ein Professor sagte, sie solle sich an den Gedanken gewöhnen, dass sie nicht mehr gesund werde, habe sie geantwortet: «Doch. Ob Sie es glauben oder nicht.» Gekämpft hat sie vor allem für ihre Tochter, die im Mai 2012 zur Welt kam und bis heute nichts von der Erkrankung ihrer Mama weiss. «Ich war und bin noch nicht fertig mit diesem Leben - dieses Gefühl habe ich nie verloren. Ich habe doch dieses Kind. Ich will sie gross werden sehen. Mein Wunderkind, das ich trotz Brustkrebs bekommen habe vor bald vier Jahren. Das kann doch nicht sein, dass meine Tochter mich jetzt verlieren soll?»

Heute ist Miriam Pielhau krebsfrei

Im November absolvierte Miriam Pielhau ihre letzte Chemotherapie, vergangenen Monat dann die erlösende Nachricht: Der Krebs ist weg. «Meine Ärztin bestätigte, dass ich keine Metastasen mehr habe. Nirgendwo in meinem Körper. Soweit man das messen kann, bin ich also krebsfrei.» Von ihrem Überlebenskampf wusste die Öffentlichkeit bisher nichts. Es ist das erste Mal, dass die Moderatorin darüber spricht. Nun will sie anderen Betroffenen Mut machen. Sogar ihre Ärzte seien der Meinung, dass ihr ein Wunder gelungen sei. «Und das ist auch der Grund, warum ich jetzt darüber rede: Wenn man aus einem unheilbar ein heilbar machen kann - dann gibt das doch Hoffnung.»

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