Charlotte Roche So schlimm war «Feuchtgebiete»

Sex in der Ehe, Analsex, Intimhygiene, Periode: Geht es Ihnen auch so, dass immer wieder über die veröffentlichten Bücher von Charlotte Roche gesprochen wird und sie eigentlich gar keine Ahnung haben, was denn nun so «revolutionär», «radikal» und «polarisierend» ist? Oder wissen Sie nicht, ob Sie sich das gross angekündigte zweite Roche-Buch «Schossgebete» kaufen sollen? SI online hat die auffälligsten Stellen aus «Feuchtgebiete» zusammengefasst. Aber Achtung, der Inhalt ist definitiv nichts für schwache Nerven.
Charlotte Roche sorgt mit ihren Büchern «Feuchtgebiete» und Schossgebete» für Gesprächsstoff.
© Getty Images Charlotte Roche sorgt mit ihren Büchern «Feuchtgebiete» und Schossgebete» für Gesprächsstoff.

Die Protagonistin von «Feuchtgebiete» - die 18-jährige Helen Memel - liegt wegen einer Analfissur und ihrer Hämorrhoiden im Krankenhaus. Neben wenigen ernsthaften Gedanken über ihre Familie lässt Autorin Charlotte Roche die Figur Helen vor allem über Hygiene, sexuelle Praktiken, den Umgang mit den körpereigenen Ausscheidungen und die Periode philosophieren.

HYGIENE
«Ich mache schon lange Experimente mit nicht gewaschener Muschi. Mein Ziel ist, dass es leicht betörend aus der Hose riecht, auch durch dicke Jeans oder Skihosen. [...] Ich benutze mein Smegma wie andere ihre Parfümflakons. Mit dem Finger kurz in die Muschi getunkt und etwas Schleim hinters Ohrläppchen getupft und verrieben. Wirkt schon beim Begrüssungsküsschen Wunder.»

«Ich kann tatsächlich von nichts an meinem Körper die Finger lassen. Ich finde für alles eine Verwendung. Wenn ich merke, dass langsam ein kleiner Popel in der Nase hart wird, muss ich den rausholen. Als ich noch kleiner war, habe ich das sogar in der Klasse gemacht. Ich kann auch heute noch nichts Schlimmes daran finden, wenn jemand seine Popel isst.»

ÖFFENTLICHE TOILETTEN
«Wenn ich mit der Muschi auf der Klobrille ansetze, gibt es ein schönes schmatzendes Geräusch und alle fremden Schamhaare, Tropfen, Flecken und Pfützen jeder Farbe und Konsistenz werden von meiner Muschi aufgesogen.»

«Wenn ich mit meiner Hand einen Schwanz wichse, achte ich immer darauf, dass etwas Sperma an meinen Händen bleibt. Das kratze ich mit meinen langen Fingernägeln auf und lasse es darunter hart werden, um es später am Tag als Andenken an meinen guten Fickpartner mit den Zähnen unter den Nägeln rauszuknabbern, im Mund damit rumzuspielen, drauf rumzukauen und es nach langem Schmecken und Schmelzenlassen runterzuschlucken.»

«Kurz vorm Pinkeln mach ich den Test. Mit dem Finger drin rumprorkeln, so viel Schleim wie möglich rausbuddeln, dran schnuppern. Riecht meistens gut, wenn ich nicht grad viel Knoblauch gegessen habe oder Indisch.»

WIMPERNTUSCHE
«Nachdem ich so viel Mühe und Geld in meine Wimpern gesteckt habe, darf ich die nicht einfach beim Duschen zerstören. Wenn monatealte Tusche von warmem Wasser langsam aufgeweicht wird und ins Auge läuft, brennt das ausserdem sehr. Das gilt es zu verhindern. Deswegen dusche ich in Etappen. Erst die Haare über Kopf waschen und in ein Handtuch wickeln, das die Tropfen an der Stirn auffangen soll, damit sie nicht ins Auge laufen. Dann den restlichen Körper vom Hals abwärts duschen. Eine Zeit lang habe ich dabei den Hals vergessen und in den drei Falten schwarze Schmandablagerungen bekommen. Wenn man dann über den Hals reibt, bilden sich kleine, dunkle, klebrige Würstchen, die so ähnlich riechen wie Eiter.»

