Michelle Hunziker Sie trinkt Alkohol - und sorgt für Empörung

Die Tatsache, dass Michelle Hunziker auch mit Babybauch hin und wieder mit einem Glas Alkohol gesichtet wird, sorgt in Deutschland für Empörung. Dabei ist ein Schlückchen in Ehren keiner Schwangeren zu verwehren. Denn: Bier oder Wein in kleinen Mengen sei für das Baby ganz und gar nicht schädlich, sagt eine Expertin im Gespräch mit SI online.

In Italien gehört der Aperitif zum Dolce Vita wie die Touristen nach Rimini. Diesem ungeschriebenen Gesetz aus dem Weg zu gehen, schien für Michelle Hunziker, 36, schon zu Anfang der Schwangerschaft unmöglich gewesen zu sein. Einerseits, weil sie eine Geniesserin ist - andererseits, weil sie ihr süsses Geheimnis nicht vor dem vierten Monat preisgeben wollte. Denn: Es ist doch ein untrügliches Zeichen, wenn eine Lebefrau wie sie im Restaurant plötzlich nur noch Wasser bestellt. 

Dass die Moderatorin im Februar, zwei Monate vor ihrem Baby-Outing, mit einem Glas Bier fotografiert wird und sie im April und Mai gar Weisswein trinkt, sorgt im Nachbarland Deutschland für einen Fingerzeig. «Sie gefährdet ihr Baby!», titelt das Magazin «InTouch». Und zieht einen Internisten hinzu, der selbst vor minimalem Alkoholkonsum warnt.

Alles Panikmacherei, denn hin und wieder ein Schlückchen Alkohol schade weder Mutter noch Kind, weiss Christina Aubert, die in Zürich eine Praxis für traditionelle chinesische Medizin mit Schwerpunkt Gynäkologie und Geburtshilfe hat. «Es ist nicht erwiesen, dass Alkohol in kleinen Mengen schädlich oder missbildend ist.» Übermässiger Konsum würde aber die Plazentafunktion einschränken - kleinere Babys wären dann die Folge. Auch könne es zu Störungen im Zuckerstoffwechsel kommen. Es sei daher vor allem in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten ratsam, auf Alkohol zu verzichten. «Danach sind die Organe des Kindes quasi fertig ausgebildet.»

Früher sei man noch etwas rabiater mit sich und seinem Körper umgegangen, weiss die Expertin. «Bei einer Schwangerschaft ist das normale Leben mehr oder weniger weitergegangen. Heute übertreibt man vielleicht manchmal etwas», findet Aubert. Schlussendlich sei doch alles immer noch eine Frage des Masses. Dass sich andere über alkoholtrinkende Schwangere echauffieren, habe einen Grund: «Man verurteilt, wenn man selbst eine Verzichtleistung macht und es nicht erträgt, wenn jemand anderes genau diese nicht erbringt.» Das vermindere deutlich die Toleranz. 

Wenn Michelle Hunziker, die im Oktober zum zweiten Mal Mutter wird, also ein Mal pro Woche zusammen mit ihrem Verlobten Tomaso Trussardi an einem Glas Alkohol nippt oder mit Freunden anstosst, können sowohl Öffentlichkeit als auch Gesundheitsfanatiker ruhig ein Auge zudrücken. Denn am Ende macht die Dosis das Gift. Und hin und wieder ein halbes Glas Bier oder Wein ist für das Kind am Ende sicher nicht schädlicher als Stress, Ärger oder Schlafentzug. 

 

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