PICKEL
«Wenn ich zum Beispiel Pickel ausdrücke und den Eiter am Finger habe, esse ich ihn mit grossem Vergnügen. Auch beim Ausdrücken von Mitessern, wenn dieser durchsichtige kleine Wurm mit dem schwarzen Kopf sich da rauswindet, streife ich ihn mit der Fingerspitze ab und lecke ihn weg.»

SEX
«Wenn klar ist, dass ich gleich Sex habe mit jemandem, der auf Analverkehr steht, frage ich: mit oder ohne Schokodip? Soll heissen: Manche mögen es, wenn die Schwanzspitze beim Poposex etwas Kacke ans Tageslicht befördert, der Geruch von selbst herausgebuddelter Kacke macht ja geil. [...] Da muss das Vertrauen gross sein, damit ich einem erlaube, seinen Schwanz mit meiner Kacke zu schmücken. Wenn ich direkt vorm Sex den Darm nicht entleere, egal ob mit Analspüler oder auf dem Klo, dann steht ein paar Zentimeter hinter dem Eingang die Kacke zum Austritt bereit. Intimer geht für mich nicht. Es riecht bei solchem Sex auch alles im Raum nach meinem Inneren.»

PERIODE
«Früher galt es als ekelhaft für einen Mann, eine Frau zu ficken, die blutet. Die Zeiten sind ja wohl lange vorbei. Wenn ich mit einem Jungen ficke, der es gerne hat, dass ich blute, dann hinterlassen wir eine riesige Splattersauerei im Bett. Am liebsten benutze ich dafür frische weisse Laken, falls ich die Möglichkeit habe, darauf Einfluss zu nehmen. Und ich wechsle so oft es geht die Stellung und die Position im Bett, damit ich das Blut überall verteilen kann.»

«Auch beim Thema Periode halte ich nichts von Hygiene. Vollkommen überschätzt. Tampons sind teuer und überflüssig. Ich baue mir, wenn ich meine Tage habe und aufs Klo sitze, selber meine Tampons aus Klopapier. Da bin ich sehr stolz drauf. Ich habe eine spezielle Wickel- und Knicktechnik entwickelt, damit sie lange da drin bleiben und das Blut aufhalten können. [...] Ein paar Mal war ich bei meinem Frauenarzt, weil ein Tampon in mir verlorengegangen war. [...] Das ist natürlich ein weiterer Nachteil meiner selbst gebastelten Tampons: Das helltürkisfarbene Schnürchen zum Rausziehen fehlt. Meine Finger sind eher kurz, und wenn ich in meiner Muschi was suche, komme ich nicht sehr weit. Wenn ich in dieser Situation in Papas Haus war, musste ich ein paar Mal Papas schicke Holzgrillzange zum Suchen benutzen. [...] Genauso wie ich die Grillzange nicht reinige, bevor ich sie in mich reinstecke, mache ich sie auch nicht sauber, wenn sie nach meinem gynäkologischen Eingriff zurück auf Papas Grilltisch wandert. Bei einem Grillfest mit Freunden der Familie habe ich immer ein breites Grinsen im Gesicht.»

«Ich mag den Geruch von altem Blut, wenn er aus der Muschi strömt, ich mag daher auch Trüffel.»

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu Charlotte Roche, «Feuchtgebiete» und «Schossgebete» im untenstehenden Kommentarfeld. Wieso haben Sie die Bücher gelesen? Oder warum genau nicht? Gefällt Ihnen etwas besonders gut oder finden Sie Charlottes Worte einfach nur widerlich? Diskutieren Sie mit.

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